Praktisch: Klick-Flat-Kombi-MTB-Pedal aus Österreich Praktisch: Klick-Flat-Kombi-MTB-Pedal aus Österreich Praktisch: Klick-Flat-Kombi-MTB-Pedal aus Österreich

Neu: Tatze Two-Face Kombi-Pedal

Praktisch: Klick-Flat-Kombi-MTB-Pedal aus Österreich

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 4 Jahren

Das beste aus zwei Welten? Das Tatze Two-Face ist kein einfaches Trekking-Touren-Kombi-Pedal, sondern will kompromisslos die Vorteile des MTB-Klickpedals mit denen des Flatpedals kombinieren.

Lange Alpen-Touren, steile Anstiege, verblockte Abfahrten: Je vielfältiger das Gelände, desto wichtiger ist es, keine Kompromisse beim Material eingehen zu müssen. So mancher Crack wählt gar das Pedal nach dem zu erwartenden Untergrund der Strecke: Klickpedale für effizientes Pedalieren und eine definierte Fußposition, Plattformpedale für mehr Bewegungsfreiheit auf kniffeligen Bergab-Strecken. Was aber, wenn der Streckenverlauf unbekannt, der Anstieg doch zu lang oder der sonst griffige Downhill durch einen Regenschauer in eine Rutschbahn verwandelt ist? Oder wenn in einem spontanen Ampel-Sprint der Kumpel kurz versägt werden muss und dafür die Verbindung Schuh-Pedal nicht fest genug sein kann?

Diese oder zumindest ähnliche Fragen stellte sich auch Armin Hofreiter. Als ehemaliger Triathlet war er das eingeklickte Fahren gewöhnt. Abseits der Straße nahm der Schwierigkeitsgrad seiner Touren jedoch immer weiter zu. An den Grenzen seines Fahrkönnens empfand er das Klickpedal als zu große Einschränkung. Wie schön wäre es, wenn dann von Klick- auf Plattform-Pedal gewechselt werden könnte, am besten sogar während der Fahrt. Die Lösung lag nahe: Kombi-Pedale mit zwei Gesichtern gab es bereits zu kaufen.

Tatze Two-Face: Pedal gewordener Wunschtraum

Doch Hofreiter fand nichts, was seinen Vorstellungen entsprach. Entweder hatte die Plattform-Seite zu wenig Grip, die Aufstandsfläche war zu klein oder das Pedal war ihm schlicht für den universellen Touren-Einsatz zu schwer oder zu klobig. Kompromisse wollte er aber nicht eingehen. Also experimenteierte er selbst, ersann Adapterlösungen, um verfügbare Pedale umzurüsten, und investierte schließlich in ein eigenes Pedal. 1000 Euro war ihm die Erfüllung eines Wunschtraums wert.

Aus der Idee entstand schließlich die Firma Tatze , die uns beim BIKE Festival in Riva ein Vorserienmodell des neuen Two-Face-Pedals präsentierte. Das Pedal kombiniert den Klick-Mechanismus auf der einen mit einer vollwertigen Plattform auf der anderen Seite. Lange Haltbarkeit versprechen die Lagerung in einem Industrie-Wälzlager außen und einer breiten 15-mm-Gleitlagerbuchse innen.

Sebastian Brust Der Klickmechanismus des Tatze Two-Face nimmt alle SPD-kompatiblen Cleats auf. Auch hier können bis zu sechs bissige Pins montiert werden, die den Schuh an Ort und Stelle halten.

Die doppelte Dichtung auf der Innenseite ist extra so eng dimensioniert, dass das Pedal einen leichten Drehwiderstand entwickelt und damit unbelastet stets eine fixe Pedalstellung einnimmt. Freerider schätzen diese Eigenschaft, wenn sie, zum Beispiel bei Sprüngen, die Füße vom Pedal nehmen, um anschließend wieder schnell einen sicheren Stand für die Landung finden. Beim Two-Face-Pedal ist damit außerdem der Wechsel von Klick- zu Plattformseite mit einer halben Kurbelumdrehung erledigt. Dichtung und Lagerung sollen ein Pedalleben lang halten, sind bei Bedarf aber einfach gewechselt.

Der Unterschied liegt im Detail

Das Tatze Two-Face besticht darüber hinaus mit einigen sehr pfiffig klingenden Eigenschaften, Hofreiter wollte ja schließlich das für ihn beste Pedal bauen. So verkrallen sich auf der 100 cm2 großen Plattform-Seite ganze 14 Pins mit der Schuhsohle, vier mehr als bei den meisten anderen Flatpedals, und sorgen für den gewünschten Grip. Auf der Innenseite sind die Pins gar doppelt aufgereiht, und auch ein etwas weiter außen platzierter Schuh findet noch genug Kontaktstellen. Das bringt Sicherheit. Die konkave Form schmiegt sich dabei an die meist vorgeformten Schuhsolen an. Die außen nur vier Millimeter hohe Plattform sichert schließlich eine etwas größere Bodenfreiheit fast bis zum Schuh.

Sebastian Brust Die rund 10 x 10 Zentimeter große Plattform-Seite des Tazte Two-Face-Pedals krallt sich mit 14 Pins in die Schuhsohle.

Auf der anderen Seite nimmt der von einem robusten Käfig geschützte Klick-Mechanismus die eigenen sowie alle SPD-kompatiblen Cleats auf. Die Auslösehärte ist wie gewohnt einstellbar. Zwei, optional gar bis zu sechs weitere Pins halten den Schuh zusätzlich an Ort und Stelle. Der Clou: Die beiden Aufstandsflächen verlaufen nicht parallel zueinander. Eingeklickt verjüngen sich die beiden Flächen keilförmig nach vorne, die vordere Kante der dann nach unten zeigenden Plattform liegt fünf Millimeter höher als die hintere. Das soll die Gefahr des unangenehmen Bodenkontakts an der Vorderseite des Pedals verhindern.

Das Tatze Two-Face-Pedal ist ab Ende Mai 2018 für 159 Euro mit CroMo- oder für 219 Euro mit Titan-Achsen auf der  Tatze-Webseite und im ausgewählten Online-Handel verfügbar. Die Gewichte liegen laut Hersteller bei nur 435 Gramm für die CroMo-Variante und leichten 387 Gramm für die Titan-Version.

Themen: BIKE-Festival-Riva-2018FlatpedalKlickpedaleNeuheiten 2018PedaleTatze


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