Specialized reduziert Preise für Mountainbikes

Preissenkung: -20 % auf Specialized-Bikes

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 5 Jahren

Nach Trek startet nun auch Specialized eine verkaufsfördernde Maßnahme. Bis zu 20 Prozent werden ausgewählte Mountainbikes billiger. Wer ist der nächste in der Preisschlacht?

Sein altes Mountainbike gegen ein neues tauschen und 20 Prozent beim Neukauf sparen – das ist eine der verkaufsfördernden Maßnahmen, die Specialized im Zeitraum 1.3. bis 15.4. mit der Kampagne „Spring into Spring“ lanciert. Wobei das alte Bike auch stellvertretend ein Sattel oder Lenker sein kann – so strikt wie seinerzeit bei der Abwrackprämie für KFZ hält es die US-Marke bei der “Umtauschaktion“ nicht. Die zeitlich begrenzten Sonderangebote umfassen zahlreiche Modelle des 2016er-Jahrgangs, z. B. sechs Modelle des Stumpjumper FSR, vier Epic oder fünf Modelle vom Enduro. S-Works-Varianten sind nicht dabei. Alternativ zu den 20 Prozent Rabatt beim "Umtausch"-Neukauf kann man sich im Gegenwert der 20 Prozent des UVP auch kostenlos Specialized Equipment aussuchen.

20 Prozent reduziert: In der „Ride into Spring“-Kampagne gibt es das Specialized Camber Comp Carbon 3199 Euro, der UVP liegt bei 3999 Euro.

Specialized-Händler müssen Mindestmenge abnehmen

Wir haben erfahren, dass Specialized zu dieser Kampagne den Einkaufspreis der betroffenen Bikes um 20 Prozent senkt, das gilt nur für Neubestellungen. Um in diesen Genuss zu kommen, muss der teilnehmende Händler aber eine Mindestmenge abnehmen.

Die Maßnahme klingt wie eine Antwort auf die Initiative von US-Konkurrent Trek , der ausgesuchte Modelle ab Februar um bis zu 20 Prozent reduziert hat (BIKE berichtete in 4/2016). Bei der Recherche zu dieser Story hatte sich Specialized noch geäußert, nichts dergleichen zu planen. Branchenkenner vermuten hinter der aktuellen Preisreduktion – ähnlich wie bei der von Trek – einen kleinen und vor allem sehr frühen Räumungsverkauf. Dass 2016er Specialized-Modelle zu den teureren am Markt gehören, und deshalb vielleicht weniger gut im Wettbewerb stehen, ist kein Geheimnis. Zudem spürt der Handel aktuell eine Kaufzurückhaltung. Stichproben-Gespräche mit Händlern hinterlassen bei uns teilweise den Eindruck, dass das Geschäft mit neuen Mountainbikes, besonders den hochwertigen MTB-Fullys, derzeit nicht gerade brummt. Welche Gründe es dafür geben könnte – dazu demnächst mehr in BIKE. Hier finden Sie die Specialized-Händler, die an der Aktion teilnehmen .

Specialized-Kampagne wirft Fragen auf

Die Kampagne von Specialized wirft Fragen auf: Was macht ein Händler, der die nun reduziert angebotenen Bikes bereits im Laden stehen hat und zum ursprünglichen EK eingekauft hat? Zumindest im Aktions-Zeitraum wird der UVP dieser Modelle nicht haltbar sein. Das entwertet seinen Lagerbestand. Und was passiert nach Ablauf der bis zum 15. April begrenzten Aktion? Werden die Bikes dann wieder auf den alten UVP umetikettiert? Insider behaupten, Specialized entschädige seine Händler in diesem Fall nicht. Manch ein Specialized-Händler, so haben wir erfahren, will aus Frust jetzt das gesamte Sortiment der US-Firma verbilligt anbieten.

Listenpreis des Stumpjumper HT Comp Carbon ist 2699 Euro. Mit dem Specialized-Rabatt spart man gut 500 Euro.

Betrachtet man die Kampagne von einer anderen Warte, ist sie aber möglicherweise ein willkommener Türoffner, der Kunden in die Bike-Shops lockt. Wer sich für ein Specialized-MTB interessiert, sollte jetzt zuschlagen! Frust schieben heißt es stattdessen für alle, die sich gerade ein neues Bike zum Listenpreis geleistet haben. Der Name der Kampagne ist übrigens: „Sprint into spring“. Sie läuft weltweit. Ein offizielles Statement zum Thema lehnt Specialized ab.

Giant reduziert Bike-Preise in USA

In den USA hat nach Trek und Specialized auch Giant die VK-Preise reduziert. Auf Nachfrage, ob das auch für Deutschland geplant ist, äußert sich Giant Deutschland-Geschäftsführer Oliver Hensche so: „Das ist eine lokale und zeitlich begrenzte Verkaufsaktion von Giant USA. Giant Germany hat keine Preisanpassung der aktuellen Modelle geplant.“ Cannondale und Scott haben sich bis dato noch nicht geäußert. Rocky Mountain plant keine solche Aktion, ebensowenig steht das Thema nach unseren Informationen bei Firmen wie Cube im Raum.

Oliver Hensche, Deutschland-Geschäftsführer von Giant: „Giant Germany hat keine Preisanpassung der aktuellen Bikes geplant.“

Das US-Branchen-Magazin Bicycle Retailer meldete kürzlich, Ende 2015 lagerten 250.000 Bikes mehr bei den Firmen als in 2014 – das sind 44 Prozent mehr. Der Verkauf von Fahrrädern läuft in manchen Ländern seit einigen Monaten schleppend, der Bike-Boom in den USA ist abgeflacht, der Absatz von teuren Bikes in China ist eingebrochen. Wirtschaftsjournalist und Branchenkenner Jo Beckendorff weiß: „Insgesamt ist die Lage nicht mehr so rosig. Die E-Bike-Verkäufe drücken vor allem auf den Trekkingrad-Verkauf. Je mehr E-Bikes verkauft werden, desto weniger Trekkingbikes werden verkauft.“

Wir vermuten außerdem, dass Kunden aktuell einen Neukauf verschieben. 2016er Bikes sind teurer und überwiegend schwerer geworden, das noch unausgegorene Plus-Format hinterlässt Unsicherheit. Niemand will jetzt aufs falsche Pferd setzen. Und dann gibt es sicher Biker, die mit dem Kauf eines hochwertigen E-MTB liebäugeln. Aber letztendlich sind Preisreduktionen eine gute Chance, sich jetzt doch für ein neues Bike zu entscheiden. Wir bleiben dran…

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Themen: 2016PreiseSpecializedUmfrage


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