Das regelt das neue Wegerecht für Biker Das regelt das neue Wegerecht für Biker Das regelt das neue Wegerecht für Biker

Wegerecht für Mountainbiker: Teilerfolg für die DIMB

Das regelt das neue Wegerecht für Biker

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 2 Jahren

Auf welchen Wegen dürfen Biker in Deutschland fahren? Eine Frage, die jedes Bundesland anders regelt. Nun meldet die DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike e.V.) einen Teilerfolg aus Berlin.

Wer darf eigentlich was im deutschen Wald? Das aktuelle Bundeswaldgesetz stammt aus den 1970er-Jahren und besagt: Das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken ist generell erlaubt. Da in den letzten Jahren aber immer mehr Erholungssuchende, zum Beispiel Mountainbiker, den Wald aufsuchen, fordern Grundbesitzer immer vernehmlicher eine Reform des Gesetzes und eine Vereinheitlichung auf Bundesebene.

So rief das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im September 2017 die Bundesplattform "Wald – Sport, Erholung, Gesundheit" (kurz: WaSEG) ins Leben. Darin berieten Vertreter aus den Bereichen Forst, Jagd, Naturschutz, Verwaltung, Wandern und Sport in verschiedenen Arbeitsgruppen über Lösungsansätze für eine Gesetzesreform. Der darin festgehaltene, gemeinsame Konsens für Mountainbiker lautet: "Bund und Länder schreiben sinngemäß vor, dass Radfahren in der freien Landschaft einschließlich Wald auf Straßen und auf geeigneten Wegen gestattet ist. Grundsätzlich geeignet sind Wege in festem Zustand." Und weiter heißt es: "Die Fahrweise und Geschwindigkeit müssen den örtlichen Wege-, Sicht- und Nutzungsverhältnissen angepasst sein, sodass niemand beeinträchtigt oder gefährdet wird und die Wege nicht beschädigt werden." Das "Eckpunktepapier" wurde von allen Beteiligten unterschrieben und im Juni 2019 an die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergeben. Eine offizielle Reaktion steht noch aus.


Heiko Mittelstädt, DIMB:

Das Land Thüringen hat sein Befahrungsrecht für Biker bereits von "befestigte" auf "feste" Wege gelockert. Das Eckpunkte­papier gibt uns eine gute Diskussionsgrundlage, auch für andere Regionen.

David Karg Heiko Mittelstädt, DIMB


DAV: "Es fehlt an Aufklärung!"


Drei Jahre hat der DAV, um ein exemplarisches Bike-Konzept für die Regionen Oberallgäu und Bad Tölz–Wolfratshausen zu erarbeiten. Ein Jahr ist rum. Frage an den DAV-Bike-Beauftragten Nico Gareis: Wie geht’s voran?


BIKE: Nach einem Jahr mit großem MTB-Fachsymposium, Ortsbegehungen, Biker-Zählungen und Runden Tischen: Wie kommt Ihr voran?
Nicolas GAREIS: Grundsätzlich freut es uns natürlich sehr, dass das Interesse am Thema Mountainbike groß ist und wir viele engagierte Teilnehmer an unseren Runden Tischen sitzen haben. Wir kennen jetzt die Wünsche, Ideen und Erwartungshaltungen an unser Projekt. Doch offenbar haben wir noch nicht ganz erfolgreich kommuniziert, worum es uns geht: Unser Projekt bezieht sich ja in Teilen auf eine Machbarkeitsstudie zur Lenkung der Biker, die der Landkreis Bad Tölz beim Alpenforschungsinstitut in Auftrag gegeben hat. Und das war selbst einigen Teilnehmern in Bad Tölz gar nicht klar.


Dort hat man gehofft, es ginge nicht um die Erstellung eines zukunftsweisenden MTB-Konzepts, sondern einfach um Verbote?
Ja, so in der Art. Oder, dass es unser Ziel sei, einfach nur eine bestimmte Anzahl an zulässigen Singletrails auszuweisen, und das war’s dann. Dabei ist eine sinnvolle Lenkung ja ein viel komplexeres Thema.


An welchen Punkten hakt die Diskussion denn am meisten?
Ein Punkt, der immer wieder aufflammt, ist die Frage nach "Haftung und Recht". Gerade unter den Grundstückseigentümern. Deshalb wird sich auch unser nächster Runder Tisch Ende November damit beschäftigen. Diese Aufklärungsarbeit kostet uns natürlich viel Zeit, aber sie ist extrem wichtig. Sonst besteht die Gefahr, dass man sich im Kreis dreht und am Ende in Halbwahrheiten verstrickt.


Was sind Eure nächsten Schritte?
Wir arbeiten gerade an einem Leitfaden, der alle bisher gestellten Fragen aufgreift und Klarheit schaffen soll. Damit können unsere oft wechselnden Gesprächspartner leichter auf dem aktuellen Stand sein. Und dann werden wir demnächst in beiden Pilot-Regionen gemeinsam Trails auswählen, die von ihrer Beschaffenheit und Frequentierung her uneingeschränkt zum Befahren geeignet sind.

Alpenverein Nico Gareis, DAV-Bike-Beauftragter



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