Neu: Magped Magnetpedale

Magped: magnetische MTB-Pedale aus Österreich

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Zwei Österreicher bringen mit dem Magped ein magnetisches MTB-Pedal auf den Markt. Speziell für Klickpedal-Skeptiker sind die 452-Gramm-Pedale interessant, da man schnell und einfach auslösen kann.

Ein kapitaler Sturz über den Lenker, bei dem die Klickpedale nicht ausgelöst haben: Genau dieses Erlebnis war es, das den Tiroler Diplom-Ingenieur Paul Wessiack dazu animierte, ein magnetisches Klickpedal für Biker zu entwickeln. Zusammen mit einem deutschen Erfinder tüftelte er daran, mit einem Magneten den Schuh am Pedal zu halten. Sie fanden eine Lösung, meldeten sogar ein Patent an. Doch dann verfolgten sie das Projekt nicht weiter. Dann passierte ein paar Jahre gar nichts. Bis sich Wessiack mit einem Freund ein Herz fasste, dem deutschen Erfinder das Patent abkaufte und die in die Jahre gekommene Lösung verfeinerte. Herausgekommen ist das Magped, ein 452 Gramm leichtes Magnetpedal mit Käfig .

Magped-Pedale: Im hinteren Bereich des Flatpedal-Käfigs sitzt der starke Neodym-Hochleistungsmagnet.

Doch im Bike-Sport sind Magnetpedale keineswegs komplett neu. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren solche Pedale wie jüngst das Maglock , das über eine Kickstarter-Kampagne den Weg in die Serienreife fand. Das Problem: die Pedale sind extrem schwer. Das Magped hingegen muss sich mich 452 Gramm teils vor der Flatpedal-Konkurrenz nicht verstecken. Der CNC-gefräste Aluminium-Käfig sitzt mit drei abgedichteten Industrielagern auf einer CrMo-Achse. Das Besondere bei den Magped-Pedalen ist allerdings der Magnet, der über ein teures, spezielles Industrie-Elastomer – das beispielsweise bei der Verlegung von Eisenbahnschienen verwendet wird – beweglich im hinteren Pedalkörper sitzt. Diese „Federung“ sorgt dafür, dass der Magnet den Bewegungen des Schuhs folgen kann und man somit trotz Bindung zum Pedal ein wenig Bewegungsfreiheit hat. Der Neodym-Hochleistungsmagnet lässt sich über das Elastomer in der Höhe verstellen und passt somit an die meisten MTB-Schuhe, die man auch mit SPD-Pedalen fahren kann. Außerdem gibt es den Magneten in drei Stärken (100 NM, 150 NM, 210 NM). Mit dem stärksten Magneten werden die Schuhe mit bis zu 15 kg Zugkraft am Pedal gehalten.

Je nach Sohlenhöhe des Schuhs kann man über das Elastomer den Magneten so anpassen, dass die Pins in der Sohle greifen.

Die Pins kann man tauschen, unter dem Magneten sieht man das Spezial-Elastomer.

Das Magped baut nicht viel höher wie ein herkömmliches Flatpedal, nur der Magnet ragt aus dem Pedalkäfig.

Die Schuhplatten bestehen aus rostfreiem Spezialstahl und werden mit zwei magnetischen Schrauben am Schuh fixiert. Da kein Schmutz an Cleats und den Pedalmagneten anhaftet, soll man auch bei matschigen Bedingungen keine Probleme haben.

Da der Magnet nicht mittig am Pedal platziert ist, kippt es nach hinten, sobald man ausgeklickt hat. Zum Einklicken schiebt man den Fuß einfach von hinten aufs Pedal. Die Magped-Pedale kosten 99 Euro. Einen ersten Test der Pedale gibt's in der nächsten BIKE.

Durch das Elastomer ist der Magnet beweglich und kann den Bewegungen des Schuhs folgen ohne unerwünscht auszuklicken.

Auch an einer hochwertigeren Version des Magped arbeitet die österreichische Firma bereits. Mit Titan-Achse soll das Gewicht nochmal gesenkt werden. Doch das ist Zukunftsmusik.

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