SDG überarbeitet den Sattel-Klassiker Bel-Air SDG überarbeitet den Sattel-Klassiker Bel-Air SDG überarbeitet den Sattel-Klassiker Bel-Air

SDG Neuheit: Bel-Air 3.0

SDG überarbeitet den Sattel-Klassiker Bel-Air

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor einem Jahr

Seit einem viertel Jahrhundert ist der SDG Bel-Air bereits am Markt. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde der Sattel-Klassiker jetzt komplett erneuert. Wir sind den Bel-Air MTB-Sattel schon gefahren.

Es gibt nicht viele MTB-Sättel auf dem Markt, denen so etwas wie Geschichte anhaftet. Einen Selle Itaila Flite vielleicht. Oder den Cinelli Unicanitor – der erste Kunststoffsattel, den es heute wieder in einer Retro-Auflage gibt.

Einen echten Klassiker werden aber nur die wenigsten Mountainbiker auf dem Schirm haben: den SDG Bel-Air. Die Ur-Version des Bel-Air kam bereits 1995 auf den Markt. Seitdem wurden weltweit etwa eine Million Stück in den unterschiedlichsten Ausführungen und Abwandlungen verkauft. Darunter auch der erste Sattel mit I-Beam-Gestell, zahlreiche Sonder-Editionen mit Kevlar-Bezug, Tierfell-Prints oder für die Factory-Teams von GT, Santa Cruz oder dem legendären Honda G-Cross Team. Für Rampage-Legende Kyle Strait legte SDG über die Jahre sogar eine komplette Kollektion des Bel-Air mit unterschiedlichen Designs auf.

SDG Greg Minnaar fuhr den Bel-Air schon während seiner Zeit beim legendären Honda G-Cross Team.

SDG Den Bel-Air gab es schon in den unterschiedlichsten Variationen. Unter anderem mit stylishen Animal-Prints.

SDG Rampage-Urgestein Kyle Strait hat seine eigene Bel-Air-Kollektion im Schrank.

SDG Auch Bad Boy Shaun Palmer hat schon auf dem SDG-Klassiker Platz genommen.

SDG Bel-Air: Sattel-Klassiker überarbeitet

Um auch den aktuellen Ansprüchen von Trail-Bikern und Enduro-Fahrern zu genügen, wurde der Bel-Air zum 25-jährigen Jubiläum nun komplett neu aufgelegt. Für 2020 wurde der etwas sperrige und wulstige Sattel deutlich abgespeckt. In der Länge schrumpfte der Sattel auf 260 Millimeter und erhielt eine insgesamt etwas kürzere, breitere Nase für Komfort im Anstieg. Die 140 Millimeter breite Sitzfläche fällt leicht zur Seite hin ab und soll vor allem in nicht allzu sportlicher Position viel Komfort spenden.

Stefan Frey Für 2020 wurde der SDG Bel-Air grundlegend überarbeitet, die Nase verkürzt und die Polsterung gestrafft.

Die Polsterung wurde deutlich gestrafft, im Vergleich zu früheren Versionen, damit die Sitzknochen auch auf langen Strecken nicht zu stark in den Sattel einsinken. Eine leichte Vertiefung in der Mitte soll zusätzlich den Dammbereich entlasten. Die Sattelstreben sind beweglich gelagert, um die Tretbewegung zu unterstützen, was nicht zuletzt Schmerzen im Rücken vorbeugen soll.

Stefan Frey Die Sitzfläche fällt nur leicht nach außen hin ab. So finden auch etwas breitere Sitzknochen in aufrechter Haltung Platz.

Stefan Frey Die Vertiefung zur Entlastung des Dammbereichs fällt recht flach aus.

Stefan Frey Die Sattelstreben sind leicht flexibel gelagert, das soll den Komfort noch etwas verbessern und die Tretbewegung unterstützen.

Das Heck wurde leicht nach oben gezogen und soll dem Fahrer im Anstieg oder bei harten Antritten ausreichend Rückhalt geben. Bei der Fertigung setzt SDG auf modernste Technologien, die Nähte überflüssig machen und so Scheuerstellen minimieren sollen. So bietet der neue Bel-Air einen Flanken-Schutz auch ohne den Einsatz von Kevlar.

Stefan Frey Der Flankenschutz wurde nahtlos ins Obermaterial integriert, störende Nähte entfallen komplett.

Stefan Frey Eine Aussparung in der Sattelschale sorgt dafür, dass der Dammbereich etwas mehr entlastet wird.

Stefan Frey Die breitere und kürzere Sattelnase soll auch in steilen Anstiegen Komfort bieten.

Den SDG Bel-Air 3.0 gibt es in zahlreichen Gestell-Varianten und diversen Farb-Kombinationen. Das günstigste Modell setzt auf ein Stahl-Gestell und soll 318 Gramm wiegen. Wer größeren Wert auf geringes Gewicht legt, bekommt den Bel-Air aber auch mit Alu-Gestell und einem Gewicht von 236 Gramm oder mit Carbon-Rails. Mit denen soll der Sattel dann nur noch 181 Gramm auf die Waage bringen.

SDG Bel-Air: Die Farb-Palette

10 Bilder

SDG Bel-Air 3.0 – die Fakten

  • Material nahtloses Obermaterial mit integriertem Flanken-Schutz
  • Sattelstreben Stahl, Lux-Alu, Carbon
  • Abmessungen 260mm x 140mm (Länge x Breite)
  • Gewicht ab 181 Gramm (mit Carbon-Gestell)
  • Farben schwarz, rot, türkis, orange, grün, lila, braun, fuel


Besonderheiten:

  • hochgezogenes Heck für besseren Gegenhalt
  • frei bewegliche Sattelstreben für seitlichen Flex
  • breitere, verkürzte Sattelnase
  • leichter Entlastungskanal für bessere Druckverteilung


Preise: 189,99 Euro (Carbon) / 89,99 Euro (Alu) / 59,99 Euro (Stahl) / www.sdgcomponents.com

Stefan Frey In der aktuellen Ausführung ist der Bel-Air ein sportlicher Tourensattel mit leicht geschwungenem Shape und straffer Polsterung.

Erster Fahrbericht

Wir konnten den neuen Bel Air 3.0 mit Alu-Gestell bereits testen. Schon bei der Montage kann der neue Bel-Air mit sauberer Verarbeitung punkten. Die Satteldecke wird nahtlos auf die Schale aufgebracht, Reibungspunkte gibt es also schon mal keine. Die Polsterung fällt relativ straff aus, auf der breiten, nur minimal abfallenden Sitzfläche findet der Hintern aber trotzdem bequem Platz. Eingesessene Fahrer sollten mit dem Bel-Air keine Probleme haben. Weniger ausdauernde Biker werden sich dagegen etwas mehr Polsterung wünschen, zumal die frei beweglich gelagerten Sattelstreben kaum spürbaren Flex bieten. Das hochgezogene Heck dagegen hält den Fahrer auch bei harten Antritten sicher im Sattel und gibt spürbaren Gegenhalt.

Großer Sattel-Vergleichstest in BIKE 7/2020

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