UCI Mountainbike Weltcup 2013: Auftakt in Albstadt UCI Mountainbike Weltcup 2013: Auftakt in Albstadt UCI Mountainbike Weltcup 2013: Auftakt in Albstadt

UCI Mountainbike Weltcup 2013: Auftakt in Albstadt

  • Sebastian Brust
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 • Publiziert vor 8 Jahren

Albstadt fiebert seiner Weltcup-Premiere entgegen und gleichzeitig dem ersten Showdown der besten Mountainbiker der Welt in der Saison 2013. Wird Manuel Fumic bei den Herren in die Auseinandersetzung der „Großen Drei” eingreifen können? Bei den Damen versuchen Sabine Spitz und Adelheid Morath möglichst weit vorne mitzumischen.

Die Mountainbike-Welt blickt extrem gespannt auf den UCI Weltcup vom 16. bis 19. Mai in Albstadt, dem einzigen in Deutschland. Mehr als acht Monate sind vergangen, seit die komplette Weltelite bei den Weltmeisterschaften in Saalfelden (AUT) zum letzten Mal aufeinander traf. Seither galt alle Vorbereitung dem Weltcup-Auftakt. Der findet auf einem neu gestalteten 4,2 Kilometer langen Kurs mit 190 Höhenmetern statt. „Der härteste im Weltcup”, urteilten viele Fahrer nach Trainingseindrücken, aber auch mit technischen Passagen bestückt, die Spaß machen. Vor allem auch den Zuschauern, denn die Wege sind kurz und das Publikum kann sehr viel sehen. Was Sie in den einzelnen Kategorien erwartet, lesen Sie hier. Das komplette Programm sowie Zahlen und Fakten zum Weltcup finden Sie weiter unten.

HERREN: Heimpublikum soll Fumic den Berg hochschreien

Bei den Herren spricht man seit 2011 von den "Großen Drei". Dieses Trio wird von Weltmeister und Gesamt-Weltcup-Titelverteidiger Nino Schurter (SUI), von Rekord-Weltcupsieger Julien Absalon (FRA) und von Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (CZE) gebildet. Sie besitzt Kapazitäten, die von der Konkurrenz nicht erreicht werden, gelten vor jedem Rennen als Favoriten.
Doch zu Beginn der Saison werden die Karten neu gemischt. In einer langen Vorbereitungsphase stecken viele Unbekannte. Es ist immer drin, dass dem einen oder anderen Top-Favorit die Punktlandung nicht gelingt und neue Namen für Überraschungen sorgen.
Nino Schurter (Scott-Swisspower) ist in dieser Saison bereits dreimal auf Julien Absalon (BMC Racing) getroffen. Dreimal hat er gewonnen. Aber jeweils nach ganz engen Duellen. Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) ist 2013 noch in gar keinem Cross-Country-Rennen auf die Konkurrenten getroffen.
"Es ist ein bisschen entspannter im nacholympischen Jahr, ich bin jedoch trotzdem super motiviert. Mein Ziel sind die top Drei, aber ich will natürlich gerne gleich wieder die Weltcupführung übernehmen", sagt Schurter. Sprich: Er will den achten Weltcupsieg seiner Karriere einfahren.
Von Absalon weiß Schurter, "dass er super in Form ist". Jaroslav Kulhavy musste jedoch in der Vorbereitung insgesamt zwei Wochen krankheitsbedingt pausieren, zuletzt nach einer Zahnentzündung. "Ich bin nicht bei hundert Prozent", sagt Kulhavy, "werde aber mein Bestes versuchen."

Der deutsche Hoffnungsträger Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) will in Albstadt an seine bislang stärkste Weltcup-Saison aus dem Vorjahr anknüpfen kann. Zum Weltcup-Auftakt 2012 konnte er in Pietermaritzburg immerhin Rang drei erobern. "Ich will vor heimischem Publikum aufs (fünfköpfige) Podium. Ich zähle auf mein Heimpublikum, das mich den Berg hochschreit", sagt der Kirchheimer. Das Wort vom Weltcupsieg nahm er am Montag bei einer Pressekonferenz der Gonso Albstadt MTB Classic nicht in den Mund, doch möglich ist alles. "Ich bin sehr gut vorbereitet, das Training hat gepasst", erklärt Fumic. "Ich finde den Kurs in Albstadt zukunftsweisend. Der Kurs liegt mir prinzipiell, auch wenn ich für mich persönlich sind die Anstiege lieber ein klein wenig kürzer hätte. Ich glaube aber, es gibt niemand, der sagt, der Kurs wäre perfekt für ihn", meint der 31-jährige Deutsche Meister, der das offizielle Plakat von Albstadt schmückt.
Der deutsche Europameister Moritz Milatz (BMC Racing) laboriert seit vergangener Woche an einem Infekt. Ob er überhaupt starten kann, ist noch ungewiss.

DAMEN: Sabine Spitz hofft auf ihre Teamkollegin

Bei den Damen ist die Konstellation schwieriger einzuschätzen. Im Gegensatz zur Herren-Welt, gibt es hier auch Nordamerikanerinnen, die zur absoluten Weltspitze zählen. Allen voran die Weltcup-Titelverteidigerin Catharine Pendrel aus Kanada und ihre Luna-Pro-Teamkollegin, die Olympia- und WM-Dritte Georgia Gould (USA).
Maja Wloszczowska (Giant Pro XC) aus Polen, die im Frühjahr nach einer siebenmonatigen Verletzungspause per Siegesserie ein eindrucksvolles Comeback feierte, gehört auch zu den Sieg-Kandidatinnen.
Weltcup-Rekordsiegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida) aus Norwegen kämpfte lang mit einem Infekt, so dass man sie bis dato nur das Rennen in Münsingen zu Ende fahren sah.
Olympiasiegerin und Weltmeisterin Julie Bresset fällt wegen ihres Schlüsselbeinbruchs im gleichen Rennen noch bis Mitte Juni aus. Gespannt sein darf man auf Straßen-Olympiasiegerin Marianne Vos, die zum ersten Mal bei einem MTB-Weltcup an den Start geht.

Was die deutschen Ambitionen angeht, ruhen die Hoffnungen nicht ausschließlich auf Sabine Spitz (Haibike). Die hat schon sechsmal in Albstadt gewonnen und liebt das Publikum auf der westlichen Schwäbischen Alb. Für sie hat sich der Kurs jedoch zu ihrem Nachteil verändert. "Zwei so steile Anstiege, das kommt mir nicht so entgegen. Aber wenn man gute Form hat, dann kann man auf jeder Strecke schnell fahren", sagt Sabine Spitz. Wie gut ihre Form wirklich ist, darüber tappt sie etwas im Dunkeln und spricht von den Top-Ten als Ziel.
Die 41-Jährige verweist auf ihre 13 Jahre jüngere Teamkollegin Adelheid Morath. Die Freiburgerin hat einen Leistungssprung vollzogen. "Adelheid kommt die Strecke sicher entgegen. Ihr traue ich einen Platz unter den besten Fünf zu", sagt Spitz.
Die Deutsche Vizemeisterin selbst hat sich das zum Ziel gesetzt, mindestens einmal in dieser Saison. "Es muss alles zusammen passen, dann kann ich es schaffen. Und in Albstadt sind die Voraussetzungen vielleicht sogar am besten", sagt die Sportsoldatin.

ELIMINATOR SPRINT: Favoriten aus der Schweiz und Schweden

Das Weltcup-Wochenende beginnt am Freitag in der Tailfinger Innenstadt mit dem Eliminator Sprint. Erstmals wird es 2013 eine offizielle Gesamtwertung geben, der Anreiz ist deshalb noch höher als im Jahr zuvor.
Thomas Litscher (Multivan-Merida), der WM-Dritte Daniel Federspiel (Ötztal-Scott) und der Slowene Mihal Halzer (Enegijateam) gehören zu den Favoriten. Weltmeister Ralph Näf (BMC Racing) aus der Schweiz wird nach einer Handoperation erst kurzfristig entscheiden können, ob er an den Start geht.

Der Deutsche Meister Simon Gegenheimer (Rose-Ultrasports) aus Remchingen hofft ebenfalls auf den Einzug ins Finale der besten Vier. Er war letztes Jahr in allen drei Weltcup-Wettkämpfen immer mindestens im Halbfinale, einmal gelang ihm als Dritter der Sprung aufs Podest.
"Ich komme eigentlich auf allen Strecken zurecht", sagt Gegenheimer, der vergangenen Samstag zum zweiten Mal den Deutschen Meistertitel holte.

Bei den Damen gilt Weltmeisterin Alexandra Engen (Ghost Factory Racing) aus Schweden als Favoritin. In Vize-Weltmeisterin Jolanda Neff (Giant Pro XC) aus der Schweiz hat sie jedoch eine ebenbürtige Konkurrentin. Eva Lechner (Colnago Südtirol) aus Italien wird ebenfalls hoch gehandelt und auch Kathrin Stirnemann (Sabine Spitz-Haibike) besitzt gute Chancen.
Aus deutscher Sicht ist wohl die DM-Dritte Nadine Rieder (Topeak-Ergon) die stärkste Fahrerin. Sollte ihr der Halbfinal-Einzug gelingen, wäre das schon ein großer Erfolg.

Am Samstag finden die Nachwuchs-Rennen der U23-Kategorie sowie das der Juniorinnen statt. Die Junioren sind am Sonntagmorgen dran. Hier das komplette Programm des langen Weltcup-Wochenendes in Albstadt:

UCI Das komplette Programm des Mountainbike Weltcups 2013 in Albstadt.

Zahlen und Fakten zur Weltcup-Premiere in Albstadt

676 Meldungen aus 40 Nationen liegen für den Weltcup in Albstadt vor. Das größte Kontingent kommt, nein, nicht aus Deutschland. Die Schweizer, Cross-Country-Nation Nummer eins, haben 92 Meldungen abgegeben, Lizenznehmer des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) schicken 70 Sportler in die Cross-Country- und Sprint-Rennen. Frankreich bietet 72 Athleten auf.

Was die Kontinente angeht, stellt Asien mit vier Sportlern das kleinste Kontingent. Neben dem starken Japaner Kohei Yamamoto (26. der Weltrangliste) und dessen Landsmann, dem U23-Fahrer Toki Sawada, sowie dem Koreaner Sang Hoon Na (Elite) ist mit Mohsen Ramezani Alavi auch ein Iraner dabei.

Albstadt ist der 176. Cross-Country-Weltcup in der offiziellen Geschichte des UCI Mountainbike-Weltcups, die 1991 begonnen hat und erst der 16. auf deutschem Boden, 6x in St. Wendel, 5x in Offenburg.

Von den aktuell noch im Weltcup aktiven Herren haben nur sechs bereits einen Weltcup gewonnen Das sind Julien Absalon (25), Nino Schurter (7), José Antonio Hermida (6), Jaroslav Kulhavy (6), Ralph Näf (2) und Florian Vogel (2).
Bei den Damen sind es neun Fahrerinnen. Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (28), Catharine Pendrel (10), Irina Kalentieva (7), die verletzte Julie Bresset (4), Elisabeth Osl (3), Maja Wloszczowska (3), Eva Lechner, Nathalie Schneitter und Sabine Spitz (je 1)

Bei den Herren gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen was die Weltcupsiege pro Nation angeht. 43 Französischen Siegen stehen 42 Schweizer Erfolgen gegenüber. Die Eidgenossen könnten in Albstadt also gleichziehen.
Bei den Damen steht es zwischen USA und Kanada 36 zu 34.

Der letzte deutsche Weltcupsieg in der Olympischen Cross-Country-Disziplin bei den Herren liegt genau 20 Jahre zurück. Mike Kluge gewann 1993 im belgischen Houffalize. Am nächsten dran waren Wolfram Kurschat 2009 und Manuel Fumic 2010. Beide waren jeweils Zweiter, ebenfalls in Houffalize.
Bei den Damen wartet man nun schon sieben Jahre auf einen deutschen Weltcup-Erfolg. Die letzte Siegerin war Nina Wrobel 2006 im schottischen Fort William, noch unter ihrem Mädchen-Namen Göhl. Sie startet dieses Jahr ein Comeback und fährt in Albstadt nach fünf Jahren zum ersten Mal wieder ein Weltcup-Rennen.

Themen: AlbstadtCross CountryEliminatorRaceRennenWeltcup


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