Auch 2012 ist das Sea-Otter-Festival im kalifornischen Monterey richtungsweisend in Sachen Trends. In manchen Bereichen jedoch holt Europa auf.

  • Neue Gabellinien, neue Sattelstütze, Neue Dämpfungslogik: 2013 zündet Fox ein Neuheiten-Feuerwerk. Neben einer leichten 160-Millimeter-Gabel für 26 und 27,5 Zoll, wurde die komplette 32er-Gabellinie gewichtsoptimiert. Zusätzlich will Fox mit leichter nutzbarem Federweg und haltbareren Dämpferbuchsen bei den Kunden punkten.
  • Fox 2013 – einfacher bedienbar dank neuer Logik: Hinter dem Kürzel CTD verbirgt sich bei Fox eine neue Dämpfungslogik. Diese soll dem Fahrer ein einfacheres Setup und damit besseres Zusammenspiel von Gabel und Dämpfer ermöglichen. Über einen blauen Wählhebel wird die Dämpfung entsprechend der Fahrsituation für Climb, Trail oder Descend – CTD eben – gewählt. Entweder separat oder mittels neuem Remote-Hebel zeitgleich vom Lenker aus an Gabel und Dämpfer. In der teuren Factory-Version ist der Trail-Modus zusätzlich dreifach einstellbar. Die bisherige Druckstufendämpfung, die an der Gabel über das blaue Rändelrad eingestellt wurde, entfällt. Alle 32er- und 34er-Gabeln, sowie Float-Dämpfer gibt es mit CTD. Für 26- und 27,5-Zoll-Bikes kommt auf Basis der bisherigen Twentyniner-Gabel mit 34-Millimeter-Standrohren eine langhubige, leichte Gabel mit QR15-Steckachse. Die neue Fox 34 gibt es bis 160 Millimeter Federweg – sie soll dabei so stabil sein wie eine Fox 36. Gewicht: 1950 Gramm bei einer 20 Prozent höheren Steifigkeit als die 32er-Plattform. All Mountain und Enduro rücken so enger zusammen. Auch die 32er-Gabeln für 26 und 29 Zoll sind komplett neu, leichter und dabei belastungsgerecht überarbeitet. Durch die Einsparungen an Schaft, Krone, Standrohr und Tauchrohreinheit soll die 100-Millimeter-Gabel in 26 Zoll nur noch 1350 Gramm, die 29er-Version 1470 Gramm wiegen. Nicht zu vergessen: die Detailpflege bei Fox. Durch eine längere Negativfeder und größere Luftkammer sollen alle Float-Gabeln von 130 bis 180 Millimetern Federweg weniger Progression und damit leichter nutzbaren Federweg haben.
  • Fox CTD Remote: Mit nur einem Lenkerhebel Gabel und Dämpfer gleichzeitig ansteuern – das gab es bislang nur bei Scott und Cannondale. Mit der neuen Remote-Option lässt sich dieses Feature bei allen Bikes mit neuen Fox-Federelementen nachrüsten. Der dreistufige Wählhebel regelt die Lowspeed-Druckstufe von maximaler Wippunterdrückung über moderat bis komplett offen. Den Remote-Hebel gibt es wahlweise auch nur für Gabel oder Dämpfer. An CTD-Gabeln kann der Hebel leicht nachgerüstet werden, der Dämpfer hingegen ist durch den Zuggegenhalter speziell und nicht nachrüstbar. Der ausladende Lenkerhebel ist beidseitig montierbar.
  • Fox CTD Logik: Über die dreistufige regelbare Druckstufe (blauer Knopf) gibt Fox mit den Positionen Climb, Trail und Descend an Gabel und Dämpfer eine klare Empfehlung für den aktuellen Fahrmodus. Bei der Top-Version (Factory) gibt es über den zusätzlichen schwarzen Knopf die Möglichkeit, die Trail-Position dreifach feinzutunen.
  • Fox Teleskopstütze: Die D.O.S.S. (Drop on steep Shit) wurde bereits 2011 kurz auf der Eurobike gezeigt, hat es aber erst jetzt zur Serienreife geschafft. 102 oder 127 Millimeter Verstellbereich und 30,9 oder 31,6 Millimeter Durchmesser stehen zur Auswahl. Mit mechanischer Arretierung und Luftfeder, sowie einteiligem Oberteil wiegt die robust ausgelegte Teleskop-Stütze 620 Gramm inklusive Hebel. Die D.O.S.S. arbeitet dreistufig mit einer tiefen 40-Millimeter Absenkung im Trail-Modus. Durch den rechts und links montierbaren Doppelhebel kann die Stütze auch absolut zuverlässig bis zur Trail Position abgesenkt werden. Da sich die Zugführung am Stützenkopf befindet, muss der Zug gut verlegt werden. Auf den ersten Testrunden in Monterey arbeitet die D.O.S.S. zuverlässig und unauffällig, wobei der kleinere Hebel nur schwer erreichbar ist.
  • Felt Edict Nine: Als 26-Zöller konnte das Edict bereits in diversen Vergleichstest überzeugen und hat bereits unter und neben Kollege Lesewitz das Yak Attack-> überstanden. Zeit also, eine 29er-Version an die Startlinie zu bringen und damit das erste 29-Zoll-Fully aus dem Hause Felt. Das Edict Nine wiegt komplett nur 10,9 Kilo und hat ein Rahmengewicht von 2,4 Kilo inklusive Dämpfer. Mit 100 Millimetern Federweg vorne und hinten hat es den gleichen Federweg wie der kleine Bruder. Dass auch der Vortrieb stimmt, merkten wir bereits auf einer kleinen Testrunde. Antriebsneutral und ohne zu wippen, beschleunigt das Edict Nine souverän, während der Hinterbau für gute Traktion sorgt. Der 71,5er-Lenkwinkel sorgt für ein agiles Handling.
  • Santa Cruz Tallboy Light: Santa-Cruz-Chefentwickler Joe Graney ist sich sicher. „Es wird viel zu viel über die Größe von Laufrädern geredet, anstatt einfach Spaß am Biken zu haben.“ Der Spaß ist beim Tallboy LTC bereits eingebaut. Bis zu 150 Millimeter vorne und 135 Millimeter hinten verhelfen der Long-Travel-Version des verspielten Tallboys zu einem satten Fahrwerk bergab. Damit gesellt sich das in Carbon und Alu erhältliche Bike in die Reihe der Longtravel-29er mit breitem Einsatzbereich. Durch die ausgewogene Geometrie mit tiefem Tretlager, 69,5er-Lenkwinkel und geringem Gewicht fährt sich das Bike trotz großer Räder angenehm verspielt. 2,4 Kilo mit Dämpfer bringt der Carbon-Rahmen auf die Waage. Für mehr Steifigkeit hat er eine 142-x-12-Steckachse. Der Alu-Rahmen kommt auf 3,2 Kilo. Durch die optimierte Dämpferanlenkung bleibt kein Platz mehr für eine Flasche im Rahmendreieck. Dafür macht das Bike so viel Spaß, dass man ohnehin mit einem Trinkrucksack losziehen muss, weil man mit nur einer Flasche zu schnell verdursten würde …
  • BMC Team Elite TEO! 29: Darauf haben Racer gewartet. Mit dem Team Elite TE01 29 schießt BMC die Carbon-Version des Alu-29ers nach. Gleiche Geometrie, mit nur 980 Gramm in Größe M jedoch deutlich leichter und damit richtig schnell. Durch das tiefe Tretlager und die kurzen 429-Millimeter-Kettenstreben wurde bei der Konstruktion Wert auf ein agiles Handling gelegt, während die 27,2er-Sattelstütze und die tief ansetzenden Sitzstreben möglichst viele Schläge vom Fahrer fernhalten sollen. Ungewöhnlich für ein Bike dieser Kategorie: der kurze 70er-Vorbau mit breitem Lenker und langem Oberrohr. Mit diesen Voraussetzungen kommt auch bergab Freude auf. Details wie ein integrierter Chaincatcher schützen den Rahmen.
  • Sram 650B-Laufräder und Gabel: Da hat SRAM-Laufrad-Guru Bastien Donzé gut lachen. Mit dem Rise-40-650B-Laufradsatz wird die Produktpalette konsequent erweitert. 19 Millimeter Innenweite, 24 Stahlspeichen und Zweifachkreuzung sind die Eckdaten. Selbstverständlich für Schnellspanner oder QR15- bzw. 142-x 12-Steckachse geeignet. Die passende Revelation-Gabel von Rock Shox mit bis zu 150 Millimetern Federweg gibt es gleich dazu. Für ein unkompliziertes Setup verabschiedet sich Rock Shox künftig vom Dual-Air-System und setzt bei SID, Reba und Revelation ausschließlich auf Solo Air. Das penible Abstimmen der zwei Luftkammern ist damit erledigt.
  • Easton: und wieder ein neuer Standard. Die Lenker werden breiter, die Gewichte gehen hoch. Um breite Lenker leicht und trotzdem stabil bauen zu können, bläst Easton seine Lenker und Vorbauten auf. Mit 35-Millimeter-Klemmung bringt der 800er-Carbon-Lenker Havoc gerade mal 220 Gramm auf die Waage und soll dabei bombenstabil sein. Den passenden Vorbau gibt es in 50 Millimetern Länge.
  • Wieso eigentlich nicht früher, fragt man sich, wenn man zum ersten Mal die neue Crosshair (Fadenkreuz)-Befestigung des Hayes-Bremssattels sieht. Über zwei zusätzliche Madenschrauben lässt sich der Sattel schleiffrei einstellen und anschließend festziehen – ohne verdrehen. Einfach genial.
  • Einfacher wird auch der Umgang mit der Hex-Lock-Steckachse an Manitou-Tower- und Marvel-Gabeln. Wo früher viele Schrauben gedreht werden mussten, reicht künftig ein kurzer Dreh an der gewindelosen QR15-Steckachse.
  • Neue Leichtgewichte für Racer gibt es von Sun Ringlé. Wir konnten einen Protoypen mit extrem leichten Carbon-Tubular-Felgen erspähen.
  • Mavic – neue 29er Laufräder: Mit nur einem Laufradsatz für 29er hat Mavic das Thema Big Wheels bislang eher stiefmütterlich behandelt. Das ändert sich 2013 mit gleich drei neuen Laufrädern. Crossmax SLR 29, Crossmax ST 29 und Crossride 29. Als Spezialist auf dem Gebiet der rotierende Masse hat Mavic die neuen Laufräder nicht einfach vom 26-Zoll-Bereich hochskaliert. Alleine die Steifigkeit wäre bei gleicher Bauweise um 39 Prozent geringer, dafür die Massenträgheit um den gleichen Betrag höher. Ein indiskutabler Wert für hochwertige Laufräder. Die Lösung: eine minimal dickere Wandstärke der Felge bei gleichzeitig verstärkten Speichen für das Top-Modell Crossmax SLR 29. Mit nur 1620 Gramm kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die Gewichte von Crossmax ST 29 und Crossride 29 liegen bei 1710 bzw. 2020 Gramm. Alle drei Laufräder sind entsprechend des Einsatzzwecks mit den gängigen Achsstandards kompatibel. Ein 650B-Laufrad gibt es bislang noch nicht.
  • Norco 650B Enduro: Das einzig wirklich neue 650B-Bike, das uns beim Sea-Otter-Festival untergekommen ist: Duncan Riffles Enduro mit 160 Millimetern Federweg und massiver, runtergetravelter Totem-Gabel. Nächste Jahr soll der Prototyp mit kurzen 430er-Kettenstreben die Serienreife haben.
  • Giant: Gleich zwei neue 29er-Versionen des Anthem-Race-Fullys funkelten vorm Giant-Zelt unter der kalifornischen Sonne. Die neue Männerversion Anthem X Advanced kommt mit einem 180 Gramm leichteren Rahmen aus Carbon bei etwas höherer Steifigkeit. Und auch die Damen gehen nicht leer aus. Das X 29 4W hat zwar kein Carbon, dafür aber eine spezifischere Geometrie und Ausstattung.
  • Commencal Meta All Mountain heißt das gute Stück und kommt auf 29-Zoll-Rädern, sowie vorne mit 140 und hinten mit 130 Millimetern daher. Bereits bei der Megavalanche auf La Réunion absolvierte Enduro-Überflieger Remy Absalon den ein oder anderen Lauf mit dem spannenden Longtravel-29er. Den Sieg holte er dann aber doch auf klassische 26-Zoll-Art-und-Weise.
  • Yeti: Nach dem SB-66 in 26-Zoll mit 150 Millimetern Federweg kommt folgerichtig eine Twentyniner-Version mit 120 Millimetern am Heck und bis zu 140 Millimetern vorne. Das SB-95 ist nun endlich erhältlich und besitzt ebenfalls den Switch-Technology-Hinterbau, der bei Antritten bemerkenswert ruhig bleibt.
  • Spot: Die Kombination aus 29 und Titan ist nicht wirklich mehr was Seltenes. Kommt dann allerdings noch ein Zahnriemenantrieb dazu, wird das Ganze schon exklusiver. Vor allem, bei so durchdachten Details und sauberer Verarbeitung wie beim Rocker Ti. www.spotbrand.com
  • Scott: Beim Schrauben im Scott-Zelt konnten wir einen Blick auf Geoff Kabushs Spark mit elektronischer Dämpfungskontrolle erhaschen. Über den Drehschalter am Lenker lässt sich eine Plattform für das komplette Fox-Fahrwerk zuschalten. Den Strom liefert ein Di2- Akku von Shimano.
  • Fatback heißt das Bike für Touren in Alaska. Durch die Monsterreifen wühlt sich das Gerät problemlos durch Schnee und Sand. Neben der geilen Optik verblüfft vor allem das Gewicht. Das Komplett- Bike mit poliertem Stahlrahmen wiegt nur unglaubliche 11,3 Kilo.
  • Enve 650B: Die wohl ersten Serien-Clincher-Felgen in 650B und dann noch aus Carbon hat Enve im Programm. Sogar in zweifacher Ausführung: XC und AM. Die Felgen wiegen 360 bzw. 410 Gramm bei 18 und 24 Millimetern Innenweite.