Peter Sagan CC-Rennen Graz 2016 Peter Sagan CC-Rennen Graz 2016

Peter Sagan: Comeback auf dem Mountainbike

Straßenweltmeister stürzt bei MTB-Comeback in Graz

Adrian Kaether am 28.04.2016

Peter Sagan ist eine der schillerndsten Gestalten im Straßenrennsport. Seine Siege, Titel und Wheelies haben ihn schon zur Legende gemacht. Nun stieg der Straßenweltmeister wieder aufs Bike.

Immer wieder wechseln Mountainbiker die Disziplinen. Vom Mountainbike zum Rennrad, vom Rennrad zum Mountainbike, zwischendrin noch Cyclocross. Meistens sind diese Versuche aber eher nicht von Erfolg gekrönt, aber wenn doch, dann sind sie um so spektakulärer. Bestes Beispiel: Pauline Ferrand-Prevot. Ihr ist es offensichtlich vollkommen gleich. Hauptsache zwei Räder, Pedale dran und Rennen fahren. Auf dem Downhill-Bike haben wir sie zwar noch nicht gesichtet, aber vergangenes Jahr holte sie in einem guten Jahr ihrer aktiven Straßensportkarriere auch noch den Mountainbike-Weltmeistertitel im Cross Country in Andorra. Nebenberuflich sozusagen, denn einen Straßen- und einen Cyclocross-WM-Titel hat sie ebenfalls in der Tasche.

Eine Affinität fürs Mountainbiken hat auch der amtierende Straßenweltmeister Peter Sagan. Er ist bekannt dafür, auch auf dem Rennrad gerne mal die Zuschauer mit einhändigen Wheelies oder anderen Kunststücken in seinen Bann zu ziehen. Sicherlich noch ein Relikt aus seiner Zeit als Mountainbiker. Denn Sagan gewann seinen ersten wichtigen Titel, die Junioren-Weltmeisterschaft 2008, auf dem Mountainbike.

2016: Sagan in Graz wieder auf dem Mountainbike

Dieses Jahr wollte er sich und seinen Fans beweisen, dass er auch auf dem Mountainbike immer noch schnell ist und meldete sich für das Grazer Bike Opening Stattegg an, einem typischen Cross Country-Rennen. Alles lief nach Plan. Insbesondere am Anfang konnte Sagan sich gut gegen die Mountainbike-Profis behaupten, doch gegen Mitte und Ende des Rennens verlor er einige Positionen. Doch dann meldete sich der Ehrgeiz des Weltmeisters: Sagan pushte insbesondere in den Abfahrten immer mehr, bis er in der sechsten Rennrunde zu Boden ging.

Die genauen Umstände des Unfalls sind nicht geklärt und auch über sein späteres Verhalten gibt es unterschiedliche Angaben. In einem Amateurvideo ist er noch nach dem Sturz auf dem Bike zu sehen, steigt dann aber mitten auf der Strecke völlig deprimiert ab, hält inne und steigt nach einer kurzen Pause wieder auf. Offensichtlich hatte er sich während des Sturzes leicht verletzt und zudem sein Specialized-Bike beschädigt. Manche berichten, er habe die Ziellinie noch einmal zu Fuß überquert. Die offizielle Version ist aber, dass er nach dem Sturz aufgegeben hat. Aber egal wie es sich genau abgespielt hat: So hatte sich Sagan sein Comeback auf dem Mountainbike wohl nicht vorgestellt.

Dem Slowaken bleibt jedoch noch eine zweite Chance sich auf dem Mountainbike zu beweisen. Am 30. April will er angeblich noch an einem Rennen in Tschechien teilnehmen. Schlecht sind seine Chancen dabei sicher nicht, denn wäre er nicht gestürzt, wäre auch in Graz ein gutes Ergebnis möglich gewesen.

Adrian Kaether am 28.04.2016
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