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Wahl zur Mountainbike Hall of Fame 2018

Wer schafft es in die Ruhmeshalle des MTB-Sports?

Adrian Kaether am 27.06.2018

Die Mountainbike Hall of Fame ist eine lebendige Chronik unseres Sports. Jedes Jahr werden vier weitere Charaktere aufgenommen, nominiert werden kann jeder, der sich um den Sport verdient gemacht hat.

Die Mountainbike Hall of Fame ist das größte Stück Mountainbike-Geschichte, das man sich auf einem so kleinen Fleckchen Erde nur vorstellen kann. Als Teil des Marin Museum of Cycling in Kalifornien werden hier die größten Legenden unseres Sports geehrt, die zur Entstehung des modernen Mountainbikens beigetragen haben – egal ob Rennfahrer, Konstrukteur, Journalist oder Szenen-Guru.

Jetzt ist die Zeit der Wahl wieder gekommen, nach der Nominierungsphase, die bis zum 15. April lief, hat die Jury nun die Kandidaten ausgewählt. Ausschlaggebend für die Qualifikation zur Wahl war am Ende die Anzahl der Nominierungen und die Entscheidung der Jury. Bisher standen bereits sechs Kandidaten fest, die es in vergangen Jahren noch nicht geschafft hatten, aufgenommen zu werden. Außerdem gibt es in diesem Jahr noch drei neue Kandidaten. Wir stellen sie hier kurz vor.

Bisherige Kandidaten für 2018

Sechs Kandidaten standen für dieses Jahr schon sicher zur Wahl, die die Aufnahme in die Mountainbike Hall of Fame alle verdient hätten. Unter anderem Freeride-Pionier Josh Bender, sozusagen einer der Erfinder des Freeridens und Begründer der "Freerider WM", der Rampage in Utah und Ken Chlouber, der Erfinder des amerikanischen Ulta-Marathons "Leadville 100".

Bender/Chlouber

Freeridepionier Josh Bender und Ben Chlouber, der Erfinder des Leadville 100. Josh Bender (oben) steht dieses Jahr zum letzten Mal zur Wahl. Verdient hätte er die Aufnahme in die Hall of Fame aber sicherlich.

Stan Koziatek und Steve Peat

Aus dem Vorjahr werden vier Kandidaten in die Wahl zur Mountainbike Hall of Fame aufgenommen, die es teils auf für uns unerklärliche Weise noch nicht bis zur Aufnahme geschafft haben. Darunter sind Tubeless-Erfinder Stan Koziatek – sein Name findet sich auf allen "Stans"-Felgen und der bekannten Dichtflüssigkeit – sowie Downhill- und Party-Legende Steve Peat.

Peat/Bonazzi

Steve Peat (links) stand 2017 schon zur Wahl, erhielt aber nicht genügend Stimmen. Im Gegensatz zu Giovanna Bonazzi (rechts). Die italienische Downhill-Fahrerin ermutigte seit Beginn der 90er nicht nur viele Frauen, sich auf (Downhill-)Bikes zu setzen. Sie half auch dabei, die amerikanische und europäische Gravity-Szene zu vereinen. Seit 2017 ist sie Mitglied der Mountainbike Hall of Fame.

Tim Neenan, ein Rahmenbauer aus Santa Cruz, der Mike Sinyard die entscheidenden Ideen für das erste Specialized Stumpjumper lieferte (hier zum Urahn, hier zum aktuellen Bike), das sozusagen erste in moderner Massenproduktion hergestellte Mountainbike überhaupt. Tim Manley und Steve Behr, zwei Pioniere des Mountainbike-Journalismus vom Magazin "Mountain Biking UK" stehen, wie im letzten Jahr, ebenfalls wieder zur Wahl.

Foes, Koziatek, Norstad, Neenan, Behr&Manley

Rahmenschweißer Brent Foes, Titanspezialist Mark Norstad (oben links und mitte) wurden letztes Jahr schon aufgenommen. Tubeless-Erfinder Koziatek (oben rechts), Tim Neenan, und das Journalisten-Fotografen Duo Steve Beehr und Tym Manley (unten von links) stehen 2018 wieder zur Wahl.

Die Kennett-Brüder und Derek Westerlund: Neue Kandidaten für 2018

Außerdem stehen in diesem Jahr noch zwei neue Kandidaten zur Wahl, oder besser gesagt drei. Die Brüder Paul und Simon Kennett stehen wie niemand sonst für das Mountainbiken in Neuseeland. In aberwitzigen Pionierleistungen organisierten sie kurze und sehr lange Rennen, sorgten für legale Trails und begründeten damit die Szene in Neuseeland, so wie wir sie heute kennen.

Der zweite Kandidat ist Derek Westerlund. Noch nie gehört? Kein Wunder. Der Mann hinter monumentalen Mountainbike-Kultfilmen wie "New World Disorder" oder "Where the Trail ends" blieb meistens hinter der Kamera. Dennoch ist das Freeriden so wie wir es heute kennen unter anderem auch dem Image zu verdanken, das seine Filme zu uns nach Hause auf den Fernseher gebracht haben. Auch er also wahrlich ein würdiger Kandidat für die Mountainbike Hall of Fame.

Jetzt fehlt nur noch die Wahl, und die haben wir alle in der Hand. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man sich auf der Website der Mountain Bike Hall of Fame registriert, der Prozess kostet einmalig sieben Dollar, die natürlich dem Marin Museum of Cycling und der Mountainbike Hall of Fame zugute kommen. Alle Informationen zur Wahl und zur Registrierung finden sie auch auf der Website des Marin Museums of Cycling.

Adrian Kaether am 27.06.2018