Cannondale Lefty Erklärung Cannondale Lefty Erklärung

Aufbau einer Cannondale Lefty-Gabel

Cannondale Lefty: Aufbau des Modells 2013

Hans-Peter Ettenberger am 30.09.2012

Die einarmige Cannondale Lefty sieht nicht nur außergewöhnlich aus – sie ist durch ihren Aufbau technisch einzigartig. BIKE-Laborleiter Hans Ettenberger erklärt das Innenleben der 2013er-Federgabel.

Für 2013 geht die Cannondale Lefty technisch überarbeitet an den Start. Sie heißt jetzt Lefty Hybrid, der Zusatz im Namen ergibt sich aus der Kombination von Nadellager mit Gleitlager. Steifigkeit ist trumpf. Die Zahlen sprechen für sich: Zwei Gabelbrücken klemmen ein 40 Millimeter starkes Rohr (je nach Version Carbon oder Aluminium). In diesem taucht ein 32-Millimeter-Rohr von Nadellagern geführt auf und ab. Im Inneren sitzt geschützt die Dämpferkartusche. Ein Rohr ist leichter als zwei. Macht einen Gewichtsvorteil von etwa 300 Gramm gegenüber einer vergleichbaren Teleskop-Gabel. Die wichtige Änderung für 2013 ist die durch neue Lagerung erreichte Wasserdichtigkeit – daraus ergeben sich verlängerte Wartungsintervalle. Warum fährt nicht jeder Lefty? Erstens braucht man einen speziellen Rahmen oder Adapter, zweitens ist bei 130 Millimetern Federweg Schluss. Weniger sachliche Gründe: Die Optik gefällt nicht jedem, der Laufradausbau dauert länger, außerdem beurteilen die meisten Fahrer das Lenkverhalten beim Freihändigfahren als eigentümlich.

Cannondale Lefty technischer Aufbau

Cannondale Lefty: das Innenleben der Federgabel 2012

1. Die Nadellager: Vier Stück davon sorgen für die sensible Funktion der Gabel. Sie stellen jetzt automatisch zurück, wenn sie gewandert sind. Früher war dazu ein kleiner Eingriff nötig.
2. Das Gleitlager (grün) unterstützt die Nadellager vor allem, wenn die Gabel tief eingefedert ist. Außerdem erhöht es die Steifigkeit.
3. Der Abstreifring bzw. die neue Lippendichtung (pink) hält den Schmutz draußen und das Öl drinnen. Die Nadellager laufen 2013 im offenen Ölbad.
4. Schutzblech statt Faltenbalg. Eins ist sicher: Die 2013er-Gabel sieht durch den Motocross- Style besser aus. Am Gummiring lässt sich hier endlich der genutzte Federweg ablesen.

DAS FUNKTIONSPRINZIP DER LEFTY

Cannondale Lefty Funktionsprinzip

Bei der Lefty sind Tauch- und Standrohr vierfach nadelgelagert (grüne Grafik). Die Dämferkartusche sitzt innen. Eine Torsion der Rohre gegeneinander ist im Vergleich zur herkömmlichen Federgabel (rote Grafik) unmöglich. Auch das Ansprechverhalten profitiert von der Nadellagerung.

ALT und NEU

Cannondale Lefty Alt und Neu

Nur im unteren, sichtbaren Bereich ist die 2013er-Gabel rund statt viereckig (rechts). Das Innenleben, im Bereich der Nadellager, behält den Vierecks Querschnitt. Die neue Dichtung, erstmals möglich durch den runden Querschnitt, macht den Faltenbalg verzichtbar.

DIE KONSTRUKTION MACHT DEN UNTERSCHIED

Cannondale Lefty Verdrehsteifigkeit

In der Verdrehsteifigkeit schlägt die Lefty herkömmliche Teleskop-Gabeln.

Cannondale Lefty Flex

Während bei der Teleskop-Gabel der Abstand der Gleitlager beim Einfedern gleich bleibt, vergrößert er sich bei der Lefty und sorgt auch hier für möglichst geringen Flex. Dabei verkürzt sich der Abstand zum Laufrad (Hebelwirkung wird kleiner). Das sensible Ansprechverhalten bleibt dadurch auch tief im Federweg erhalten.

MODELLÜBERSICHT: GEWICHTE UND FEDERWEGE DER LEFTY

Cannondale Lefty Carbon XLR

Cannondale Lefty XLR

Cannondale Lefty PBR

Hans-Peter Ettenberger am 30.09.2012