Olympia 2016: Teams und Chancen Olympia 2016: Teams und Chancen Olympia 2016: Teams und Chancen

Olympia 2016: Mountainbike-Starter, Teams & Favoriten

Olympia 2016: Teams und Chancen

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Weniger als ein Monat trennt uns noch von Olympia 2016, dem wichtigsten Rennen des Jahres. Zeit, sich die Fahrer und Teams für Rio einmal etwas genauer anzusehen.

Beim Cross-Country-Worldcup in Lenzerheide vergangenes Wochenende kam die MTB-Elite dieses Jahr bereits zum vierten Mal zusammen. Und wahrscheinlich wird es das letzte Mal gewesen sein, bevor die Auserwählten der verschiedenen Länder in Rio de Janeiro Mitte August (20./21.8.) um die höchste Auszeichnung des Sports kämpfen: Die olympische Goldmedaille. Denn einige Athleten haben schon angekündigt, am fünften Worldcup in Mont-Saint-Anne mit Blick auf die Olympia-Vorbereitung nicht mehr teilzunehmen. Grund genug also, sich schon jetzt zu fragen, mit wem bei den beiden olympischen Rennen in Rio de Janeiro überhaupt zu rechnen sein wird.

Machen Frankreich, die Schweiz und Tschechien es unter sich aus?

Bei den Männern werden sich die Topfavoriten wahrscheinlich ausschließlich aus der schweizerischen, der französischen und der tschechischen Mannschaft rekrutieren. Das jeder Athlet des Trios Absalon (FRA), Nino Schurter (SUI) und Jaroslav Kulhavy (CZE) gute Chancen hat, die olympische Goldmedaille 2016 mit nach Hause zu nehmen, steht außer Frage. Aber nicht nur mit ihren Topfavoriten können diese drei Mannschaften glänzen.

Im französischen Team finden sich neben dem zweifachen Olympiasieger Absalon auch noch die beiden BH-SR Suntour-Fahrer Maxime Marotte und Victor Koretzky. Zusammen mit Absalon fuhren sie als Trio im französischen La Bresse zum Worldcup-Dreifachsieg. Vor allem Marotte konnte in dieser Saison durchgängig überzeugen. In Cairns und La Bresse fuhr er auf Platz zwei, in Albstadt und Lenzerheide auf Platz drei. Damit hat er bisher kein Worldcup-Podium verpasst. Ein heißer Tipp, auch für Olympia!

Jetzt abstimmen: Wer holt bei den Herren Gold in Rio?

Das schweizerische und auch das tschechische Team werden ebenfalls nicht von Verlegenheitslösungen komplettiert. Mit dem jungen Lars Forster gibt die Schweiz einem Newcomer eine Chance bei Olympia, der abfahrtsstarke Mathias Flückiger ist der dritte gefährliche Mann im Team. Er konnte schon mehrfach überraschen. Die Tschechen schicken Ondrej Cink als zweiten Mann ins Rennen. Er konnte vor allem bei wichtigen Events immer wieder punkten, zum Beispiel mit einem dritten Platz bei der WM in Andorra 2015 und einem vierten Platz bei der WM in Nove Mesto 2016.

Ein buntes Favoritenfeld bei den Damen

Bei den Damen ist das Feld der Favoriten etwas bunter durchmischt. Aber auch hier hat sich in den vergangenen Wochen ein Favoritentrio herausgebildet. Die Schweiz schickt Jolanda Neff ins Rennen, für Dänemark startet Annika Langvad, für Schweden Jenny Rissveds. Doch es gibt noch einige andere, die in den Kampf um die Medaillen sicher  eingreifen werden. Mit den beiden Kanadierinnen Emily Batty und Catharine Pendrel muss man rechnen, Katerina Nash (CZE) machte bei der WM in Nove Mesto ebenso eine gute Figur wie Maja Wloszczowska (POL).

Jetzt abstimmen: Wer holt bei den Damen Gold in Rio?

Aus den USA geht Lea Davison als gefährlichste Fahrerin ins Rennnen, aus Deutschland können Sabine Spitz und vielleicht auch Helen Grobert in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Spitz in jedem Fall, denn die 44-Jährige hat bereits einen Satz Olympia-Medaillen zu Hause hängen. Russland schickt Irina Kalentieva ins Rennen. Und eine darf natürlich auf keinen Fall fehlen: Gunn-Rita Dahle Flesja. Zwar ist die Norwegerin wie Spitz nicht mehr die jüngste, dafür wird sie ihre Erfahrung ausspielen können. Ein Faktor, der umso mehr eine Rolle spielt, je wichtiger das Rennen wird – bei Olympia also ganz besonders.

Das deutsche Mountainbike-Team für Olympia

Deutschland darf in Rio 2016 zwei Männer und zwei Frauen ins Rennen schicken (zum Qualifikationsprozess der Länder siehe unten). Der DOSB (Deutsche Olympische Sportbund) hat sich letztenendes für Manuel Fumic, Moritz Milatz, Sabine Spitz und Helen Grobert entschieden. Doch insbesondere bei den Damen fiel die Entscheidung schwer, da sich auch Elisabeth Brandau und Adelheid Morath qualifiziert hatten.

Chancentechnisch sind aktuell wohl vor allem die deutschen Damen gut aufgestellt. Sabine Spitz hat nicht nur bereits einen olympischen Medaillensatz in ihrer Vitrine hängen, sie hätte auch bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto sicher Platz drei geholt, wäre nicht in der letzten Runde ihr Hinterreifen platt gewesen. Auch Helen Grobert konnte schon gute Platzierungen in diesem Jahr einfahren, zum Beispiel ein sechster Platz im schwül-heißen Cairns, das klimatisch Rio de Janeiro nicht so unähnlich sein dürfte.

UCI Sabine Spitz fuhr in Nove Mesto ein phänomenales Rennen. Pech und ein Plattfuß in der letzten Runde kosteten sie WM-Bronze.

Red Bull Content Pool Letzte Saison lief es für "Mani" Fumic besser als dieses Jahr. Vielleicht platzt der Knoten in Mont-Sainte-Anne, den der Kirchheimer wird auch den letzten Worldcup vor Olympia noch fahren.

Etwas schwieriger ist die Einschätzung dagegen bei den Männern. Manuel Fumic konnte in der letzten Saison mehrfach gute Platzierungen holen. Dieses Jahr lassen die durchschlagenden Erfolge aber noch auf sich warten. Vielleicht weil Fumic sich so intensiv auf Rio vorbereitet? Moritz Milatz ist mit der eigenen Leistung wesentlich zufriedener. Vor allem vor dem Hintergrund, dass er sich wieder mehr auf sein Studium konzentriert. In Nove Mesto konnte er sich von Platz 80 auf Platz 24 vorkämpfen. Was er in Rio in dieser Hinsicht schafft, wird sich zeigen.

So werden die Startplätze für Olympia vergeben

Etwas undurchsichtig erscheint manchmal, wie überhaupt die Startplätze für Olympia vergeben werden. Denn manche Länder dürfen mehr Starter ins Rennen schicken als andere. Dabei hat das Prozedere durchaus ein durchdachtes System: Vom 24. Mai 2014 bis zum 24. Mai 2016 wurden alle Weltranglisten-Punkte addiert, die die Fahrer einer Nation bei internationalen Rennen sammelten. Dabei wird nur nach Männern und Frauen getrennt. So ergibt sich ein Nationenranking, denn die erfolgreichste Nation ist natürlich die, die die meisten Punkte gesammelt hat.

Im Falle der Herren erhalten die ersten fünf Nationen dieses Nationenrankings drei Startplätze, die Positionen sechs bis dreizehn zwei und die Positionen 14 bis 23 je einen Startplatz. Im Ranking der Damen werden bis Rang acht je zwei Startplätze vergeben, von Rang neun bis 17 jeweils einer. Die Wahl, wer genau die Startplätze einnimmt, liegt dann bei den nationalen Verbänden, in Deutschland also beim DOSB. Allerdings musste jeder Starter bis zum 25. Mai 2015 in der Saison 2015 oder bis zum 25. Mai 2016 in der Saison 2016 jeweils zehn Punkte in der Weltrangliste eingefahren haben.

Dänemark

Simon Andreassen/Annika Langvad

Deutschland

Manuel Fumic, Moritz Milatz/Sabine Spitz, Helen Grobert

Frankreich

Julien Absalon, Maxime Marotte, Victor Koretzky/Pauline Ferrand-Prevot, Perrine Clauzel

Italien

Luca Braidot, Marco Aurelio Fontana, Andrea Tiberi/Eva Lechner

Kanada

Léandre Bouchard, Raphael Gagné/Emily Batty, Catharine Pendrel

Niederlande

Rudi van Houts

Norwegen

Gunn-Rita Dahle Flesjå

Polen

Maja Wloszczowska, Katarzyna Solus-Miśkowicz

Russland

Anton Sintsov/Irina Kalentieva

Schweden

Jenny Rissveds

Schweiz

Lars Forster, Nino Schurter, Mathias Flückiger/Jolanda Neff, Linda Indergand

Spanien

Carlos Coloma, José Antonio Hermida, David Valero

Tschechien

Ondrej Cink, Jaroslav Kulhavy, Jan Skarnitzel/Katerina Nash

USA

Howard Grotts/Lea Davison, Chloe Woodruff

Olympia 2016

Die wichtigsten MTB-Teams im Überblick

Themen: 2016Cross CountryJolanda NeffJulien AbsalonManuel FumicMoritz MilatzNino SchurterOlympia-MTB-RioOlympische SpieleRennenXCO


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