Vorschau „Sky is the Limit“ in Ladakh

BIKE beim höchsten MTB-Rennen der Welt

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 5 Jahren

Höher geht es nicht! Beim neuen „Sky is the Limit“-Rennen in der indischen Himalaya-Region Ladakh müssen gleich drei 5000er bezwungen werden. BIKE-Reporter Henri Lesewitz ist dabei.

Dicke Beine, dünne Luft: Abenteuer-Rennen boomen, doch keines ist so himmelnah wie das neue Sky is the Limit in Ladakh (6. bis 11. Juli 2015). Bisher galt das Yak Attack in Nepal, das über den 5416 Meter hohen Thorong La-Pass führt, als höchstes Mountainbike-Rennen der Welt. Beim Rennen in Ladakh müssen gleich drei 5000er-Pässe bezwungen werden. Darunter der 5602 Meter hohe Khardung La, der als höchster befahrbarer Pass der Welt gilt. Und das ist auch der größte Unterschied zum Yak Attack in Nepal, bei dem das Bike auch mal geschultert werden muss: Die 510 Kilometer lange Strecke des Sky is the Limit ist komplett fahrbar. Der Großteil der sechs Etappen führt über grobe Schotterpisten.

Beeindruckende Kulisse: terrassenförmige Siedlungen vor schneebedeckten Himalaya-Giganten.

Ladakh ist eine indische Region im indischen Teil des Himalaya. Das Gebiet ist buddhistisch geprägt und wird auch "Little Tibet" genannt. Während die heftigen Erdbeben im April und im Mai in Nepal schlimme Schäden angerichtet haben, blieb Ladakh weitgehend verschont. Start und Ziel des Rennens ist in der Hauptstadt Leh. Zu den knapp 30 Fahrern, die sich zur Premiere des Rennens an den Start wagen, zählt auch Marathon-Ass Thomas Dietsch aus Frankreich. Und auch BIKE-Reporter Henri Lesewitz ist dabei, um hautnah vom Höhenmeter-Wahnsinn zu berichten. Seit fast zwei Jahrzehnten ist Lesewitz bei den krassesten Abenteuer-Rennen der Welt dabei.  Auch das Yak Attack hat er bereits bezwungen. Er kennt die Tücken von "Outback-Marathons" wie kaum ein anderer. Auch in Ladakh werden die Fahrer nicht nur mit Kilometern und Anstiegen zu kämpfen haben, sondern mit dem Drumherum.

Schwierigkeit Nummer eins: die Höhenluft

"Ab 4000 Höhenmetern wird jede Kurbelumdrehung zur Anstrengung. Man fühlt sich, als wäre man von einer fiesen Grippe geschwächt. Bei jeder schnellen Bewegung schnellt der Puls nach oben. Selbst im Bett rast das Herz. Man hat ständig Kopfschmerzen. Dazu kommt permanente Angst vor einer Thrombose oder einer Lungen-Embolie", beschreibt es Lesewitz. Die einzige Möglichkeit, nicht zu arg in den roten Bereich zu gehen: Viel trinken und so fahren, als wäre man bei einer Tour unterwegs und nicht bei einem Rennen. Ab 3000 Metern Höhe erholt sich der Körper kaum noch, selbst im Bett. Auch das Klima wird an den Kräften zehren. Tagsüber heizen sich die Temperaturen auf bis zu dreißig Grad auf, um nach Sonnenaufgang auf klirrende zwei, bis drei Grad zu fallen. Was die Regeneration der Fahrer zusätzlich erschwert, denn übernachtet wird in Zelten. Strikt zu achten ist auch auf Hygiene. Das Risiko einer Magen-Darm-Infektion ist groß. Getrunken wird am besten nur maschinell verpacktes Wasser. Sobald der geringste Zweifel an der Reinheit besteht, wird das Wasser vor dem Trinken mit Tabletten entkeimt. Dafür entschädigt eine beeindruckende Achttausender-Kulisse für die Strapaze.

In eisigen Höhen: Bisher galt das Yak Attack in Nepal als höchstes Rennen der Welt. Das Rennen in Ladakh führt die Fahrer 200 Meter höher – allerdings auf gut fahrbaren Schotterpisten.

Organisiert wird das Rennen vom italienischen Himalaya-Reiseveranstalter Wheels Without Border in Zusammenarbeit mit der Tourismusbehörde von Ladakh. Start und Ziel ist in der Hauptstadt Leh. Der finale Anstieg zum 5602 Meter hohen Khardung La-Pass, immerhin knapp 50 Kilometer lang, wird als Einzelzeitfahren ausgetragen.

Gebetsfahnen und imposante Tempel: Die indische Region Ladakh ist buddhistisch geprägt und wird auch "Klein Tibet" genannt.

Biker spenden für Erdbeben-Betroffene in Nepal

Übrigens: Vom Erbeben in Nepal war die Region rund um das Annapurna-Massiv besonders schwer betroffen, über das die Strecke des Yak Attack führt. Viele der nepalesischen Mountainbiker, die meist auch als Guide arbeiten, kommen aus der Region. Die Katastrophe hat ihnen die Lebensgrundlage zerstört. Biker des National-Teams starteten umgehend eine Hilfsaktion, um Medikamente und Nahrungsmittel in die abgeschnittenen Dörfer zu bringen. Daraus entstand die Aktion NCRR, Nepal Cyclists Ride to Rescue, die inzwischen den Wiederaufbau unterstützt und auch Geld für sieben neue, erdbebensichere Schulen sammelt. Wer spenden möchte, findet hier alle Informationen: ncrr.beagoodone.org

Informationen zum Sky is the Limit in Ladakh gibt es auf www.mountainbike-wwb.com

Reporter Henri Lesewitz wird, soweit es die technischen Möglichkeiten vor Ort zulassen, regelmäßig von den Etappen berichten. Die große Reportage gibt es dann in einer der nächsten BIKE-Ausgaben.

Matsch, Regen, Schnee, völlig egal: Wenn es knackig wird, ist Reporter Henri Lesewitz in seinem Element.

Gehört zur Artikelstrecke:

Sky is the Limit – das höchste MTB-Rennen der Welt


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Themen: Henri LesewitzLadakhMountainbike-RennenSky is the Limit


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