Courtney und van der Poel siegen im Short Track Courtney und van der Poel siegen im Short Track Courtney und van der Poel siegen im Short Track

XC Worldcup 2019 #1 Albstadt (GER): Vorschau und XCC

Courtney und van der Poel siegen im Short Track

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

Das Short-Track-Rennen am Freitagabend war ein gelungener Start ins Worldcup-Wochenende. Kate Courtney und Mathieu van der Poel siegten, auch für Sonntag sollte man sie im Auge behalten.

20 Minuten Vollgas, 20 Minuten alles oder nichts. In den acht respektive neun Runden des Short-Track-Rennens am Freitagabend in Albstadt suchte man technische Passagen zwar vergeblich, die Spannung kam trotzdem nicht zu kurz. Eng drängten sich bei den Herren wie bei den Damen die Fahrer aneinander, in beiden Fällen entschied ein Sprintfinish, das sich erst im Verlauf der allerletzten Runde anbahnte.

Angriff in der letzten Runde


Bei den Damen waren es Jolanda Neff und später lange Zeit Elisabeth Brandau, die das Feld anführten, während sich Short-Track-Favoritin Annika Langvad weiter hinten im Feld hielt. Sicher, um Kräfte zu sparen für ihren finalen Angriff. Doch die Dänin verkalkulierte sich, denn eine gewisse junge Amerikanerin im Regenbogenjersey kam ihr zuvor. Zu Beginn der letzten Runde schoss Kate Courtney an die Spitze des Feldes, wechselte dann immer wieder die Führung, aber auch Jolanda Neff an der Spitze war chancenlos. In der einzigen technischen Passage versuchte die Schweizerin, ihre Konkurrentin außen zu überholen – vergeblich. So ging Courtney als Erste auf die Zielgerade und ließ sich den Sieg von da an auch nicht mehr nehmen. Annika Langvad war nicht in Schlagweite für ein Sprintfinish und musste tatenlos zusehen.

Marius Maasewerd Meistens turbulent: Im Short Track geht es heiß her. Deswegen verzichten die meisten Veranstalter auch auf technische Features, um das Risiko zu minimieren.

Van der Poel nicht zu stoppen


Ein ähnliches Spiel war im Rennen der Herren zu beobachten. In der vorletzten Runde war es überraschend Europameister Lars Forster, der sich an die Spitze des Feldes setzte, eine Runde später zog Mathieu van der Poel hinterher. Wie Annika Langvad hatte sich van der Poel lange im Mittelfeld gehalten, doch er erwischte den Zeitpunkt für einen Angriff perfekt. Gemeinsam mit Schurter und Forster ging er in die letzte Kurve, doch die beiden Schweizer hatten zwei Radlängen Abstand auf den Niederländer. Dessen überragender Sprintpower konnten sie nichts entgegensetzen.

Marius Maasewerd Mathieu van der Poel atmet erst einmal durch. Das Bild entstand noch in Nové Město im letzten Jahr. Dieses Jahr wirkte der Niederländer nach seinem Short-Track-Sieg erstaunlich entspannt, was für eine fantastische Form spricht. Man sollte ihn für Sonntag im Auge behalten.

Vorschau Albstadt Worldcup - Wer sind die Favoriten für Sonntag?

Bereits vor dem ersten Worldcup-Rennen am Wochenende stand Albstadt in der Kritik. Schade für den einzigen MTB-Worldcup in Deutschland. "Ich bin ja normalerweise niemand, der sich über eine Strecke beschwert. Am Ende ist sie schließlich für alle gleich. Aber: Ist das wirklich die Strecke, auf der uns die Zuschauer sehen wollen?" Anton Cooper klang auf Instagram ziemlich verärgert.  Dazu postete er ein Bild von sich selbst, mit Daumen runter, im Hintergrund die neue, mit Schotter aufgefüllte Strecke von Albstadt. Es dauerte nicht lange, da wurde ihm auch schon von prominenter Seite beigepflichtet: von Emily Batty, von Maxime Marotte und Raphael Gagné.

Red Bull Content Pool,Bartek Wolinski Maxime Marotte ist gekommen, um zu bleiben. Der Franzose stand in den letzten zwei Jahren fast immer auf dem Podium, mit konstant sehr guten Ergebnissen immer ein gefährlicher Kandidat.

Albstadt in der Kritik

Massive Kritik also, doch woran eigentlich? Tatsächlich wurde der ohnehin schon eher zahme Kurs für dieses Jahr noch etwas vereinfacht. Schotter statt Off-Camber-Wurzeln, Brechsand statt Steinfeld, flache Holzbrücken statt steilen und steinigen Kurven. Die Strecke dürfte damit wesentlich weniger wetteranfällig sein, eine Schlammschlacht wie im letzten Jahr bleibt so wahrscheinlich aus.

Schon vergessen, wie der Worldcup im letzten Jahr aussah? Kein Problem. Red Bull hat da einen kleinen Highlights-Clip á la "was bisher geschah" für euch zusammengestellt.

Kein Schlamm, keine Wurzeln, keine Steine: Einen Trumpf hat Albstadt aber trotzdem noch im Ärmel und das sind die Zuschauer. Denn auch bei Schlechtwetter füllt sich das Bullentäle schnell mit Unmengen von Schaulustigen, die durch die Vorzüge der natürlichen Arena beste Sicht auf das Geschehen auf der Strecke genießen und für eine echte Worldcup-Atmosphäre sorgen.

XCC – Van der Poel und Langvad vorne?

Los geht’s schon am Freitagabend mit dem im letzten Jahr erfolgreich eingeführten Short-Track-Rennen. Der technische Anspruch ist auch hier eher gering, dafür erlaubt das kurze Rennen einen ersten Einblick in die Form der Fahrer und wird wegen der dafür vergebenen Punkte sicher wieder heiß umkämpft sein. Mathieu van der Poel dürfte bei den Herren die besten Chancen haben, bei den Damen rechnen wir mit Annika Langvad.

Red Bull Content Pool,Bartek Wolinski Short-Track zur Eröffnung am Wochenende. Mathieu an der Poel (weißer Helm, Mitte) ist hier unser Favorit.

Schurter in der Favoritenrolle

Und Nino Schurter? Der wird sicherlich im Short-Track ebenfalls ganz vorne mit dabei sein, spart aber wahrscheinlich ein paar Körner für das Hauptrennen am Sonntag. Schließlich ist der Weltmeister Topfavorit. Es bleibt noch abzuwarten, ob und wie die für einen Worldcup eher untypische Strecke die übliche Fahrerordnung durcheinanderwirbeln kann. Mathieu van der Poel wird Nino Schurter auf jeden Fall im Nacken sitzen, auch mit Maxime Marotte oder Stephane Tempier könnte man in Albstadt rechnen. Und vielleicht mit Anton Cooper, wenn er denn seinen Ärger über die Strecke in Vortrieb ummünzen kann.

Red Bull Content Pool,Bartek Wolinski "Albstadt gilt als Kletterstrecke, hat es aber auch technisch mittlerweile ziemlich in sich", so lautete die Unterschrift zu diesem Bild im letzten Jahr. Daran hat sich einiges geändert, die Strecke wurde für 2019 entschärft. Nino Schurter allerdings wird sich nicht zu sehr daran stören.

Langvad erneut dominant in Albstadt?

Bei den Damen wäre unser Tipp Jolanda Neff gewesen. Die Schweizerin zeigte sich nämlich bei den schlammigen Bedingungen des letzten Jahres klar überlegen , und auch an diesem Wochenende könnte es wieder ziemlich nass werden. Auf der neuen Strecke sähe die Sache aber wahrscheinlich anders aus. Brechsandpisten haben auch bei Nässe viel Grip und Neffs Schlammtanzkünste werden ihr dann wenig nützen.

Red Bull Content Pool,Bartek Wolinski Handschlag zwischen Stéphane Tempier und Nino Schurter nach dem Rennen im letzten Jahr. Tempier setzte Schurter am Ende des Rennens noch einmal unter Druck, der Olympiasieger zollt ihm Respekt.

Gut möglich also, dass Annika Langvad mit ihrer oft fantastischen Form am Saisonbeginn in Albstadt erneut dominiert. Die Dänin hat sich in der Off-Season sogar in einigen Straßenrennen  gut geschlagen und dürfte die entsprechenden Körner haben, um in Albstadt die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Das ist allerdings auch bitter nötig, denn das Damenfeld ist stark wie nie: Emily Batty war im letzten Jahr verdammt schnell unterwegs, Jolanda Neff ebenso und Kate Courtney darf man als amtierende Weltmeisterin natürlich schon gar nicht außer Acht lassen.

Red Bull Content Pool,Bartek Wolinski Hier noch mit dem Kopf voraus in den Schlamm, am Ende der Saison Weltmeisterin. Kate Courtney hat 2018 einen Raketenstart hingelegt. Wo steht sie in diesem Jahr?

Übertragen wird der Worldcup wie immer auf Redbull.tv. Das Short-Track Rennen startet am heutigen Freitagnachmittag ab 17.20 Uhr, die Hauptrennen am Sonntag finden ab 11.00 Uhr (Damen) und 14.15 (Herren) statt.

Themen: AlbstadtAnnika LangvadCross Country RennenJolanda NeffNino SchurterWorldcup 2019


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