26. Worldcup-Stopp im Mountainbike-Mekka 26. Worldcup-Stopp im Mountainbike-Mekka 26. Worldcup-Stopp im Mountainbike-Mekka

UCI MTB Worldcup 2016 Mont-Sainte-Anne: Vorschau

26. Worldcup-Stopp im Mountainbike-Mekka

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Seit 1991 macht der MTB-Worldcup in Mont-Sainte-Anne Halt. Schurter, Neff und Kulhavy fehlen im Cross Country, im Downhill ist Weltmeister Loic Bruni nach seiner Verletzung wieder am Start.

Kanada. Während das riesige Land in Nordamerika vor 20 Jahren eigentlich nur für Bären, Bäume und Ahornsirup bekannt war, ist Kanada bis heute zu einem Sehnsuchtsort für Mountainbiker aus aller Welt geworden. Nicht zu unrecht, denn neben dem berühmtesten Bikepark der Welt und einem Trailnetzwerk, das seinesgleichen sucht, war das Land auch die Geburtsstätte des Freeridens und hat damit den MTB-Sport maßgeblich geprägt. Es liegt also nahe, dass bei einer solchen Historie nicht nur ein Downhill-, sondern auch ein Cross-Country-Worldcup in Kanada ausgetragen wird – und das seit 1991 in Mont-Sainte-Anne , einem Skiort in der Provinz Québec.

Sven Martin Auf der DH-Strecke wurde eine Gedenktafel für Stevie Smith angebracht. Smith gewann 2013 den Worldcup in seiner kanadischen Heimat.

Downhill: Loic Bruni mit zweitbester Trainingszeit

Beide Bewerbe sind Rennen der Superlative. Auf ihre ganz eigene Art. Die Downhill-Piste ist nicht nur eine der längsten Strecken im Worldcup-Kalender überhaupt, sondern bietet auch noch extremen Topspeed, der sich mit den technischsten und furchteinflößendsten Rockgardens und fettesten Sprüngen abwechselt. Selbst die Weltelite des Downhill-Mountainbikens kommt hier physisch wie psychisch an ihre Grenzen und trotzdem – oder wahrscheinlich gerade deswegen – gehört die Strecke zu den absoluten Lieblingsstrecken der Athleten.

Red Bull Content Pool Schlamm machte die schwierige Strecke in Mont-Sainte-Anne noch anspruchsvoller. Aber "Ratboy" konnte das 2015 nicht aufhalten.

Red Bull Content Pool Aaron Gwin auf dem riesigen Felsen in Mont-Sainte-Anne. Vor allem ein mentales Hindernis.

Letztes Jahr fand Josh Bryceland alias "Ratboy" in Mont-Sainte-Anne nach einer durchwachsenen Saison wieder den Weg auf das oberste Treppchen des Podiums. Dieses Jahr sollte man allein schon deswegen mit ihm rechnen. Außerdem steht natürlich der Gesamtführende Aaron Gwin als Topfavorit am Start. Doch der Amerikaner wird sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen können. Mit „Langstreckenspezialist“ Greg Minnaar ist auf solchen Tracks immer zu rechnen. Außerdem steht Weltmeister Loic Bruni nach seiner langen Verletzungspause endlich wieder im Startblock und zeigte mit der zweiten Trainingszeit gleich mal, dass er zurück ist.

Bei den Damen gilt es Rachel Atherton vom Thron zu stoßen. Keine leichte Aufgabe, denn die Fitness der Britin ist eine ihrer großen Stärken, die sie ganz besonders auf langen Strecken wie Mont-Sainte-Anne immer wieder ausspielen kann. Doch bereits beim letzten Worldcup in Lenzerheide schrammte Tahnee Seagrave nur um eine halbe Sekunde am Sieg vorbei. Außerdem wird Myriam Nicole in Mont-Sainte-Anne nach ihrem Schlüsselbeinbruch endlich wieder 100 Prozent geben können. Rechnen kann man natürlich auch mit Tracey Hannah und Manon Carpenter, als Geheimtipp gilt die Kanadierin Miranda Miller. Sie wurde dieses Jahr Dritte in Leogang und schon vergangenes Jahr kämpfte sie sich in Mont-Sainte-Anne auf Platz fünf.

Red Bull Content Pool Myriam Nicole feierte 2015 ein eindrucksvolles Comeback. Sie sicherte sich den dritten Platz.

Cross Country: Neff, Kulhavy und Schurter fehlen

Ein wenig wie in den Klassenzimmern am letzten Tag vor den Ferien könnte es im Cross-Country aussehen. Denn es steht zwar nicht der Urlaub, dafür aber das wichtigste Cross-Country-Rennen der nächsten vier Jahre bevor: Olympia. Deswegen haben sich einige Top-Athleten entscheiden, den Worldcup in Mont-Sainte-Anne sausen zu lassen und lieber schon nach Rio zu fliegen, um zu trainieren und sich an das Klima zu gewöhnen. Jolanda Neff und Pauline Prevot-Ferrand fehlen, weil sie beim Straßenrennen in Rio an den Start gehen. Nino Schurter und Jaroslav Kulhavy bereiten sich penibelst auf das Olympia-Rennen in Deodoro vor und lassen deshalb den Worldcup-Stopp aus.

Red Bull Content Pool Julien Absalon (links) und Nino Schurter in ihrem Kampf um den Sieg vergangenes Jahr.

Doch auch wenn einige Athleten fehlen werden: Mont-Sainte-Anne ist immer ein Highlight. Zwar macht der Kurs mit vier Kilometern Länge und weniger als 100 Höhenmetern auf dem Papier nicht viel her, doch die haben's dafür in sich. Auf kurze, aber extrem steile Anstiege folgen die technischsten Abfahrten des gesamten Worldcup-Kalenders. Geliebt und gefürchtet zugleich: La Beatrice. Selbst die Chicken-Line ist hier nur was für absolute Profis, lediglich Abfahrtspezialisten wie Nino Schurter oder Jolanda Neff gehen das Risiko der schnellen und direkten, aber gefährlichsten Linie ein.

Die Favoriten

Womit wir auch schon bei den Favoriten wären. Bei den Männern kann man mit Julien Absalon rechnen. Dahinter folgt der junge, aber in dieser Saison äußerst erfolgreiche Maxime Marotte und sein Landsmann Stephane Tempier, der hier bereits letztes Jahr auf Platz fünf fuhr. Die besten Chancen aus deutscher Sicht haben Manuel Fumic und Moritz Milatz sowie Georg Egger und Ben Zwiehoff in der U23.

Red Bull Content Pool Gunn-Rita Dahle-Flesja in den Steinfeldern von Mont-Sainte-Anne.

Bei den Damen gibt es sogar ein Favoritentrio: Weltmeisterin Annika Langvad fährt die beste Cross-Country-Saison ihres Lebens und muss niemandem mehr etwas beweisen. Auch auf die beiden Kanadierinnen Emily Batty und Catherine Pendrel sollte man achten, da sie sicher vor heimischem Publikum etwas reißen wollen. Und schließlich ist da noch Jenny Rissveds. Die junge Schwedin fuhr die heftigsten Attacken in dieser Saison und zeigte damit, dass sie absolut siegeshungrig ist. Ihr schier unermüdlicher Eifer wurde beim letzten Worldcup in Lenzerheide erstmals mit einem Sieg in der Elite-Kategorie belohnt. Gute Chancen hat auch Sabine Spitz, die sich mit einem guten Ergebnis so viele UCI-Punkte wie möglich sichern will, um in Rio ganz weit vorne in der Startaufstellung zu stehen. Helen Grobert, Adelheid Morath und Elisabeth Brandau können sich zumindest in die Top 10 vorkämpfen.

Der Worldcup ist live im Internet auf Red Bull TV zu sehen
Link.
 Die Übertragung des Downhill-Worldcups beginnt am Samstag, den 6. August um 20:30 Uhr, die Cross-Country-Bewerbe werden am Sonntag, den 7. August um 17:00 und um 20:00 Uhr übertragen.

Themen: Aaron GwinCross CountryDownhillKanadaMont Sainte AnneNino SchurterRennenUCI WorldcupWorldcup


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