Das Ende einer Ära Das Ende einer Ära Das Ende einer Ära

Steve Peat und José Hermida beenden Worldcup-Karriere

Das Ende einer Ära

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Mit dem letzten Rennen der Worldcup-Saison 2016 in Vallnord beendeten Steve Peat und José Antonio Hermida ihre Worldcup-Karriere. Eine Würdigung.

Beide wurden Weltmeister in ihren jeweiligen Disziplinen, von ihren Worldcup-Siegen ganz zu schweigen. Geprägt haben sie den Sport aber zumindest nicht in erster Linie durch ihre sportlichen Leistungen, sondern durch ihren Charakter. Beim letzten großen Rennen der Saison 2016 in Vallnord (AND) nahmen Steve Peat und José Antonio Hermida nach jeweils mehr als 20 Jahren Rennkarriere nun Abschied von der Welt des Mountainbike-Worldcups.

Teils Racer, teils Clown – José Antonio Hermida Ramos

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy José Hermida lässt sich den Spaß nicht nehmen.

Er war die personifizierte gute Laune in den Reihen der Cross-Country-Racer, immer zu Späßen aufgelegt. Er selbst hat mehrfach gesagt, er sei teils Racer, teils Clown, trotzdem konnte an seiner sportlichen Leistungsfähigkeit nie ein Zweifel bestehen. Sechs Worldcup-Siege und einen Weltmeistertitel hat José Antonio Hermida im Laufe seiner langen Karriere eingefahren, doch zu verdanken hat ihm die Szene viel mehr als das. Er steht wie kein anderer für die Verbindung von professionellem Sport und Spaß an der Sache.

Hoshi Yoshida José Hermida gehört mit seinen 38 Jahren noch immer zu den besten Mountainbikern im Cross Country. Jetzt, nach den Olympischen Spielen 2016, seinen fünften, verabschiedet sich der Weltmeister von 2010 aus dem Worldcup-Zirkus.

José Antonio Hermida hat miterlebt, wie sich das Mountainbiken von einer Randsportart für einige wenige Verrückte zu einem Breitensport entwickelt hat. Einem Breitensport mit einer professionalisierten Rennszene, die sich selbst vor dem Straßenradsport nicht mehr verstecken muss. Und er hat vielleicht keine unwesentliche Rolle dafür gespielt, dass der Mountainbike-Rennsport, trotz aller Professionalität, der Gramm-Fuchserei bei Bike und Mensch und der Ellenbogen-Gesellschaft im Rennen selbst, nie seinen Humor verloren hat.

Mit dem Worldcup-Finale 2016 in Vallnord feierte José Antonio Hermida sein letztes Rennen im Mountainbike-Worldcup. Seine Karriere ist damit jedoch noch nicht zu Ende, nur vom Cross-Country auf höchstem Niveau will er nun Abstand nehmen. Bei Marathon- oder Etappenrennen wird man ihn jedoch weiterhin am Start sehen. Und auch hier wird er sich treu bleiben, teils Racer, teils Clown.

"Peaty" Steve Peat alias "Sheffield Steel"

Screenshot Steve Peat beendet mit diesem Jahr seine Worldcup Karriere.

Bereits 1998 im Alter von 24 gewann Steve Peat seinen ersten Worldcup. Ganze 16 weitere sollten im Laufe der Zeit noch folgen. Damit war Steve Peat bis zum Sieg von Greg Minnaar in Fort William 2015 der erfolgreichste Worldcup-Downhiller aller Zeiten. Doch immer dann, wenn es ihm besonders wichtig war, rutschte der Sieg Steve Peat durch die Finger. So sorgte er für mehrere der größten Gänsehaut-Momente in der Geschichte des Downhill auf Worldcup Ebene.

Bis 2005 dauerte es, dass Steve Peat zum ersten Mal das Worldcup-Rennen in Fort William, nahe seiner Heimatstadt gewinnen konnte. Doch dann gab es kein Halten mehr. Die Fans und Kommentatoren rasteten total aus, Steve Peat wurde damit zur Legende. Doch der WM-Titel rutschte ihm ebenfalls immer wieder durch die Finger. Sechs zweite Plätze konnte er aufweisen, doch bis 2009 verpasste er den Sieg immer um wenige Sekunden. Der Sieg von Steve Peat am Mt. Stromlo in Australien ist ein weiterer Moment, den niemand, der damals dabei war, je wird vergessen können.

Wie auch José Antonio Hermida stand Steve Peat für die Verbindung von sportlicher Leistung und einem ganz eigenen Lifestyle. Ein Downhiller vom alten Schlag, der auch während der Saison nicht auf Bier verzichtete, der Partys feierte bis in die frühen Morgenstunden, um wenige Stunden später wieder auf dem Bike die Worldcup-Strecken der Welt zu rocken. Dabei blieb Steve Peat immer ganz der Alte, ein sympathischer schlaksiger Typ, immer mit einem Grinsen im Gesicht. Auch er ist nun beim Saisonfinale in Vallnord sein letztes Worldcup-Rennen gefahren.

Wir haben Steve Peat in BIKE 10/2016 eine eigene Seite gewidmet. In der neuen Rubrik "Meine Welt" (S. 34) blicken wir in das Leben der Downhill-Legende, liefern interessante Hintergrundinfos und zeigen lustige alte "Peaty"-Fotos.


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Themen: Cross CountryDownhillJosé Antonio HermidaSteve PeatWorldcup


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