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Red Bull Rampage 2014: Lacondeguy Freeride-König

Lacondeguy krönt sich zum neuen King of Freeride

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Die Red Bull Rampage ist das spektakulärste Freeride-Event des Jahres. Und das gefährlichste. Die mutigsten Mountainbiker der Welt kämpfen hier um Sieg und Ehre.

Die Red Bull Rampage ist das Mekka für ausgewiesene Adrenalinjunkies. Canyons aus rotem Sandstein, blauer Himmel, steile Felsen: Die Wüste in Utah bietet die perfekte Kulisse, um für ein Jahr den King of Freeriding zu krönen. Dabei hieß es wie immer: zunächst den eigenen Trail in den Berg bauen. Bis zu zwei Wochen feilten die Teilnehmer an der perfekten Linie, um dann in den Finals die Judges mit einem ausgewogenen Mix aus Fahrtechnik, Mut, Flow und Tricks zu beeindrucken. Sieger war am Ende, wer die beste Kombination in seinem Ride umsetzen konnte.

Hier flippt Szymon Godziek über das 23 Meter weite Canyon-Gap. Dabei bekommt man eine ungefähre Vorstellung, was passiert, sollte man zu kurz springen.

Auch in diesem Jahr hatten sich wieder zahlreiche Fahrer aus sehr unterschiedlichen Disziplinen zur Rampage angekündigt. Das Starterfeld bei den Finals las sich eher wie die Kapitelübersicht von "Die größten Freerider aller Zeiten": Brandon Semenuk, Sieger des diesjährigen District Rides in Nürnberg und Führender der FMB World Series war ebenso am Start wie sein ärgster Konkurrent und Zweitplatzierter der FMB World Series, Brett Rheeder. Für sie beide galt es neben dem Rampage-Sieg auch noch den Gesamtsieg der FMB World Tour zu erringen.

Verrückte Fans gehören bei der Rampage einfach dazu. Schließlich sind ja auch die Rider etwas verrückt.

Außerdem angereist waren die beiden Big-Mountain-Fahrer und überzeugten Mitglieder der Fest Series* , Graham Agassiz und Andreu Lacondeguy. Agassiz beendete die Qualifikation als Erster und galt damit als Top-Favorit. Doch er verletzte sich am Knie und musste für das Finale passen. Lacondeguy, im Vorfeld bereits qualifiziert, wollte nach drei vierten Plätzen in Folge endlich ganz nach oben auf’s Podium. Das Video zeigt das Training der beiden am natürlichen 23-Meter-Drop(!):

Cam Zink, der bereits 2010 die Rampage gewonnen hatte, war gekommen, um einen zweiten Rampage-Sieg einzufahren. Das ist bisher nur seinem Kumpel Kyle Strait gelungen, der nach seinen Siegen 2004 und 2013 als Titelverteidiger ins diesjährige Rennen ging. Backflip-Spezialist Kelly McGarry, Kyle Norbraten und Carson Storch: alles keine Unbekannten und doch nur ein paar der wichtigsten Rider des Events.

Zäsur: Sintflutartiger Regen platzte dazwischen

Doch das Wetter spielte zunächst nicht mit. Wegen extremer Regenfälle und Wind musste das Finale der diesjährigen Red Bull Rampage von Sonntag auf Montag verschoben werden. Eine gute Entscheidung, denn auch im Laufe des Sonntags wurde das Wetter sogar schlechter statt besser.

Blauer Himmel, Canyons und mittendrin Andreu Lacondeguy beim Backflip über die Razor-Hip.

Am folgenden Tag war der Himmel wieder gewohnt blau und die Felsen wieder trocken. Positiver Nebeneffekt des Regens: Die Unmengen an Staub waren gebunden. Die Hänge waren sogar besser befahrbar als zuvor und auch die drei großen aus Holz gebauten Features der diesjährigen Rampage bereit, gerockt zu werden: die Razor-Hip, ein riesiger Sprung im unteren Abschnitt, der GoPro-Stepdown und das monströse Red Bull Canyon-Gap. Das Event konnte beginnen.

Der erste, der sich lange auf der ersten Position halten konnte, war Jeffrey Herbertson. Besonders sein lässiger Style und sein Backflip über das 23,5 Meter lange Canyon Gap überzeugten die Jury. 80,75 Punkte standen am Ende für ihn auf der Tafel.

Der Preis für das lässigste Outfit wäre möglicherweise an Jeffrey Herbertson gegangen, der in seinem Holzfällerhemd die erste Hälfte des ersten Laufes dominierte. Hier ist er gerade beim Backflip über das Canyon-Gap zu sehen.

Den Backflip über die Mega-Schlucht hatte im letzten Jahr nur Kelly McGarry als einziger Fahrer gewagt. Getreu dem Motto: höher, schneller, weiter rotierten in diesem Jahr gleich mehrere im Rückwärtssalto über die Schanze – nicht alle schafften es. Der Franzose Lois Reboul flog im zweiten Durchgang nicht weit genug und schlug dumpf im Sand auf. Ein Wunder, dass er sich dabei nicht ernsthaft verletzte. Auf Rebouls Facebook-Seite gab er Entwarnung: "Ich habe mir nichts gebrochen und bin froh, am Leben zu sein." Auch McKelly, der unmittelbar nach ihm startete, krachte hart in die Landung des Gaps.

Der junge Tom van Steenbergen hatte sich im ersten Lauf mit einem Frontflip sogar noch mehr getraut, scheiterte jedoch knapp am Canyon-Gap und überschlug sich heftig. Auch er blieb dem Crash weitgehend unverletzt und konnte aus eigener Kraft aufstehen. Wäre ihm der Frontflip geglückt, hätte er ganz vorne mitgemischt.

Andreu Lacondeguy mit Big-Mountain-Biking vom Feinsten

Erst Kyle Norbraten konnte Herbertson für kurze Zeit die Führung nehmen, bevor Brett Rheeder, mit einigen sehr sauberen Tricks überzeugte und sich damit an die Spitze schob. Cam Zink wählte eine extrem technische und steile Line, ließ sich aber trotz der extremen Sprunghöhe nicht davon abhalten, einen sauberen 360 Drop hinzuzaubern. 89,50 Punkte war das der Jury wert, die ihn dafür später noch mit dem Best Trick Award belohnen sollte. Auch Kyle Strait und Brandon Semenuk legten Runs jenseits der 85-Punkte-Marke hin und beförderten Herbertson und Norbraten endgültig aus den Top-5.

Die Line, die Kyle Strait (Bild) und sein bester Freund Cam Zink wählten, war tatsächlich so steil wie es aussieht.

Aber Andreu Lacondeguy konnte sie mit einem fehlerfreien Lauf alle toppen. Der starke Mix aus extremem Vertriding, dem riesigen Drop auf der einen und sehr sauberen Tricks auf der anderen Seite, legte er einen absolut fehlerfreien Lauf hin. 95,25 Punkte standen nach seinem Run auf der Anzeigetafel. Ein phänomenaler Score, der an diesem Tag auch im zweiten Run von niemandem mehr überboten werden konnte. Der zweite Platz geht an Cam Zink mit 89,50 Punkten, Dritter und damit auch Erster in der FMB World Series Gesamtwertung ist Brandon Semenuk, der sich in seinem zweiten Run noch einmal auf 89,25 Punkte verbessern konnte.

Brandon Semenuk konnte bei der Rampage vor allem mit viel Flow und extrem sauberen Tricks überzeugen. Am Ende reichte es für den dritten Platz.

Hier können Sie die Wiederholung des kompletten Rennens ansehen, bei Red Bull gibts die vollständigen  Ergebnisse , und die Highlights der Red Bull Rampage 2014 laufen im Video ganz unten.



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: Von Fahrern selbst organisierte Events, bei denen es sehr wohl um die größten Sprünge und action-geladene Tricks geht, nicht aber um Punkte. Fotografen und Flimteams produzieren dabei medienwirksame Bilder und Videos. Der Spaß am Biken steht im Vordergrund, bei ungünstigen Bedingungen finden die Events nicht statt. Druck von Veranstaltern gibt es nicht.

Das Podium der Red Bull Rampage 2014 (v. l. n. r.): Cam Zink mit Tochter, Andreu Lacondeguy und Brandon Semenuk.

Themen: Andreu LacondeguyFMB; World TourFreerideRampageZink


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