Nino Schurter zum dritten Mal Weltmeister - Fumic sensationell Zweiter! Nino Schurter zum dritten Mal Weltmeister - Fumic sensationell Zweiter! Nino Schurter zum dritten Mal Weltmeister - Fumic sensationell Zweiter!

Nino Schurter zum dritten Mal Weltmeister - Fumic sensationell Zweiter!

  • Martin Platter
  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 8 Jahren

Schurters Leistung bei den Cross-Country-Weltmeisterschaften in Pietermaritzburg überraschte nicht. Die von Manuel Fumic dagegen schon. Es war der bisher größte Erfolg im Männerteam des BDR. In der Damen-Elite gewann die wieder erstarkte Julie Bresset vor Maja Wlosczowska und Esther Süß.

„Dieser Titel ist mehr wert als der von Saalfelden. Letztes Jahr waren die Olympischen Spiele der absolute Höhepunkt. Dieses Jahr ist es wieder die WM”, ordnete Nino Schurter seine Leistung vor den versammelten Medienvertretern gleich selber ein, nachdem er zum dritten Mal nach 2009 und 2012 in Regenbogentrikot des weltbesten Crosscountry-Mountainbikers eingekleidet worden war.

Armin M. Küstenbrück Das WM-Podium der Herren 2013 (v. l. n. r): Manuel Fumic (GER, 2.), Nino Schurter (SUI, 1.), José Antonio Hermida (ESP, 3.).

Vom Start weg schlug der Schweizer ein hohes Tempo an, um Europameister und Erzrivale Julien Absalon aus Frankreich in die Defensive zu drängen. Ab der zweiten von sieben Runden pendelte sich der Vorsprung des Schweizers auf seine ersten Verfolger zwischen 20 und 30 Sekunden ein. Nur in der letzten Runde strauchelte der 27-Jährige kurz, als ihm bergab in einer Kurve auf sandigen Untergrund das Bike wegrutschte und er kurz zu Boden musste. Der Titelverteidiger hatte jedoch Glück. Er und sein Untersatz blieben heil. Mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Manuel Fumic konnte sich Schurter ins Ziel retten. Dritter wurde der Spanier José Antonio Hermida, der Weltmeister von 2010. Fumic, der 2004 U23-Weltmeister geworden war und dem seither der Ruf eines ewigen Talent vorauseilte, konnte damit nicht nur für sich selber, sondern auch für den Bund Deutscher Radfahrer den bisher größten Erfolg im Mountainbike Männerteam einfahren. Und dies, nachdem er zwei unverschuldete Stürze heil überstanden hatte. Zweitbester Deutscher wurde Moritz Milatz auf Rang 7 – ebenfalls ein Top-Ergebnis für den Deutschen Meister. Damit war die Cross-Country-WM 2013 die bisher erfolgreichste für das deutsche Team. Fumic' WM-Medaille war die fünfte - so viele gab's noch nie - und die erste eines deutschen Elite-Fahrers überhaupt!

Marius Maasewerd Riesen Freude: Manuel Fumic konnte als erster deutscher Elite-Fahrer überhaupt auf das WM-Podium fahren.

Auch die übrigen Schweizer konnten ebenso wenig an die guten Resultate des Vorjahres anknüpfen wie die im Vorfeld meistgenannten Favoriten. Lukas Flückiger, im Vorjahr noch WM-Silbermedaillengewinner, stürzte und musste den Titelkampf bereits nach 200 Metern aufgeben. Er wurde mit Rippenbrüchen in Krankenhaus eingeliefert. Mathias Flückiger, im Vorjahr WM-Dritter, war gar nicht erst nach Südafrika geflogen, nachdem er die ganze Saison gesundheitsbedingt hinter seinen gewohnten Leistungen blieb. Olympiasieger Jaroslav Kuhlhavy erreichte das Ziel als Fünfter, Absalon - nach diversen Stürzen während des Trainings und im Finale mit gebrochenen Rippen unterwegs! - als Sechster. Fabian Giger fuhr zu Beginn des Rennens an zweiter Stelle und lieferte sich einen heftigen Schlagabtausch mit Manuel Fumic. Giger hatte von Beginn an Probleme im Rock Garden und drängte Fumic in der ersten Runde die Streckenbegrenzung. Bereits eine Runde später das gleiche Schauspiel. Ein heftiger Sturz im Steingarten, bei dem er auch Fumic mit vom Rad riss, raubten Giger das Selbstvertrauen und die gute Platzierung. Er beendete das Rennen als Zehnter. Die fahrtechnisch anspruchsvolle Runde war einfach perfekt auf die Fähigkeiten Schurters zugeschnitten. Der Bündner hatte im Vorjahr gleichenorts bereits den Weltcup-Auftakt in ähnlich souveräner Manier für sich entschieden vor dem in der Zwischenzeit tödlich verunglückten Südafrikaner Burry Stander und Manuel Fumic.

Marius Maasewerd Fumic kam mit der fahrtechnisch anspruchsvollen Strecke in Pietermaritzburg bestens zurecht.

Olympiasiegerin Julie Bresset wieder Weltmeisterin

Erstaunlich aus Schweizer Sicht war, dass Esther Süss auf dem Parcours die Bronzemedaille gewinnen konnte. Die Aargauerin steht im Ruf, nicht die beste Fahrtechnikerin im Peloton zu sein und erwischte auch noch einen schlechten Start. Von Rang 19 kämpfte sich die Marathon-Europameisterin bis in die Medaillenränge vor, „profitierte” aber auch von zahlreichen Stürzen und Ausfällen vor ihr fahrender Konkurrentinnen. Gewonnen wurde das WM-Rennen in Südafrika von der nach einem Schlüsselbeinbruch im Frühjahr wieder erstarkten Olympiasiegerin Julie Bresset aus Frankreich und der Polin Maja Wlosczowska, Weltmeisterin des Jahres 2010. Die deutsche Medaillen-Hoffnung Sabine Spitz nahm nicht an den Titelkämpfen teil. Sie hatte sich im Training eine schwere Schulterverletzung zugezogen ( BIKE berichtete ).

Als Meister des geschickten Timings hat sich Schurters Teamchef Thomas Frischknecht (Scott Swisspower) erwiesen. Wie bereits vor drei Jahren verlängerte er den Vertrag mit seinem Leistungsträger erneut vor dem Titelkampf um weitere drei Jahre bis 2016 und hofft, dass bei den Olympischen Spielen in Rio Schurters Gold-Coup endlich gelingen möge.

WM 2013 in Pietermaritzburg die erfolgreichste aller Zeiten aus deutscher Sicht

Gemessen an den Medaillen war die 24. MTB-Weltmeisterschaft in Pietermaritzburg für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) im Olympischen Cross Country die erfolgreichste WM aller Zeiten. Insgesamt durften wir uns über fünf Medaillen freuen. Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Armin M. Küstenbrück Manuel Fumic nimmt gleich zwei Mal Edelmetall mit nach Hause. Neben Silber im Einzelrennen holte er in der Staffel gemeinsam mit Hanna Klein, Georg Egger (BIKE Junior Team!) und Lukas Baum Bronze hinter Italien und Frankreich.

Armin M. Küstenbrück In der U23 der Herren beendete Julian Schelb ein atemberaubendes Aufholrennen auf Platz zwei. Unmittelbar nach dem Start wurde er in einen Sturz verwickelt und rauschte in die Streckenbegrenzung. Von ganz hinten pflügte der Fahrer vom Team Lexhaus-Rothaus durch das Feld und holte sensationell Silber. Gold ging an den favorisierten Gerhard Kerschbaumer aus Italien, Bronze an Michiel van der Heijden aus den Niederlanden.

Armin M. Küstenbrück Sarah Bauer galt Juniorinnen im Vorfeld als sichere Kandidatin für eine Platzierung unter den ersten zehn. Am Ende landete sie überraschend auf Platz drei und gewann Bronze hinter der Schweizerin Alessandra Keller und der Italienerin Emilie Collomb.

Armin M. Küstenbrück Lukas Baum schafft bei den Junioren das Triple. Nach dem Gewinn der Deutschen und der Europameisterschaft fuhr der Schüler von Wolfram Kurschat auch den Weltmeistertitel ein. Was für eine Bilanz! Silber ging an den Kanadier Peter Disera, Bronze an Gioele Bertolini aus Italien.

Nicht zu vergessen zwölf weitere Top-Ten-Platzierungen, hier im Überblick:

U19: 4. Sofia Wiedenroth, 7. Georg Egger, 9. Philipp Bertsch

U23: 4. Helen Grobert, 7. Christian Pfäffle, 10. Markus Schulte-Lünzum

Elite: 7. Moritz Milatz

Sprint: 4. Nadine Rieder, 6. Lena Putz, 7. Helen Grobert, 5. Andy Eyring, 10. Martin Gluth

Mit dieser Ausbeute rangierten die Deutschen im Cross-Country-Medaillenspiegel auf Platz drei hinter den Schweizern (3x Gold, 1x Silber, 2x Bronze) und den Italienern (2-1-1). Absolut standen nur die Schweizer mit insgesamt sechs Medaillen öfter auf dem Podium. Herzlichen Glückwunsch an alle – weiter so!

Armin M. Küstenbrück Das vielleicht schönste Bild aus Pietermaritzburg: Julian Schelb genießt den Gewinn der Silbermedaille bei der U23-WM 2013.

Themen: Cross CountryMTB-WMSüdafrikaWM


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