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Carbon: Schwarzer Kunststoff – Potenzial fürs Mountainbike

MTB Carbon-Bauteile - neue Perspektiven im Fahrradbau - Teil 6: FAQs zum Werkstoff Carbon

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Herstellung von Carbon-Bauteilen ist sehr aufwändig: Mancher Rahmen wird aus rund 400 Teilen zusammengepuzzelt. Doch die Verarbeitungstechniken schreiten voran. Das ergibt neue Möglichkeiten.

7 Antworten zum Werkstoff Carbon


Der Siegeszug von Alu begann in den 60ern. Dagegen ist Carbon jung, und es gibt viele Fragen – speziell bei Mountainbikes:


1. Wie wird die Qualität von Bauteilen sichergestellt?
Weil Carbon-Bauteile sehr viel Handarbeit erfordern, gibt es oft Schwankungen bei der Herstellung. Die Hersteller messen die Qualität über das Gewicht. Jedes Rohteil wird einzeln geprüft. Liegt das Bauteil im korrekten Bereich, ist das die halbe Miete. Zusätzlicher Indikator ist die Steifigkeit. Im Röntgenapparat lassen sich Schäden wie Risse oder Bläschen im Material erkennen – das ist jedoch aufwändig und sehr teuer.


2. Handling und Transport
Das Klemmen der Rohre ist ein Problem, egal ob im Reparaturständer in der Werkstatt oder auf dem Auto­­träger. Speziell Systeme, die einen hohen Druck auf das Rohr bringen, sind unbedingt zu meiden. Ein einfacher und günstiger Weg ist die Fixierung an der Sattelstütze: statt der Ultra­leicht-Stütze einfach eine alte Alu-Stütze verwenden.


3. Reparatur: Was ist möglich?
Grundsätzlich gilt: Anbauteile wie Lenker und Sattelstützen sollen nicht repariert werden – also tauschen. Für Brüche an Rahmen gibt es inzwischen einige kompetente Instandsetzer. Ist das Rohr auf freier Strecke gebrochen, sind die Erfolgsaussichten hoch. WEBCODE # 13975  Für den Notfalleinsatz unterwegs gibt es das praktische und günstige Reparatur-Set von www.youfix.de . Damit lassen sich Brüche notdürftig schienen.


4. Was kostet Carbon?
Ein Kilo Fasern in einer Qualität, die im Bike-Rahmenbau verwendet wird, kostet ab 25 Euro. Nach oben ist die Skala offen. Fasern für Highend-Rahmen kosten auch mal 100 Euro das Kilo, aber es gibt auch noch wesentlich teurere Fasern. Das Harz fällt nicht ins Gewicht.


5. Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Carbon-Bikes?
Bei entsprechender Pflege ist die Lebensdauer hoch. Lediglich bei unlackierten Modellen wirkt sich dauerhafte Sonneneinstrahlung negativ auf die Festigkeit aus. Bei Mountainbikes sind es eher Stürze, welche die Lebensdauer mindern. Hier liegt auch der Kern des Problems, warum viele den Kauf von Carbon-Bauteilen ablehnen: Ein Schaden im Material ist von außen nicht unbedingt erkennbar.


6. Lässt sich Carbon recyclen?
Grundsätzlich nein. Sind die Kohlenstoff-Fasern mit dem Harz zusammengebracht, lässt sich diese Verbindung nicht mehr lösen. Es können lediglich aus alten, gehäckselten Carbon-Bauteilen neue Produkte entstehen – allerdings mit deutlich reduzierten Festigkeitseigenschaften. Es laufen Forschungen, in denen Bakterien das Harz zersetzen und die Fasern wieder freilegen. Verbrennen bleibt aktuell die gängige Methode.


7. Wie viel Carbon verbraucht die Rad-Branche?
Im Vergleich zur Flugzeug-, Auto- oder Windkraftenergie-Branche machen Highend-Bikes wohl einen geringen Anteil aus – denken Sie? Falsch gedacht! Rund 15-20 Prozent der weltweiten Faserproduktion landet in Produkten für die Sport- und Freizeit-Branche. Daran haben Bikes, neben Surfmasten und Treckingstöcken, einen ordentlichen Anteil.


Sündteuer und ultraleicht

Diese Komponenten sind die Spitze des Eisbergs und zeigen, was möglich ist. Aber Achtung: viel Geld mitbringen und immer das Kleingedruckte lesen.

BIKE Magazin ¹Herstellerangabe, ²Kurbel ohne Lager und Kettenblätter, ³Die 60 Gramm für den Lenker beziehen sich auf einen 460 mm breiten Stummellenker, 4350 mm lang bei 31,6 mm Durchmesser

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