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MTB Weltmeisterschaft Lenzerheide 2018: Herren & Damen

Schurter wieder Weltmeister – Sensation bei den Damen

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Bei der Mountainbike-WM auf der Lenzerheide ging es heiß her. Bei den Damen geriet Annika Langvad durch ihre Teamkollegin unter Druck, bei den Herren kämpfte Schurter gegen Kerschbaumer.

Verdammt. Da steht man nun, auf der Autobahn irgendwo kurz vor Chur. Und es ist Stau. Auf einer Schweizer Autobahn, undenkbar eigentlich. Wollen die etwa alle zur Mountainbike-WM? Unwahrscheinlich. Trotzdem ist die mediale Präsenz des Sports ziemlich groß im Land der Eidgenossen. Schon auf der Autobahn bei der Anfahrt große Hinweisschilder, selbst SRF1 berichtet in den Nachrichten von der WM mit Nino und Jolanda als Galionsfiguren und wirklich: Die Schweizer und auch viele, viele andere kommen in Scharen, alles ist verstopft und trotz perfekter Organisation doch ganz schön stressig.

Adrian Kaether Kaum ein Meter Strecke ohne Fans.

Elektrische Atmosphäre – Massenspektakel in Lenzerheide

Aber eine Mountainbike-WM kuriert so einiges. Ein bisschen Stress vorneweg sowieso und mit dem Rennen der Damen stand schon am Samstagmittag eines der größten Highlights des Wochenendes an. Annika Langvad oder Jolanda Neff, war die große Frage vor dem Rennen, die die WM ganz klar beantworten sollte. Aber es kam, wie es immer kommt: Anders! Bei einem schnellen Start setzte sich Jolanda Neff wie gewohnt an die Spitze, doch ausgerechnet bei der Heim-WM und ausgerechnet vor den Massen von lärmenden und brüllenden Zuschauern und energetischem „Hop hop Jolanda!“ ging der Schweizerin ungewohnt früh die Kraft zum Sprinten aus und Annika Langvad und der Rest des Feldes schlossen zu ihr auf. Taktik von Neff, um einen zu schnellen Start zu vermeiden, der in der Höhenluft von Lenzerheide schnell zu einem irreparablen Desaster führen könnte?

Neff mit schwachem Start


Vielleicht. Doch die Schweizerin wurde nichtsdestotrotz nach hinten durchgereicht, ohne sich wehren zu können. Auf Platz acht fing sie sich wieder, aber da war die Spitze mit den Medaillenplätzen schon auf und davon. Dort nämlich tummelten sich andere. Annika Langvad – ganz wie erwartet – und Emily Batty – auch das keine Überraschung – aber auch Cate Courtney und Gunn-Rita Dahle Flesjå.

Piotr Staron Annika Langvad hatte mit den technischen Passagen so ihre Probleme. Bei der Überfahrt des großen Felsens nahm sie grundsätzlich die B-Line und fuhr außenrum.


Wieder also ein schneller Start von Courtney, aber die junge Amerikanerin würde sich kaum an der Spitze halten können. Zumindest war das bisher immer so. Jolanda Neff schloss dann doch unerwartet schnell wieder zu den Podiumsplätzen auf und lag schon in der dritten Runde wieder auf dem vierten Platz, dann gingen ihr aber ein bisschen die Reserven aus. Sie kämpfte, aber die Führenden – Courtney, Langvad und Batty – konnte sie nicht mehr einholen. Bald konnte auch Gunn-Rita Dahle Flesjå das Tempo an der Spitze nicht mehr halten, dafür schloss Neffs Teamkollegin Maja Wloszczowska zu Neff auf, aber auch das half der Schweizerin nur wenig. Die Lücke zu den Führenden blieb unüberbrückbar.

Courtney geht zum Angriff über


Währenddessen entbrannte an der Spitze nicht das Duell, das eigentlich alle erwartet hatten. Annika Langvad konnte sich um gut zwanzig Sekunden absetzen und fuhr einsam vorneweg, Courtney und Batty ebenfalls mit einem gewissen Abstand hinterher. In Runde fünf die große Überraschung: Anstatt einzubrechen gab Kate Courtney Gas und versuchte die Lücke zu Annika Langvad zu schließen. Und nach und nach gelang es ihr auch. Am Beginn der letzten Runde lagen beide gleichauf, im Anstieg kämpfte Courtney, blieb aber dran, in der Abfahrt gab sie dann noch einmal Vollgas, trieb ihr Specialized Epic-Fully im Stars and Stripes-Livree bis zum Äußersten und ließ die verdutzte Dänin links liegen.

Piotr Staron Erst die fünfte amerikanische Weltmeisterin im Mountainbiken: Kate Courtney, 22 Jahre jung.

Ganze 47 Sekunden Vorsprung fuhr Courtney allein in der letzten Runde auf Langvad heraus und holte damit mit nur 22 Jahren einen am Ende doch ziemlich überlegen Sieg bei ihrer allerersten Elite-Weltmeisterschaft. Sie ist erst die fünfte Amerikanerin, die seit 1990 den WM-Titel geholt hat und muss nun in einem Atemzug genannt werden mit Legenden wie Missy Giove, Juli Furtado, Ruthie Matthes oder Leigh Donovan. Man kann es schlechter treffen.

Piotr Staron Teamkolleginnen bei Specialized: Courtney und Langvad im Ziel.

Piotr Staron

Piotr Staron Die Damen mit Medaille: Batty, Courtney und Langvad (von rechts.)

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