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Worldcup-Finale Méribel: Cross Country und Downhill

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 7 Jahren

Schurter holt sich den Sieg in Méribel, Fumic gelingt ein starker Dritter Platz. Absalon und Neff werden Gesamtsieger, Sam Hill und Rachel Atherton gewinnen im Downhill.

Worldcup Méribel: Cross Country

Herren: Absalon fährt als Zweiter den Gesamtsieg im Worldcup ein


Dass Nino Schurter im Moment in Topform ist, bezweifelt nach den beiden letzten Worldcup-Rennen wohl keiner mehr. Trotz eines Sturzes konnte der Schweizer die beiden letzten Rennen für sich entscheiden und fuhr nun auch beim Worldcup-Finale in Meribel (FRA) einen Sieg ein. Seinen dritten in Folge. Bereits in der ersten Abfahrt setzte er sich von seinen Verfolgern, allen voran Julien Absalon und Manuel Fumic, ab.
Aber der Gesamtführende Absalon entschied sich gegen eine wilde Verfolgungsjagd. Mit 210 Punkten Vorsprung auf Nino Schurter war er ins Rennen gegangen, ihm genügte deswegen ein 32. Platz um die Gesamtwertung des diesjährigen Worldcups für sich zu entscheiden. Eine andere Strategie verfolgte hingegen der drittplatzierte Manuel Fumic: Der Kirchheimer konnte sich über die letzten Rennen hin massiv steigern und war nun zum ersten Mal in diesem Jahr bei einem Worldcup-Rennen auf einem Fully – dem Scalpel 29 – unterwegs.

Victor Lucas Alleine vorneweg: Nino Schurter zeigte ein weiteres Mal seine Extraklasse – vor allem bei technischen Abfahrten.


So bot sich den Zuschauern in Meribel nicht nur ein Duell der Topathleten Fumic und Absalon, sondern auch ein Duell Hardtail gegen Fully. Fumic konnte im letzten Drittel des Rennes sogar in einer Abfahrt an Absalon vorbeigehen und zehn Sekunden Vorsprung herausfahren. Doch die Antritte des Franzosen an den Anstiegen waren zu viel für Fumic. Er musste Absalon schließlich ziehen lassen. Trotzdem: über einen dritten Platz in Méribel und einen vierten Platz in der Gesamtwertung konnte sich Fumic freuen. Es ist eines der besten Ergebnisse eines deutschen Rennfahrers im Cross Country seit den 90er-Jahren. Mit einem zweiten Platz in Méribel konnte Julien Absalon die Gesamtwertung des Worldcups klar für sich entscheiden, Zweiter in der Gesamtwertung wurde Nino Schurter. Wir sind gespannt was die Weltmeisterschaft Anfang September in Hafjell bringt.

Screenshot Der Endstand im Worldcup der Saison 2014.

Damen: Jolanda Neff dominiert in den Abfahrten und siegt


Ein Schatten lag über dem diesjährigen Finale der Damen in Méribel. Am Vortag war die 20-jährige Annefleur Kalvenhaar (Focus XC Team) bei der Qualifikation für den Cross Country-Eliminator schwer gestürzt und im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Die UCI verteilte Blumen, die die Fahrerinnen an ihre Startnummern hefteten, eine Schweigeminute vor dem Start ging vielen offensichtlich sehr nahe.


Doch der Startschuss fiel, das Rennen begann. Jolanda Neff preschte vorweg, keine konnte ihr folgen. Eine verständliche Strategie angesichts des großen Singletrail-Anteils schon zu Beginn des Rennens. Den Gesamtsieg hatte die junge Schweizerin zwar schon vorher sicher, doch bremsen ließ sie sich davon nicht. Ganz im Gegenteil: In den technischen Passagen der Strecke konnte sie immer wieder Zeit gutmachen und veranlasste den Kommentator mit ihren Fahrkünsten sogar zu dem euphorischen Ausruf „She is dancing over the rocks“ („Sie tanzt über die Felsen“). Eine Ehre, die bisher nur wenigen Fahrerinnen zu Teil wurde.


Dass sie in der letzten Abfahrt kurz strauchelte, konnte ihren Sieg nicht verhindern. Der Abstand zu ihren Verfolgerinnnen, Paulin Ferrand Prevot und Gunn Rita Dahle Flesjaa, war einfach zu groß. Neff überquerte die Ziellinie nach 1:36:19 mit der einen Hand auf dem Herz, der anderen gegen den Himmel gerichtet und erinnerte damit noch einmal an den tragischen Sturz der jungen Niederländerin. Zweite wurde Gunn Rita Dahle Flesjaa, Platz drei ging an Pauline Ferrand Prevot. Sabine Spitz (Haibike) kam das ganze Rennen über nicht richtig in Schwung und wurde am Ende 14.

Worldcup Méribel: Downhill

Herren: Sam Hill schlägt zum zweiten Mal zu


Zum ersten Mal wurde dieses Jahr das Finale des Downhill-Worldcups in Méribel ausgetragen. Und es war ein würdiges Finale. 2,1 Kilometer ist die Strecke lang, 550 Höhenmeter werden dabei vernichtet. Das Resultat; eine durchschnittliche Steigung von 26 Prozent. Méribel ist damit die steilste Downhillstrecke des diesjährigen Worldcups. Das wurde auch Johannes Fischbach zum Verhängnis, der in der Quali auf einem Steilstück schwer stürzte. Das Terrain ist dabei zum großen Teil natürlich. Insbesondere der Mittelteil der Strecke mit vielen Wurzeln und Steinen verlangte nach einem extrem technischen Fahrstil.

Sven Martin Sam Hill meisterte die steilste DH-Strecke des Worldcups am schnellsten.


Zunächst kann sich der Österreicher Markus Pekoll lange im Hot Seat halten. Große Namen wie Greg Minaar, Troy Brosnan oder Brendan Fairclough bissen sich an seiner Zeit die Zähne aus. Erst Gee Atherton knackte die Zeit des Österreichers und vertrieb Pekoll aus dem Hot Seat. Es folgten neben anderen auch Aaron Gwin und Danny Hart, doch beide verloren trotz starken Fahrstils Zeit auf Atherton. Doch Sam Hill bewies noch größere technische Raffinesse und konnte noch über eine Sekunde auf Atherton gutmachen. Gefährlich wurde es für den Australier dann nur noch als Josh Bryceland und Matthew Simmonds die Strecke in Meribel hinunterfegten. Aber beide lagen am Ende hinter Sam Hill, der seinen zweiten Saisonsieg einfuhr. Josh Bryceland gewinnt damit die Gesamtwertung. Zweiter wird Aaron Gwin, Dritter Troy Brosnan.

Ghost Johannes Fischbach hatte in Meribel wieder Pech. Er stürzte im Training und brach sich eine Rippe.

Wieder einmal Pech hatte der deutsche DH-Meister Johannes Fischbach (Ghost). Nach seinem Trainingssturz lautete die Diagnose im Krankenhaus: Rippe angebrochen und ein überdehntes Innenband am linken Knie. Doch "Fischi" wollte sich auf keinen Fall geschlagen geben, startete mit Schmerztabletten beim Qualifikationslauf und konnte sich als 47. qualifizieren. Im Finale hatte Fischbach bereits nach ca. 30 Sekunden einen technischen Defekt und konnte nicht mehr voll weiter fahren. Am Ende reichte es für Platz 73.

Damen: Rachel Athertons siegt mit drei Sekunden Vorsprung


Bei den Damen legt zunächst Tracey Hannah die beste Zeit vor und besetzte lange den Hot Seat. Doch Emmeline Ragot war in Topform und konnte Hannah fast neun Sekunden abnehmen. Auch Manon Carpenter schien heute in guter Form zu sein. Sie fuhr saubere und schnelle Linien, doch an die Zeit der Französin konnte sie nicht knacken. Etwa zweieinhalb Sekunden trennten die beiden im Ziel. Aber auch Emmeline Ragot musste den Hot Seat wieder verlassen, nachdem Rachel Atherton durch das Ziel gerauscht war. Über drei grüne Sekunden standen auf der Anzeigetafel.

Sven Martin Große Bühne für die Worldcup-Finals: Méribel in den französischen Alpen.


Am Ende lautete die Reihenfolge in Méribel also Rachel Atherton, Emmeline Ragot und Manon Carpenter. Der Gesamtsieg geht damit an Manon Carpenter, Rachel Atherton sichert sich knapp den zweiten Platz, der dritte geht an Emmeline Ragot. Auch hier wird die Weltmeisterschaft in Norwegen vom 2.-7. September definitiv sehenswert.

Themen: 2014AbsalonCross CountryDownhillFrankreichFumicMéribelRaceschurterWorldcup


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