MTB WM: Bresset und Schurter dominieren Cross Country-Rennen MTB WM: Bresset und Schurter dominieren Cross Country-Rennen MTB WM: Bresset und Schurter dominieren Cross Country-Rennen

MTB WM: Bresset und Schurter dominieren Cross Country-Rennen

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 9 Jahren

Am Ende kam keiner an den Schweizern vorbei: Die Eidgenossen teilten bei der Herren-Elite alle drei Podiumsplätze unter sich auf. Einsame Spitze fuhr dabei Nino Schurter, der sich den zweiten WM-Titel seiner Karriere sicherte. Wie von einem anderen Stern auch Olympiasiegerin Julie Bresset aus Frankreich, die mit deutlichem Abstand die Damen-Kokurrenz gewann. Weltmeister der U23-Kategorie sind die Schweizerin Jolanda Neff und der Tscheche Ondrej Cink.

In London musste sich Weltcup-Gesamtsieger Nino Schurter noch mit Silber begnügen. Bei der Weltmeisterschaft 2012 sicherte sich der Schweizer nun souverän den Titel vor seinen Landsmännern Lukas und Mathias Flückinger.

Ale Di Lullo Drei Schweizer auf dem WM-Podium (v.l.): Lukas Flückiger, Nino Schurter, Mathias Flückiger

Wolkenloser Himmel und sommerliche Temperaturen zogen wieder mehr als 12.000 Mountainbike-Begeisterte nach Saalfelden ins Salzburgerland nach Österreich. Darunter zahlreiche Schweizer Fans, die ihre Stars zu Höchstleitungen beflügelten. Bereits nach zwei von acht zu fahrenden Runden war deutlich, wer das Rennen auf dem schwierigen Kurs mit vielen Wurzelpassagen, steilen Abfahrten und technischen Drops dominieren würde.

Ale Di Lullo Drop, gefolgt von steilerm und rutschigem Downhill: Für Nino Schurter kein Problem.

Nino Schurter und der italienische Bronzemedaillengewinner von London, Marco Aurelio Fontana, lagen zu diesem Zeitpunkt bereits rund 30 Sekunden vor ihren Verfolgern, zu denen anfangs auch Manuel Fumic gehörte. Schurter konnte das Tempo an der Spitze noch drei Runden kontrollieren, bis Fontana in der sechsten Runde ein kleiner Fehler unterlief und er stürzte. Alleine an der Spitze konnten ihm auch seine Landsmänner Lukas und Mathias Flückiger nicht mehr gefährlich werden. Diese reichten den einbrechenden Fontana und den bis zur sechsten Runde starken Franzosen Tempier nach hinten durch und beendeten das Rennen auf den Plätzen zwei und drei. Manuel Fumic konnte seinen Platz in der Verfolgergruppe halten und wurde am Ende Siebter. Von Olympiasieger Jaruslav Kulhavy (CZE) sah man nichts. Von Anfang an fuhr er hinterher, die Ziellinie überquerte er mit über vier Minuten Rückstand auf Rang 13.

Ale Di Lullo Nino Schurter, verfolgt von Marco Aurelio Fontana. Im Hintergrund Fabian Giger.


Top Ten der XCO Men Elite 2012:

  1. Schurter, Nino (SUI), 1:40:55
  2. Flückiger, Lukas, (SUI), +0:29
  3. Flückiger, Mathias (SUI), +0:51
  4. Absalon, Julien (FRA), +1:04
  5. Giger, Fabian (SUI), +1:16
  6. Fontana, Marco Aurelio (ITA), +1:45
  7. Fumic, Manuel (GER), +1:58
  8. Stander, Burry (RSA), +2:01
  9. Tempier, Stéphane (FRA), 2:06
  10. Mantecon Gutierrez, Sergio (ESP), +2:53

Bresset dominiert Damen-Wertung, Spitz nach Defekt Sechste

Bei den Damen bot Julie Bresset aus Frankreich eine überzeugende One-Woman-Show. Die amtierende Olympiasiegerin unterstrich einmal mehr ihre bestechende Form in diesem Jahr und krönte ihre nahezu perfekte Saison mit dem Weltmeistertitel. Bereits nach zwei Runden fuhr sie mit rund einer Minute Vorsprung alleine vorne weg. Im Ziel waren es komfortable 1:47 Minuten Abstand zur Silbermedaillen-Gewinnerin Gunn-Rita Dahle Flesjaa aus Norwegen. Dritte wurde die 32-jährige US-Amerikanerin Georgia Gould mit einem Rückstand von 3:12 Minuten.

Ale Di Lullo Das WM-Podium der Damen: Gunn-Rita Dahle Flesjaa (NOR), Julie Bresset (FRA) und Georgia Gould (USA).

Die Elite-Damen hatten mit dem Kurs schwer zu kämpfen, der hohe Drop, die Wurzeln und enge Kurven nach den tückischen Abfahrten verursachten viele Stürze. Eva Lechner (ITA), die nach glänzendem Start zusammen mit Sabine Spitz, Julie Bresset und Adelheid Morath in der Führungsgruppe fuhr, stürzte bereits in der ersten Runde schwer und schied aus dem Kampf um das Podium vorzeitig aus. Zwischenzeitlich auf den 6. Platz zurück gekämpft, konnte sie das Rennen aber aufgrund eines weiteren Sturzes in der letzten Runde nur als 14. beenden. Auch Sabine Spitz, die in der ersten Runde noch führte, hatte Pech. Bei einer Kollision mit Gunn-Rita Dahle Flesjaa in der dritten Runde brach ihr Hinterrad. Sie fiel vom zweiten auf den elften Rang zurück, schaffte jedoch mit einer großartigen Aufholjagd am Ende noch einen sehr respektablen sechsten Platz.

Ale Di Lullo Weltmeisterin 2012: Julie Bresset aus Frankreich konnte in Saalfelden keine der Kontrahentinnen folgen.

„Es ist gerade ziemlich schwer zu realisieren, was mir diese Saison widerfahren ist. Von den Stürzen von Sabine, Gunn-Rita und Eva habe ich natürlich stark profitiert. Ich habe dieses Rennen auf den technischen Passagen für mich entschieden,“ fasst die frisch gebackene Weltmeisterin Bresset den Rennverlauf zusammen.

Die 38-jährige Zweitplatzierte Dahle Flesjaa war mit dem Ergebnis ebenfalls hoch zufrieden: „Nachdem es bei den Olympischen Spielen ziemlich schlecht gelaufen ist, und ich während der WM-Vorbereitungen auch noch krank geworden bin, dachte ich nicht, dass ich hier heute um eine Medaille mitfahren würde! Ein sehr versöhnliches Saison-Ende für mich.“

Top-Ten der XCO Women Elite 2012:

  1. Bresset, Julie (FRA), 1:32:25
  2. Dahle Flesjaa Gunn-Rita (NOR), +1:47
  3. Gould Georgia (USA), +3:12
  4. Süss, Esther (SUI), +3:22
  5. Kalentieva, Irina (RUS), +3:23
  6. Spitz, Sabine (GER), +3:45
  7. Hurikova, Tereza (CZE), +3:50
  8. Davinson, Lea (USA), +3:50
  9. Dawiddowicz, Aleksandra (POL), +4,03
  10. Klemencic, Blaza (SLO), +4,05

Titel in der U23 gehen an Tschechien und die Schweiz

In der U23 Herren ging der Titel an den Tschechen Ondrej Cink. Der 20-jährige Cink hatte nach einem taktisch klugen und soliden Rennen im Duell gegen den Niederländer Michiel Van Der Heijden die Nase vorn: „Wir haben uns ein hartes Duell geliefert. Der Sieg ist etwas Besonderes. Es waren viele tschechische Zuschauer vor Ort, die einen unheimlichen Lärm gemacht haben, das hat motiviert.“

Pech hatte Österreichs Medaillenhoffnung Alexander Gehbauer. Nachdem der 22-jährige Kärntner trotz Mittelhandbruches des Ringfingers in den ersten beiden Runden die Spitze anführte, warf ihn ein technisches Problem zurück: „Ich habe schon in der ersten Runde Luft im Vorderreifen verloren und in den Abfahrten viel Zeit liegengelassen. In der dritten Runde habe ich mich dann dazu entschieden, den Reifen zu wechseln, weil der Abstand nach hinten abgesichert war. Der Reifenwechsel hat leider über eine Minute gedauert und ich hatte nicht mehr die Beine, den Rückstand wieder aufzuholen.“ Gehbauer musste anschließend den Italiener Daniele Braidot im Kampf um Bronze ziehen lassen.

Bei den U23-Damen setzte sich die Schweizerin Jolanda Neff mit einem souveränen Rennen vor der Ukrainerin Yana Belomonya und der Polin Paula Gorycka durch.

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