Französischer Dreifachsieg – Neff wieder in Form Französischer Dreifachsieg – Neff wieder in Form Französischer Dreifachsieg – Neff wieder in Form

UCI MTB Worldcup #3 La Bresse: Rennbericht

Französischer Dreifachsieg – Neff wieder in Form

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Es ist Worldcup-Sieg Nr. 31 für Julien Absalon, Pech in La Bresse hatte dagegen Nino Schurter. Jolanda Neff konnte endlich wieder im Worldcup starten und ließ sich den Sieg nicht vermasseln.

Beim MTB-Worldcup 2016 war Jolanda Neff bis jetzt schwer vom Pech verfolgt. Mit Rücksicht auf das olympische Jahr entschied sie sich gegen eine Teilnahme am ersten Worldcup in Cairns zugunsten eines besseren Trainings und ersparte sich damit den Jetlag. Damit hatte sie keine Chance um den Sieg mitzufahren, den in Cairns Annika Langvad holte. Sicherlich ist der jungen Schweizerin diese Entscheidung nicht leichtgefallen, doch umso motivierter war sie im Hinblick auf den zweiten Worldcup-Stopp in Albstadt, der für sie den Beginn der WC-Saison markieren sollte. Natürlich sollte in Albstadt ein Sieg her, um ein Statement für den weiteren Saisonverlauf und Olympia zu setzen.

In der Woche vor dem Rennen in Albstadt dann ein massiver Dämpfer: Jolanda Neff wurde krank, an einen Start war nicht zu denken – auch wenn ihr Team Stöckli und Manager Ralph Näf bis zuletzt hoffte und erst Minuten vor dem Startschuss Neffs Startverzicht bekanntgab. Auch hier ging der Sieg an Annika Langvad, die in Albstadt mit großem Vorsprung den Sieg sicher nach Hause fuhr.

Red Bull Content Pool Für Annika Langvad war es ein hartes Rennen. Ihre Erkältung begrenzte die Leistungsfähigkeit, ein Sturz kostete sie viel Motivation.

Langvad erkältet, Neff bis zum Äußersten motiviert

Für La Bresse tauschten Langvad und Neff dann die Rollen. Während Langvad (Specialized) mit einer Erkältung erst verspätet mit dem Training auf der Strecke beginnen konnte und dadurch keine allzu hohen Erwartung an das Rennwochenende in den Vogesen hatte, war Jolanda Neff (Stöckli) sichtlich bis zum Äußersten motiviert. Auf Nachfrage schätzte sie selbst ihre eigene Form auf 93 Prozent der Maximalleistung ein. Nur die genaue Kommastelle blieb sie in diesem Fall schuldig! Kurz vor dem Start strahlte Neff wie ein kleines Kind über das ganze Gesicht, konnte ihre Freude über den langersehnten Start nur mühsam verbergen. Ihr Adrenalinpegel war selbst bei der Red Bull TV-Übertragung noch spürbar.

Red Bull Content Pool Emily Batty schlug sich gut im Duell mit Jolanda Neff. Sie lag am Ende auf Platz drei.

Der Startschuss fiel und noch vor dem Ende der Zielgeraden hatte Neff ihre ganze Euphorie und Begeisterung in Vortrieb umgewandelt. Von der dritten Reihe an die Spitze des Feldes in kaum 100 Metern! Obwohl Neff ihr Pech erhalten blieb und sie durch einen Platten und einen gefährlichen Sturz über den Lenker ausgebremst wurde, konnte das den Sieg der Schweizerin nicht verhindern. Klasse bewiesen auch die beiden Kanadierinnen Catharine Pendrel (Orbea) und Emily Batty (Trek). Batty lag lange stabil auf der zweiten Position – nach Sturz und Platten bei Neff lagen sie sogar gleichauf und lieferten sich ein heißes Duell. Batty musste jedoch nachgeben und verlor den zweiten Rang schließlich noch an eine extrem starke Catharine Pendrel, die sich im Laufe des Rennens immer weiter nach vorne arbeiten konnte.

Red Bull Content Pool Sicher ein sehr emotionaler Sieg für Jolanda Neff in La Bresse. Hier mit Maja Wlosczczowska, die ihr gratuliert.

Adelheid Morath auf Rang 7 beste Deutsche

Die beste deutsche Platzierung fuhr Adelheid Morath (BH-Sr Suntour-KMC) ein, die auf dem technischen Kurs von La Bresse auf den siebten Platz fuhr, Helen Grobert (Ghost) landete auf Platz 11. Weniger erfreulich lief dagegen das Rennen für Sabine Spitz und Elisabeth Brandau (EBE Racing), die sich mit Platz 30 und 46 zufriedengeben mussten. Damit liegt es nun an der Entscheidung von Bundestrainer Peter Schaupp und des BDR, welche zwei von den vier Damen nach Rio zu Olympia fahren dürfen.

Schurter vom Pech verfolgt

Red Bull Content Pool Nino Schurter vor Julien Absalon auf einem der rutschigsten Teile der Strecke in La Bresse.

Die größte Neuerung im Männerrennen war sicher das neue Bike und Laufradformat des Schweizer Bike-Asses Nino Schurter (Scott Odlo). Schon sehr lange war Schurter auf seinem unverschämt leichten Scott Spark mit 27,5-Zoll-Laufrädern unterwegs. In La Bresse rollte er zum ersten Mal mit einem neuen Scott-Fully in 29 Zoll an – eine vielleicht verfrühte Neuerung, wie sich im Rennen herausstellen sollte. Doch der Favorit für La Bresse war eher Julien Absalon (BMC), der vor den Fans in seiner Heimat, die zu Tausenden an der Strecke erschienen waren, endlich wieder einen Sieg holen wollte – der letzte Worldcup-Sieg war ihm 2015 in Albstadt gelungen.

Über den Winter hatte Absalon nicht nur an seiner Fitness, sondern auch an seiner Fahrtechnik gefeilt. Die neue Vario-Sattelstütze tat ihr übriges. Und auch in La Bresse zeigte sich wieder: Das Kräfteverhältnis hat sich verschoben. Denn in den Abfahrten, wo Schurter früher die Nase eindeutig vorne hatte, war Absalon in La Bresse mindestens genauso schnell. So zeichnete sich wieder das übliche Duell ab, doch ein platter Reifen warf Schurter zurück. Er verlor wertvolle Sekunden und musste sich auf Platz sechs wieder einordnen. In der Folge kämpfte sich Schurter nach vorne, doch dann warf ihn ein zweiter Platte erneut zurück. Ein frustrierendes Rennen für den Schweizer, das er dennoch auf einem respektablen vierten Platz beendete.

Red Bull Content Pool Victor Koretzky konnte in La Bresse sein erstes Worldcup-Podium überhaupt einfahren. Sicher werden einige weitere folgen.

Französischer Dreifachsieg

Der Mann des Tages hieß jedoch Julien Absalon. Nach Schurters Platten zog er völlig unangefochten seine Bahnen auf der Strecke von La Bresse und setzte sich nicht nur in den Anstiegen, sondern auch in den Abfahrten von der Konkurrenz ab. Stark zeigte sich auch Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC), der nach einem schlechten Start das Feld von hinten aufrollte und sich bis auf Platz zwei vorkämpfte. Er steht damit nun bereits zum dritten Mal in dieser Saison auf dem Worldcup-Podium, ganz anders als sein Teamkollege Victor Koretzky. Der junge Franzose vom BH-Sr Suntour-KMC-Team schlug sich beim Heim-Worldcup grandios und konnte seinen dritten Platz in der letzten Runde trotz eines geringen Reifendrucks im Hinterreifen gegen Schurter verteidigen. Mit ihm wird man in Zukunft rechnen müssen.

Red Bull Content Pool Jaroslav Kulhavy holte in La Bresse Platz fünf. Sein gebrochenes Handgelenk scheint ihn nicht mehr sehr zu behindern, obwohl er noch vor einer Woche das Abklatschen mit den Zuschauern an der Zielgeraden in Albstadt abbrechen musste.

Red Bull Content Pool Julien Absalon feiert seinen Sieg mit seinem Nachwuchs – der etwas verstört über Papas gesprenkeltes Äußeres ist.

Die deutschen Fahrer schlugen sich in La Bresse nicht gut und fuhren auf Plätze jenseits der 50. Einzige Ausnahme: Manuel Fumic (Cannondale). Nach den zwei enttäuschenden Worldcup-Rennen in Cairns und Albstadt konnte sich der Kirchheimer wieder steigern und beendete das Rennen auf Platz 13. Die Formkurve zeigt also nach oben. Sollte sich vergangenes Jahr wiederholen, könnte Fumic sich weiter steigen und dann im August in Rio wie letztes Jahr in Windham auf Platz drei fahren. Dann sieht die Prognose für Olympia aus deutscher Sicht vielleicht doch wieder etwas besser aus.

Die Gesamtergebnisse von La Bresse finden sie auf der Website der UCI
hier klicken .

Themen: Cross CountryCross-CountryJolanda NeffJulien AbsalonNino SchurterRennenUCI WorldcupVogesenWordcup


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