Sram Eagle XX1 Sram Eagle XX1

Sram Eagle XX1 und X01, 12-fach

Teil 2: Technik-Details, Preis & Interview

Peter Nilges am 24.03.2016

Technik im Detail

Die neue Eagle basiert auf einer 12-fach-Kassette, deren kleinste elf Ritzel aus einem Stahlteil gefräst werden. Die Abstufung ist ebenfalls gleich zur bisherigen 11-fach-Kassette. Zusätzlich kommt ein 50er Ritzel aus Aluminium hinzu. Doch ein weiteres Ritzel ist nur kleiner Teil der neuen Gruppe. Nahezu alle Details wurden grundlegend überarbeitet. Um den bestehenden 11-fach-XD-Freilaufkörper nutzen zu können, rücken die Ritzel minimal dichter zusammen und die Kette wird marginal (2,5/10 mm) schmaler. Durch ein neues Nietverfahren stehen die Bolzen der Kette nicht mehr über die Außenlaschen heraus, was ebenfalls Platz spart. Für weniger Verschleiß wurden die Innenlaschen abgerundet. Auffallend ist auch das neue Profil der Kettenblattzähne. Sram setzt weiterhin auf dick/dünn, optimierte aber die Zahnform, wodurch die Kette leiser und dennoch optimal geführt über die Zähne wandern soll. Bei diversen Tests im Sram-Labor kam eine bis zu achtfach längere Haltbarkeit heraus. Um die größere Kapazität der Schaltung zu bewältigen wurde das untere Schaltröllchen des Eagle-Schaltwerks von 12 auf 14 Zähne vergrößert und der Käfig minimal verlängert. Auch das Problem der sich lösenden Schaltwerkbefestigungsschraube soll Dank eines Gleitlagers der Vergangenheit angehören. Beide neuen Carbon-Kurbeln wurden ebenfalls auf Diät gesetzt und entsprechend des Einsatzzweckes optimiert.

Sram Eagle XX1 Kurbel

Die bisherigen Carbon-Kurbeln deckten mit einem Modell den Bereich Cross Country bis Downhill ab. Sram optimierte entsprechend der Belastung und sparte Gewicht. Das neue Zahnprofil ist komplett anders.

Minimal teurer als 11-fach

Trotz einer Fülle an technischen Verbesserungen werden die Eagle Gruppen nur etwa fünf Prozent teurer als die bisherigen 11-fach Top-Gruppen. 1524 bzw. 1306 Euro ruft Sram für die Komplettgruppen auf.

"Eagle hält acht mal länger!“

BIKE: Zwölf Gänge bedeuten eine schmalere Kette und einen größeren Schräglauf. Wirkt sich das auf die Haltbarkeit aus?
Frank Schmidt: Die Kette ist nur marginal schmaler geworden und wird komplett anders gefertigt. Bei der Zugfestigkeit gibt es keinen Unterschied zu Elffach. Durch das neue Zahnprofil und die präzisere Abstimmung der Komponenten aufeinander konnten wir im Labor sogar eine achtmal längere Lebensdauer feststellen, als bei den Vorgänger-Parts.

Gibt es Einschränkungen, oder lassen sich die neuen Eagle-Gruppen an alle Elffach-kompatiblen Schnittstellen nachrüsten?
Die Kassette passt auf unsere bisherigen XD-Freilaufkörper, und auch an der Kettenlinie hat sich nichts verändert. Der Freigang zur Kettenstrebe kann bei manchen Bikes der limitierende Faktor sein, wenn man ein größeres Kettenblatt fahren möchte.

Womit ist das Plus an Bandbreite vergleichbar? Und muss man dafür nicht größere Gangsprünge in Kauf nehmen?
Unser neues System bietet die gleiche Bandbreite wie ein bestehendes 2x11-System der Konkurrenz, lässt sich über die Kettenblattgrößen aber feiner abstufen. Im Bereich von 10 bis 42 sind die Gangsprünge identisch zu unserer bisherigen Kassette.

Werden die neuen Gruppen teurer und wird 12fach auch bei den unteren Gruppen Einzug erhalten?
Die Preise für die neuen Gruppen werden nur etwa fünf Prozent über den bisherigen Gruppen liegen. Günstigere Gruppen sind denkbar.

frank_schmidt_sram

Frank Schmidt, Entwicklungsleiter bei Sram, im Interview zur neuen Eagle-Schaltgruppe.

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Peter Nilges am 24.03.2016
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