MTB WM 2012: Sprint-Kriterium Cross Country Eliminator MTB WM 2012: Sprint-Kriterium Cross Country Eliminator MTB WM 2012: Sprint-Kriterium Cross Country Eliminator

MTB WM 2012: Sprint-Kriterium Cross Country Eliminator

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 8 Jahren

Zum Abschluss der UCI Mountainbike & Trials WM in Saalfelden Leogang wurden am Sonntag, den 9. September 2012 zum ersten Mal in der MTB-Geschichte die Weltmeistertitel im Cross Country Eliminator vergeben. Und wieder stand ein Schweizer ganz oben: Ralph Näf gewann die Herren-Konkurrenz, die Schwedin Alexandra Engen siegte bei den Damen.

Mit der Vergabe der ersten Weltmeistertitel im Cross Country Eliminator gingen am Sonntag, den 9. September die diesjährigen Mountainbike und Trials Weltmeisterschaften in Saalfelden Leogang zu Ende. Die kurzweilige Hatz durch die engen Gassen im Stadtzentrum Saalfeldens zog noch einmal 4500 Besucher an. Auf den zwei Runden der 560 Meter langen Strecke waren nicht nur Sprinter- und Taktikqualitäten gefragt. Nur mit der richtigen Kurventechnik konnte genug Speed mit auf die Geraden genommen werden, die Überholmöglichkeiten boten.

In den Qualifikationsläufen, die noch einzeln bestritten wurden, schieden bereits einige große Namen des Cross Country-Sports aus. So erreichte der frisch gebackene XCO-Weltmeister Nino Schurter die Runde der letzten 32 nicht. Er hatte seine Priorität wohl auf’s Feiern seines Titelerfolgs vom Samstag gelegt. Ab dem Achtelfinale traten die Fahrerinnen und Fahrer dann zu viert gegeneinander an, nur die besten Zwei kamen in die nächste Runde. Für die Fahrer und die Zuschauer bedeutete dies knallharte Zweikämpfe und spektakuläre Kurvenmanöver.

Der erste XCE-Weltmeister in der Geschichte der UCI zeigte an diesem Tag, dass es bei diesem Format nicht ausschließlich auf die Sprintstärke ankommt. Ralph Näf war in allen Heats ausnahmslos auf den hinteren Plätzen in die erste Kurve gegangen und hielt sich aus den anfänglichen Zweikämpfen heraus. Viel Erfahrung, kluge Taktik, eine hervorragende Technik und nicht zuletzt viel Ausdauer halfen dem Schweizer jedoch Runde um Runde weiter.

Im Finale traf er auf den erst 19 Jahre jungen Deutschen Christian Pfäffle, Daniel Federspiel (AUT) und Miha Halzer (SLO), der als Qualifikationsschnellster in die Final-Heats gegangen war. Auch im Finale lag Näf zunächst auf dem letzten Platz, und alles sah nach einem überragenden Sieg für den hünenhaften Slovenen aus. Dieser hatte in der ersten Runde einen deutlichen Vorsprung heraus gefahren.
Doch wieder kämpfte sich der 32-jährige Schweizer in der zweiten und zugleich letzten Runde an Halzer heran, der sich seiner Sache vielleicht schon zu sicher war. Mit einem phänomenalen Zielsprint zog Näf noch auf der Zielgeraden an dem überraschten Slowenen vorbei. Näf freute sich sichtlich über diesen Erfolg: “Ich kann es nicht glauben, dass ich der erste Eliminator Weltmeister der Geschichte geworden bin. Ich hatte eine durchwachsene Saison, Olympia war nicht so gut und gestern war es höchstens ok. Jetzt bin ich einfach nur happy!“ Große Freude auch bei den Gastgebern: Daniel Federspiel holte mit Bronze die erste und einzige Medaille für Österreich.

Ralph Näf holt den ersten Weltmeistertitel im Cross Country Eliminator der Herren in die Schweiz.

Manuel Fumic startete als einer der Favoriten und zeigte sich in Topform auf Finalkurs, bis er im Halbfinale direkt nach dem Start unglücklich zu Fall kam. Zwar fuhr er das Rennen noch zu Ende, der 1-a-Wheelie im Ziel brachte ihm allerdings nur noch Stylepunkte und einen extra Applaus ein. Das kleine Finale gegen seinen Landsmann Simon Gegenheimer, Paul van der Ploeg (AUS) und den Belgier Fabrice Mels konnte er dann mit einem starken Zielsprint souverän für sich entscheiden.

Hier die Ergebnisse der Herren Finals:

1. Näf, Ralph (SUI)
2. Halzer, Miha (SLO)
3. Federspiel, Daniel (AUT)
4. Pfäffle, Christian (GER)
5. Fumic, Manuel (GER)
6. Mels, Fabrice (BEL)
7. Gegenheimer, Simon (GER)
8. Van der Ploeg, Paul (AUS)

Ralph Näf (SUI) gewinnt das XCE-Finale vor dem Slowenen Miha Halzer (links). Bronze geht an Daniel Federspiel, der am Ende noch die einzige Medaille für die Gastgeber aus Österreich sicherte.


Auch bei den Damen schied eine Top-Favoritin frühzeitig aus. Für Fourcross-Weltmeisterin Anneke Beerten (NED) war bereits nach dem Viertelfinale Schluss. Im Finale traf die Schwedin Alexandra Engen auf die Aleksandra Dawidowicz aus Polen, die U23-Weltmeisterin im Cross Country Jolanda Neff und Ramona Forchini (beide SUI). Neff und Engen lieferten sich ein packendes Duell mit spektakulären Überholmanövern und richtig viel Ellenbogeneinsatz, bei dem die Führung mehrmals wechselte. Auf der Zielgeraden war Neff sogar noch auf Goldmedaillen-Kurs, als die bärenstarke Schwedin in sprichwörtlich letzter Sekunde noch vorbei ziehen konnte. Entsprechend glücklich die Siegerin: „Das war das bisher aufregendste Spint-Rennen, das ich jemals gefahren bin. Es war so hart gegen Jolanda. Sie hat mich zweimal überholt, ich sie zweimal, zum Glück war mein Überholmanöver das letzte des Rennes. Unglaublich, ich kann es gar nicht fassen!“

Das Ende eines packenden Duells: Den Zielstrich vor Augen scheint die Schwedin ihre Kontrahentin mit einem Blick niederringen zu wollen.

Hier die Ergebnisse der Damen Finals:

1. Engen, Alexandra (SWE)
2. Neff, Jolanda (SUI)
3. Dawidowicz, Aleksandra (POL)
4. Forchini, Ramona (SUI)
5. Stirnemann, Kathrin (SUI)
6. Lechner, Eva (ITA)
7. Ravanel, Cécile (FRA)
8. Oberpaleiter, Anna (ITA)

Die Schwedin Alexandra Engen ist erste Cross Country Eliminator Weltmeisterin der Mountainbike-Geschichte. Zweite wird Jolanda Neff aus der Schweiz vor Aleksandra Dawidowicz (POL).

Die Premiere des XC Eliminator war aus sportlicher Sicht ein voller Erfolg und hat die noch junge Disziplin mit Sicherheit vielen Menschen publikumswirksam näher gebracht.

Die Organisatoren und die UCI blicken nicht ohne Stolz auf 12 gelungene WM-Tagezurück, bei denen stets auf die lautstarke Unterstützung der Fans und Anwohner Verlass war, ebenso wie auf die umfangreiche Berichterstattung der Fachmedien wie auch der Tagespresse. Dafür bedankt sich das Organisationskomitee im Namen aller Beteiligten der UCI Mountain Bike & Trials Weltmeisterschaften 2012 ganz herzlich.

Weitere Infos zur UCI Mountain Bike & Trials WM Ablauf gibt es auf: www.saalfeldenleogang2012.com

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