Mit diesen Tipps, Produkten und Anleitungen schmieren, ölen und pflegen Sie die beweglichen Teile an Ihrem Mountainbike.

  • Lager in Nabe und Steuersatz fetten: Lagerfette sind druckfest und sind höher viskos, haften also zäher an. Geschmiert werden offene Steuersätze und Konus-Lager-Naben. Auch gehören mittlerweile historische, offene Tretlager dazu. Kugelgelagerte Hinterbauten vertragen ebenfalls eine Fettpackung, falls nicht gedichtet.
  • ACHTUNG Gedichtete Lager sind für ein ganzes Lagerleben gefettet. Hochdruckreiniger können das Fett ausspülen, die Lager sind dann meist zerstört, da die Dichtung beim Öffnen in der Regel kaputt geht. Gleitlager, z. B. im Hinterbau, dürfen, je nach Bauart, nicht gefettet werden. Unbedingt beim Hersteller abklären. Geeignete Produkte sind das Lagerfett von Shimano und “Ultra Grease” von RSP.
  • Sattelstütze fetten: Hier werden zäh anhaftende Fette verwendet, die nur schlecht verdrängt werden. Montage-Paste ist das Mittel der Wahl, vor allem bei Carbon-Sattelstützen. Reinigen Sie die Sattelstütze regelmäßig, sonst reiben Sie das Sitzrohr aus, denn Dreck und Fett gehen eine schöne Schmirgelverbindung ein.
  • ACHTUNG Carbon-Sattelstützen dürfen nie gefettet werden. Stattdessen verwenden Sie eine spezielle Montagepaste mit Kunststoffpartikeln. Diese Partikel erhöhen den Reibwert, so dass die Sattelstütze nicht so stark geklemmt werden muss. Sie wird dadurch weniger belastet. Sinnvoll ist das jedoch nur dort, wo die Stütze dauerhaft geklemmt ist und nicht ständig rauf- und runtergeschoben wird. Geeignete Montagepasten gibt es von Dynamic und Pedros (”Syn Grease”).
  • Schraubverbindungen fetten: Nur Schraubverbindungen, die nicht über die Vorspannkraft wirken, dürfen überhaupt gefettet werden. An diesen Stellen dient das Fett nur der Korrosionsvorbeugung. Mit Montagepaste gefettet werden dürfen: Pedalgewinde, Innen- lager-Gewinde, Gabelabdeckkappen, Schrauben von Konus-Achsen (z.B. in Shimano-Naben).
  • ACHTUNG Diese Bereiche sollten fettfrei bleiben: sämtlich Schrauben im Vorbau-/Lenkerbereich, Dämpfer-Schrauben, Hinterbau-Schrauben, Sattelklemmung und Kurbelschrauben. Fette zum Schmieren der Schraubverbindungen sind folgende: “White Grease” von Motorex und “ATB Grease” von Cyclon.
  • Federgabel/Dämpfer schmieren: Verwenden Sie nur speziell abgestimmte Produkte. Zur Schmierung (Pflege der Dichtung, besseres Ansprechverhalten) eignen sich spezielle Fette und Gabelöle (nur für Gabel).
  • ACHTUNG Die Schmiermittel für die Federgabel sollten leicht flüchtig sein. Zäh anhaftende Fette sammeln Dreck. Finger weg auch von “Brunox Turbo Spray” und “WD 40”. Nur Gabelöl in geringer Viskosität verwenden, bei Gabeln mit offenem Ölbad auf gleiche Viskosität wie in der Gabel achten. Schmiermittel für die Federgabel sind das Gabelöl “Ultrashock” von RSP (in verschiedenen Viskositäten) und “46 Neverstick Forkoil” und Fett von Bionicon.
  • Kette/Antrieb schmieren: Universalöle eignen sich für jedes Wetter. Öle für trockene Bedingungen ziehen weniger Schmutz an und laufen länger leicht. Bei nasser Witterung empfiehlt sich ein zähes Spezialöl, das sich nicht so leicht auswäscht. Kette säubern (durch Handtuch laufen lassen), großzügig schmieren und nach kurzer Einwirkzeit überflüssiges Öl abwischen.
  • ACHTUNG Eine geschmierte Kette läuft leichter, hält aber kaum länger als eine nicht gewartete. Deshalb rechtzeitig austauschen. Entfetter entschmiert die Kette dauerhaft. Geeignete Ketten-Schmiermittel: Universalöl von Shimano, für trockene Bedingungen Motorex “Dry Lube”, Hanseline Kettenwachs und Rock ’n’ Roll “Extreme Lube” bei Nässe.
  • Kriechöle wie ”Brunox Turbo-Spray” (links) oder ”WD 40”(Mitte) lösen festgebackene Verbindungen. Nicht angewendet werden sollten sie an Federgabeln und Dämpfer. Das Öl kann sich mit dem Original-Schmiermittel vermischen und dessen Funktion beeinträchtigen. Silikon-Sprays (rechts) sind ideal zum Schmieren von Pedal-Cleats. Sie verhindern Korrosion und fördern die Gleitfähigkeit des Cleats. Das Ein- und Ausklicken ist so viel definierter. BIKE-Tipp zum Schmieren: 1. Zu schmierende Bauteile vorher gründlich säubern. Sonst entsteht eine Schleifpaste 2. Öle, Fette und sonstige Schmiermittel weit weg von den Bremsen halten 3. Lieber nicht schmieren als falsch schmieren.