Südtirol Dolomiti Superbike: Erstmals gewinnt Massimo de Bertolis und wieder Esther Süss Südtirol Dolomiti Superbike: Erstmals gewinnt Massimo de Bertolis und wieder Esther Süss Südtirol Dolomiti Superbike: Erstmals gewinnt Massimo de Bertolis und wieder Esther Süss

Südtirol Dolomiti Superbike: Erstmals gewinnt Massimo de Bertolis und wieder Esther Süss

  • Tomek
 • Publiziert vor 15 Jahren

Bereits in der Anfahrt zur letzten Steigung auf die Plätzwiese hat Massimo de Bertolis den rennentscheidenden Angriff lanciert und erstmals das Dolomiti Superbike gewonnen, zugleich der zweite Marathon-Weltcup- und iXS Euro Bike Extremes-Lauf. Der Marathon-Weltmeister von 2004 übernimmt damit auch die Führung in der Weltserie, da der bisherige Leader Leonardo Paez verletzungsbedingt Forfait erklärt hatte. Bei den Frauen war erneut die Schweizerin Esther Süss die schnellste vor Weltcup-Leaderin Pia Sundstedt und einer weiteren Schweizerin Dolores Rupp.

De Bertolis hat bei seiner Siegfahrt eine schlaue Taktik angewandt, die allerdings Bestform voraussetzt. Der Italiener wartete nicht bis zum Schlussanstieg mit seinem Angriff sondern setzte sich bereits in der nur leicht steigenden Anfahrt zur Plätzwiese aus der Spitzengruppe mit Teamkollege Julio Caro Silva, Thomas Dietsch, Marzio Deho und Hannes Pallhuber ab. «Meine Taktik ging auf, keiner meiner Mitstreiter vermochte mir zu folgen», sagte de Bertolis im Ziel. Bereits in der Steigung zur Rotwand hatten er und Pallhuber angegriffen, kamen aber nicht entscheidend weg.

Silva wurde zweiter vor Dietsch, Deho und dem überraschenden Schweizer Lukas Buchli, der als fünfter sein bisher bestes Resultat in der Weltserie erreichte. «Und das bereits bei meinem zweiten Marathon-Weltcup-Rennen», freute sich der Bündner über seinen Exploit. Nach etlichen Einsätzen als Hobbybiker hat Buchli erst 2005 im Swiss BiXS Team auf die Karte Leistungssport gesetzt und sich seither kontinuerlich verbessert. Letztes Jahr gewann der Mann aus dem entlegenen Safiental bei stömendem Regen die Eiger Bike Challenge in Grindelwald, sein bisher bedeutendstes Rennen als Elite. Damals arbeitete er noch zu 70 Prozent als Krankenpfleger. Diesen Job hat der 28-Jährige mittlerweile aufgegeben, um sich nur noch auf den Bikesport zu konzentrieren. «Es freut mich natürlich, wenn meine sportlichen Bemühungen mit guten Resultaten belohnt werden», sagte Buchli, der mit dem Camper von Rennen zu Rennen fährt.

Nicht in Fahrt kam Hannes Genze, der bereits in der ersten Steigung den Anschluss an die Spitze verlor und das Rennen später aufgab. «Ich hatte von Beginn weg Mühe, das hohe Tempo mitzugehen. Dazu spürte ich noch die Verletzung, die ich mir in der Vorwoche in der AlpenTour zugezogen hatte», erklärte der deutsche Marathon-Meister, der es nun in den kommenden Wochen bis zu den Titelkämpfen etwas ruhiger angehen möchte, um wieder zu Kräften zu kommen.

Esther Süss lancierte den siegbringenden Angriff klassisch im Schlussaufstieg zur Plätzwiese. «Ich wusste, dass ich alleine im Wind auf den Flachstücken zwischen den Steigungen zu viel Kraft brauchen würde. Deshalb habe ich bis auf die letzte Steigung mit meiner Tempoverschärfung gewartet», erklärte die Aargauerin. Sie wird nun auch den letzten der drei Weltcups in Oisans am 15. Juli bestreiten, der mit dem Termin der Marathon-Schweizermesiterschaft überschneiden wird. «Schade für die Sponsoren, dass der Rennkalender nicht besser koordiniert ist», ärgerte sich Süss, die gerne auch an den Landesmeisterschaften teilgenommen hätte. In der Weltcup- und der iXS EBE-Zwischenwertungen behält die Finnin Sundstedt die Führung.

«Das Rennen endete über meinen Erwartungen. Obschon ich noch immer mit Rückenproblemen zu kämpfen habe, erreichte ich den dritten Platz, was ich nicht erwartet hatte», erklärte Dolores Rupp, die das Ziel als dritte erreichte.

Auf der kurzen Distanz kam es zu einem Sprintentscheid, der mit zwei Siegern endete: Riccardo Milesi und Stephan Unterthurer. Knapp dahinter erreichte mit Flaviano Rigon der dritte Italiener das Ziel. Bei den Frauen gewann Altmeisterin Anita Steiner aus der Schweiz vor der Tschechin Ilona Bublova und der Italienerin Renate Pichler.

Nachtrag 1: Auf den Start verzichtet hat der zweifache Giro d`Italia-Sieger Gilberto Simoni mit der Begründung, er fühle sich ausser Form.

Nachtrag 2: Der Kolumbianer Leonardo Paez hatte sich am Kriterium im Vorfeld des Kitzalp-Marathons nicht am Fuss verletzt sondern am Handgelenk, an dem er derzeit einen Gips trägt. In drei Wochen will der Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres wieder Bikerennen bestreiten.


Resultate
Männer (120 km): 1. Massimo de Bertolis (It) 4:49:18. 2. Julio Caro Silva (Kol) 2:50. 3. Thomas Dietsch (Fr) 3:41. 4. Marzio Deho (It) 3:59. 5. Lukas Buchli (Sz, Safien) 6:20. 6. Johann Pallhuber (It) 7:01. 7. Alban Lakata (Ö) 8:51. 8. Mirko Pirazzoli (It) 10:21. 9. Heinz Verbnjak (Ö) 10:39. 10. Thomas Zahnd (Sz, Noflen) 10:39. 11. Urs Huber (Jonen) 10:41.
Weltcup-Zwischenstand (2/3): 1. De Bertolis
iXS EBE-Zwischenstand (2/3): 1. Lakata. 2. Huber. 3. Verbnjak

Frauen (120 km): 1. Esther Süss (Sz, Küttigen) 5:43:01. 2. Pia Sundstedt (Fi) 1:34. 3. Dolores Rupp (Sz, Valens) 5:15. 4. Annabella Stropparo 15:21. 5. Blaza Klemencic (Slo) 18:00.
Weltcup-Zwischenstand (2/3): 1. Sundstedt
iXS EBE-Zwischenstand (2/3): 1. Sundstedt. 2. Süss. 3. Rupp.

Männer (60,5 km): 1. Riccardo Milesi (It) 2:20:44. 1. Stephan Unterthurer (It) gl. Zt. 3. Flaviano Rigon (It) 0:01. 4. Josef Mostosi (It) 1:01. 5. Stefan Fischnaller (It) 2:11.

Frauen (60,5 km): 1. Anita Steiner (Sz, Einsiedeln) 2:43:24. 2. Ilona Bublova (Tsch) 4:25. 3. Renate Pichler (It) 4:50.

Die Rennen der iXS Euro Bike Extremes 2007
17. Juni, Black Forest ultra Marathon, Kirchzarten/De
9. Juli, Dolomiti Superbike, (Ma-Weltcup), Niederdorf/It (Bozen)
22. Juli, Swiss Bike Masters, Küblis/Sz
25. August, Birkebeinerrittet, Rena-Lillehammer/No
29. September, St. Wendeler MTB-Marathon, (Ma-EM), St. Wendel/De

Weitere Informationen:
www.euro-bike-extremes.com
www.dolomitisuperbike.com
www.uci.ch

Themen: BertolisDolomitenMarathonSüdtirolSuperbikeSüss


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