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Robert Mennens Blog von der Marathon-DM 2014

Mennens Marathon-Blog #6: DM in Sankt Ingbert

Robert Mennen am 10.09.2014

Ein Jahr ist es her, dass ich in Münsingen beider Deutschen Meisterschaft im Marathon das Meister-Trikot holte. Wie schnell so ein Jahr vergeht! Grund genug, das Trikot ein weiteres Jahr zu sichern!

Die Vorbereitung auf die DM lief sehr gut. Zwar waren die Ergebnisse im Vorfeld nicht das, was ich erwartet hatte, aber das lag nicht immer nur an meiner Form. Die Strecke in Sankt Ingbert habe ich mir bereits vor über einer Woche angeschaut. Nach den Meisterschafts-Strecken der letzten Jahre konnte die Strecke nur besser werden. Im Cross Country gibt es zur Zeit die Diskussion, ob die Kurse zu technisch geworden sind. Eine solche Frage brauchte man sich bei Deutschen-Marathon-Meisterschaften in den letzten zwei Jahren nicht zu stellen, eher, ob die Strecken zu wenig MTB-Charakter haben. Der Kurs in Sankt Ingbert war auf jeden Fall eines Meisterschaftkurses würdig, wenn auch mit 82 km recht kurz. Kurzes Zwischenfazit: Die Strecke gefällt mir.

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Konnte sich in Sankt Ingbert nicht von den Verfolgern absetzen: Robert Mennen

In den Tagen vorm Rennen spüre ich schon eine gewisse Anspannung. Hat das Training hingehauen, was kann man jetzt noch machen? Fragen über Fragen. In der Woche vor dem Rennen kann man gar nicht mehr viel machen. Ruhe bewahren. Wichtige Trainingsreize sollten vorher gesetzt werden, dafür wäre es jetzt zu spät. Jetzt kann man nur noch das Training der letzten Wochen verdauen und möglichst erholt zum Start rollen.

Der Tag vorm Rennen ist dann anders als bei den meisten Rennen. Drei Betreuer und nur ein Fahrer – ein Reiter auf einsamer Front. Die üblichen Diskussionen mit meinen Teamkollegen über markante Streckenabschnitte oder das Material entfällt. Um 22:30 Uhr ist Zeit fürs Bett. Trotz meiner Nervosität in der Woche bin ich nun erstaunlicherweise ziemlich locker. Keine fünf Minuten später klingelt das Handy. Der Teammanager ruft noch besorgt an: "Ist die Party zu laut?" fragt er. "Welche Party?" entgegne ich. Auf der anderen Seite des Hotels tobt eine Studentenparty. Ohne mich. Ich bekomme davon nichts mit und schlafe gut ein.

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Noch hängt Tim Böhme am Hinterrad. Am letzten Anstieg zieht der Team-Bulls-Fahrer davon – und holt sich den Titel

6:20 Uhr klingelt der Wecker. Ablauf wie üblich. Ehe man sich versieht, steht man auch schon am Start. Ok, es wird ernst. Jetzt kommt es drauf an. Keine 500 m nach dem Start versucht sich Simon Stiebjahn vom Team Bulls mit einem frühen Angriff. Na das wird ja ein schöner Tag heute. Aber keiner sagt, es würde einfach werden. Zu meiner Verwunderung bleibt die Spitzengruppe recht groß. Immer wieder probiert es Team Bulls. Bei jedem Angriff läuten bei mir die Alarmglocken. Lass dich bloß nicht in eine unangenehme Situation bringen! Bin ich nicht schon in einer? Ich gucke mich um und sehe vier Fahrer vom Team Bulls sowie zwei Fahrer vom Centurion-Vaude Team. Na super! Die Strecke ist nicht selektiv genug, bzw. die Berge sind zu kurz, um mich richtig absetzen zu können. Unterfangen zwecklos. Ich muss warten bis zum letzten "längeren" Anstieg drei Kilometer vorm Ziel. Ich fahre als Zweiter hinein. Jeder weiß, nun gilt: "all out". Kaufmann, Käß, Böhme – es wird schwer. Zähne zusammen beißen, es ist nicht mehr weit. Aber es nutzt nichts, ich verliere den Anschluss. Das Projekt "Titelverteidigung" blieb leider erfolglos.

Nächstes Jahr aufs Neue!

Euer Robert

Robert Mennen am 10.09.2014
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