Specialized: Neuheiten 2008

  • Tomek
 • Publiziert vor 13 Jahren

Specialized bringt einen neuen „Stumpjumper“. Mit 10,4 Kilo setzt er Maßstäbe in der All-Mountain-Klasse. Doch nicht nur Allrounder werden nach dem Bike schielen.

Niemand war wirklich überrascht, als Mike Sinyard vor versammel ter Weltpresse feierlich das neue „Stumpjumper“ enthüllte. Nach dem „Enduro“-Relaunch in diesem Jahr war klar, dass Specialized für 2008 das Traditionsmodell renovieren würde. Ähnlich wie das „Enduro“ besitzt auch das neue „Stumpjumper“ die Handschrift des deutschen Ingenieurs Jan Talavasek, der seit zwei Jahren in Morgan Hill für Highend-Mountainbikes verantwortlich zeichnet.


CARBON-RAHMEN-EVOLUTION

Talavaseks geschwungene Kohlefaser-Hauptrahmen-Konstruktion geht mit ihren organischen Formen fließend über in den Viergelenk-Hinterbau, ebenfalls aus Carbon. Die technologische Weiterentwicklung spielt sich dabei in eher unscheinbaren Details ab. Vor allem beim Design der Ausfallenden hat Talavasek in die Trickkiste gegriffen: So besteht das Ausfallende auf der Antriebsseite nicht aus einem eingeklebten Aluteil, sondern ist durch und durch aus Carbon. Auf der linken Seite, wo es um Hitzeableitung der Scheibenbremse geht, sitzt ein ulkig geformtes Alu-Schmiedeteil, das von außen mit der Carbon-Sitzstrebe verklebt wird. Diese Verklebung soll nicht nur hohe Festigkeit, sondern vor allem hohe Zuverlässigkeit auch in der Großserie garantieren. Weiteres

Detail: Der Umwerfer ist nicht am Hauptrahmen, sondern direkt an der Schwinge befestigt, bewegt sich also beim Einfedern mit. Das soll präzisere Schaltvorgänge und weniger Chainsuck bewirken.


HINTERBAU ANTRIEBSNEUTRALER

Als Hinterbausystem kommt beim „Stumpjumper“, wie schon beim „Enduro“, das sogenannte „Rockerlink“-Design zum Einsatz, bei dem der Dämpfer vor dem Sitzrohr sitzt. Das garantiert endlich (!) die volle Versenkbarkeit der Sattelstütze. Das Specializedeigene Viergelenk-System „FSR“ hat man für das „Stumpjumper“ modifiziert. Der vordere Schwingendrehpunkt sitzt jetzt etwas höher. Das soll das leichte Einsacken beim Antritt im kleinen Kettenblatt, das wir bei den Vorgängermodellen immer bemängelten, verhindern.


EIGENE GABEL FÜR DAS STUMPJUMPER

Ein designtechnisches Novum spielt sich an der Front des „Stumpjumper“ ab. Hier werkelt eine Specialized-eigene „Future- Shock“-Gabel mit einer ganz besonderen Schaftform: Gabelbrücke und Gabelschaft sind aus einem Stück laminiert, der Schaft selber verläuft konisch, verjüngt sich nach oben. Das untere Steuerlager besitzt den großen, von Manitou eingeführten 1,5-Zoll- Standard und am dünneren oberen Ende traditionelle 1 1/8 Zoll. Dadurch gehen die Carbonfasern fließend und ohne enge Radien von der Gabelbrücke in den Schaft über. Die Gabel soll durch diese Konstruktion extrem steif sein, so dass ein Doppelbrückendesign wie beim „Enduro“ nicht nötig sei. Und wenn die angegebenen 1450 Gramm stimmen, dann wäre die All-Mountain-Gabel mit ihren 120 Millimetern extrem leicht. Bereits beim „Enduro“ hatte sich Specialized vom ehemaligen Dämpfer-Hauslieferanten Fox verabschiedet und eine eigene Federungs- Abteilung aufgebaut. Das Fahrwerk des „Stumpjumper“ besitzt sowohl vorne als auch hinten die sogenannte „Flowcontrol Brain“-Technik mit einstellbarer Plattform. Auf eine Verstellbarkeit der Federwege verzichtet man beim „Stumpjumper“ allerdings. In der „S-Works“-Topversion soll der Rahmen des „Stumpjumper“ 1950 Gramm wiegen. Der Dämpfer schlägt mit 440 Gramm zusätzlich zu Buche.

Pfiffiges Detail: Die Aufnahmen für die Naben der neuen „Roval“-Laufräder besitzen eine besonders große Fläche. Das soll die Einheit Gabel/Laufrad deutlich steifer machen


FAHRBERICHT: Specialized Stumpjumper S-Works

Leicht, schnell, bissig – das neue „Stumpjumper“ rückt die All-Mountain-Kategorie deutlich mehr in Richtung Race und Marathon als jemals zuvor. 10,4 Kilo für das Komplett-Bike sprechen eine klare Sprache. Hauptrahmen und Gabel wirken wie aus einem Guss und sehr steif. Beim harten Antritt verpufft keine Energie. Auch nicht in den Federelementen – trotz offenem „Brain“-System und nutzbaren 120 Millimetern. Bergab fährt sich das „Stumpjumper“ sehr quirlig, auf der Langstrecke ist das gewöhnungsbedürftig. Grund: Das geringe Gewicht, die recht aggressive Geometrie und die steife Rahmen- Gabelkombination. Die Federung arbeitet vorne und hinten ausgezeichnet. Man merkt, dass die Federelemente aus einer Hand stammen. 120 Millimeter Federweg bieten eine Menge Fahrkomfort und Sicherheit.


29-ZÖLLER ALS FULLSUSPENSION

29-Zoll-Laufräder sind nicht nur bei den Hardtails für 2008 ein heißes Thema. So bringt Specialized neben dem „Stumpjumper“-Hardtail auch eine Fullsuspension-Version mit großen Rädern. Das „29er FSR“ besitzt eine angepasste Geome trie mit kurzen Kettenstreben, extratiefem Tretlager und steilerem Lenkwinkel. Auch das Steuerrohr ist besonders kurz gehalten, damit die Lenkzentrale auf die gewohnte Höhe kommt. Es besitzt vorne und hinten 105 Millimeter Federweg. Als Gabel setzt Specialized eine spezielle Rock Shox „Reba“ ein, hinten arbei tet der Specialized-eigene „AFR“-Dämpfer.

Ideales Geläuf: Das wendige “Stumpjumper” mag Singletrails besonders gern.

Themen: 2008SpecializedStumpjumper


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