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Video-Doku Rising: Kate Courtney, MTB-Weltmeisterin 2018 Video-Doku Rising: Kate Courtney, MTB-Weltmeisterin 2018

Rising Ep. 5 – Video-Serie mit Kate Courtney

Kate Courtney und die Psychologie im MTB-Racing

Scott-Sram Racing Team, Sebastian Brust am 10.10.2019

Ganz oben, an der Spitze, ist die Luft dünn. Der letzte Teil der Video-Reihe "Rising" zeigt die psychischen Belastungen im Rennalltag der MTB-Weltmeisterin Kate Courtney. Episode 5: Mental Game.

Die Erwartungen waren riesig. Kate Courtney startete die Saison 2019 im Regenbogentrikot und gewann darin drei Weltcups. Stürme der Begeisterung brachen über die junge Amerikanerin herein. Doch die Glückssträhne der ersten Saisonhälfte hielt nicht an. Wie jeder Champion weiß auch Courtney, dass es nicht darum geht, ob man geschlagen wird und auf dem Boden landet, sondern darum, wieder aufzustehen und weiterzukämpfen. In der letzten Episode von "Rising” mit Kate Courtney beschäftigen wir uns damit, was sich beim Elite-Mountainbike-Rennsport im Kopf abspielt.

DER DRUCK UND DIE KUNST DES BALANCIERENS

Im Regenbogentrikot in die Saison 2019 zu starten hieß für Courtney, im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stehen. Dazu kam noch, dass sie gleich mit drei Weltmeister-Titeln in ihr erst zweites Elite-Jahr startete. Aber Erwartungen, auch und vor allem die eigenen an sich selbst, und Druck können schwer auf einer jungen Athletin lasten und forderten von Courtney ein enormes Maß an mentaler Stärke.

Video-Doku Rising: Kate Courtney, MTB-Weltmeisterin 2018

Auch wenn der Körper topfit ist: Im Profi-Sport ist mit entscheidend, was sich im Kopf abspielt.

Video-Doku Rising: Kate Courtney, MTB-Weltmeisterin 2018

Startnummer verpflichtet: Kate Courtney startete als Weltmeisterin in die 2019er-Saison. Entsprechend hoch waren die Erwartungen.

Sich als Athlet zu behaupten, erfordert Disziplin. Das Gleichgewicht zu finden zwischen (Aufbau-)Training und Regeneration ist eine Kunst. Umzuschalten, nachdem man gerade noch mit Vollgas aufs Ganze gegangen ist, und einfach mal eine Pause einzulegen liegt nunmal nicht in der Natur von Ausnahme-Athleten. Im Gegenteil, solche Heißblüter tendieren sogar eher dazu, zusätzliche Einheiten zu trainieren, wenn alle anderen schon längst zu Hause sind. Abgesehen davon erleben alle Athleten, egal auf welchem Level, Höhen und Tiefen, auf die sie nicht hintrainieren können.

DIE ERFAHRUNG UND DER BLICK NACH VORNE

Nach einem intensiven Trainings-Camp im Sommer galt Kate Courtney als erschöpft, ihre Ergebnisse spiegelten das wider. Sie musste einen Gang runterschalten, lockerer die restliche Saison angehen und sich auf das Worldcup-Gesamtergebnis konzentrieren. Es war ein Lernprozess, bei dem das Hauptziel an manchen Tagen einfach nur war, das Rennen mit einem Lächeln im Gesicht abzuschließen. Das Scott-Sram Racing Team hat sich dafür die Schlagworte #funisfast und #fastisfun zum Motto gemacht.

Und es funktionierte. Die Saison 2019 war zwar für Kate Courtney eine Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen. Aber sie verlor dabei nie ihr Ziel aus dem Blick: den Weltcup-Gesamttitel. Courtney arbeitete sich auf dem Weg Schritt für Schritt voran, bis ganz nach oben auf "ihren" Gipfel, und gewann die Gesamtwertung – eine unglaubliche Leistung für die 23-jährige Fahrerin, die erst ihr zweites Jahr im Elite-Rennsport bestreitet. Mit diesen wertvollen Erfahrungen kann sie optimistisch sowohl in die Off-Season als auch die Olympia-Saison 2020 blicken – auch wenn sie das Olympia-Testrennen in Izu wegen einer Verletzung aus dem Training ausfallen lassen musste. Vielleicht ganz gut so, so kocht die Erwartungshaltung nicht gleich wieder über. 

Video-Doku Rising: Kate Courtney, MTB-Weltmeisterin 2018

Durchhänger: Die amtierende Weltmeisterin Kate Courtney Anfang August beim Worldcup in Val di Sole. Mit einem Rückstand von über fünf Minuten auf die Siegerin Ferand Prevot erreicht sie nur Rang 17. Den Fans ist's wurscht...

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Bei den Weltmeisterschaften 2019 im kanadischen Mont Sainte Anne landete Courtney auf Rang fünf. Den Titel schnappte sich in diesem Jahr die Französin Pauline Ferrand Prevot.

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Nicht nachgelassen: Am Ende der Saison besteigt Courtney "ihren" 2019er-Gipfel – Sieg in der Worldcup-Gesamtwertung.

FRAGEN UND ANTWORTEN: KATE COURTNEY IM INTERVIEW

Kate, wie würdest Du die Saison in ein paar Worten zusammenfassen?
Diese Saison hat gezeigt, was möglich ist, wenn du dich hart ins Zeug legst und ein großartiges Team um dich herum hast, immer offen für neue Erfahrungen bist und zuversichtlich weiterhin große Ziele verfolgst.

Wie würdest Du andere junge Athleten ermutigen, um die Höhen und Tiefen einer Saison zu überstehen?
Ich liebe das Zitat: "Es ist nicht der Gipfel des Berges, der dich am Leben hält, es sind die Berghänge." Daran zu denken, dass der Weg und Aufstieg dahin zu so überwältigenden Momenten am Gipfel führen, hilft mir dabei, das Ziel vor Augen zu behalten, jeden Tag das Beste zu geben – egal wie das Ergebnis aussieht. Es ist nicht immer leicht, den ganzen Verlauf zu genießen und Vertrauen zu haben, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du gehofft hast. Aber diese Tage durchzustehen, ist genauso wichtig für deinen Erfolg, wie sich zu freuen, wenn alles perfekt klappt.

Wie bist Du während der Saison psychisch so stabil geblieben?
Ich konzentriere mich sehr darauf, was sich in meinem Kopf abspielt – und erhalte dabei großartige Unterstützung! Ich arbeite mit einem Sportpsychologen und habe das große Glück, ein Team um mich zu haben, das sich um mich kümmert und an mich glaubt. Letztendlich ist eine meiner größten Stärken in diesem Sport, dass ich es ehrlich liebe, auf meinem Bike zu fahren. Ich merke immer wieder, wie sehr es mir Spaß macht und mich neu motiviert, mit Leuten zu fahren, die ich mag, um optimistisch zu bleiben und mich zum nächsten großen Ziel voranzutreiben.

Was hast Du von dieser Saison gelernt, das du in die nächste Saison mitnimmst?
In dieser Saison habe ich so vieles dazu gelernt! Es war bis heute eine meiner erfolgreichsten, lohnendsten und herausforderndsten Saisons. Sie hat mir den perfekten Mix aus Zuversicht, Demut und Motivation gegeben, um ins Olympia-Jahr zu starten. Ich habe gelernt, dass sich Ausdauer auszahlt – du kannst nie wissen, wann du vielleicht nur einen Schritt davon entfernt bist, deinen Traum zu verwirklichen. Wenn du aufhörst, vorwärts zu gehen, erfährst du vielleicht nie, was alles möglich gewesen wäre.

Was hast Du nach der Saison vor?
Etwas ausruhen und viele lange Fahrten mit meinen Freunden zu Bäckereien unternehmen!

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Das Scott-Sram Racing Team nach dem letzten Worldcup 2019. #funisfast und #fastisfun, die Schlagworte der 2019er-Saison.

Scott-Sram Racing Team, Sebastian Brust am 10.10.2019

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