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MTB Weltmeisterschaft 2016 Nove Mesto: Sprint

Gold für Federspiel - Gegenheimer verteidigt Silber

Adrian Kaether am 29.06.2016

Für die Deutschen startet die WM in Nove Mesto mit gemischten Gefühlen: Simon Gegenheimer holt im Sprint Silber, doch Nadine Rieder, Heiko Hog und David Horvath scheiden im Viertelfinale aus.

Kurz und hart war der Kurs des Cross Country Eliminator (XCE) bei der Weltmeisterschaft 2016. Nach einer geschotterten Startgerade folgten zwei Kurven, die in drei kleine Drops mündeten. Relaxen können die Sprinter aber nicht, denn schon nach der nächsten Kurve stellten zwei Sprünge und ein Rock Garden die technischen Fertigkeiten der Fahrer auf die Probe. Dann ein langer Anstieg und nach einer kurzen Abfahrt der Sprint über die Zielgerade.

Pech für die Deutschen im Viertelfinale

Die deutschen Sprinter werden mit gemischten Gefühlen an den ersten Bewerb dieser Weltmeisterschaft zurückdenken. Besonders das Viertelfinale war ein herber Schlag für die deutschen Hoffnungen Nadine Rieder, Heiko Hog und David Horvath. Mit Alexandra Engen und Ingrid Boe Jacobsen hatte Nadine Rieder zwei sehr starke Konkurrentinnen in ihrer Gruppe, das Quartett wurde von der Tschechin Vendula Kuntova komplettiert. Doch ausgerechnet sie wurde Rieder zum Verhängnis, als Kuntova beim zweiten Sprung stürzte und Rieder bremsen und ins Gras ausweichen musste. Zwar konnte die Rotwild-Pilotin sich wieder an Engen und Boe Jacobsen herankämpfen, doch die Aufholjagd hatte sie zuviel Kraft gekostet. Sie verlor das Sprintduell und schied aus.

XCE WM 2016

Der Crash im Viertelfinale war nicht nur für Vendula Kuntova (hinten in blau) tragisch. Auch Nadine Rieder (hinten links) musste deswegen bremsen und ausweichen. Damit hatte sie keine Chance mehr gegen Engen und Boe Jacobsen.

Ähnlich, aber etwas weniger dramatisch, erging es Heiko Hog und David Horvath. Auch Horvath hatte mit Federspiel und Luthi im Viertelfinale starke Gegner. Horvat setzte auf einen frühen Angriff im mittleren Anstieg auf Asphalt, doch dann fehlte ihm die Kraft um im Sprintfinish mit Luthi und Federspiel mitzuhalten. Genau diesen Fehler wollte Heiko Hog wohl gegen die Schweden Mathias Wengelin und Emil Linde nicht machen, doch auch hier reichte es am Ende nur für Platz drei. Damit schied auch Hog knapp aus.

Simon Gegenheimer kann sich behaupten

Anders erging es Favorit Simon Gegenheimer. Ihm gelang es mit nicht nur sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, sondern er sparte dabei mit seiner speziellen Taktik auch jede Menge Energie. Der Deutsche Meister im Sprint setzte sich dafür in jedem Rennen mit einem Sprint-Start an die Spitze des Quartetts und drosselte dann bewusst die Pace. Erst kurz vor dem Ziel gab er wieder Gas, hatte damit aber in der Mitte des Rennens einiges an Energie sparen können.

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Das Finale der Herren bei den kleinen Drops kurz nach dem Start: vorne Daniel Federspiel, dahinter Simon Gegenheimer.

Auch im Finale setzte er wieder auf den Sprint-Start, doch jetzt galt es. Alles oder nichts. Das wusste auch Daniel Federspiel, der ab dem Gegenanstieg nur noch Vollgas gab. Simon Gegenheimer blieb dicht dran und auch Fabrice Mels war nicht weit entfernt. Doch das Sprint-Finish ist die besondere Spezialität des Österreichers Federspiel. Trotzdem: Platz zwei konnte Simon Gegenheimer behaupten, Platz drei ging an Fabrice Mels, Platz vier an Emil Linde.

Sprint WM 2016 Nove Mesto

Daniel Federspiel holt den Sieg. Simon Gegenheimer schaut sich noch ein letztes Mal um, doch Fabrice Mels hat schon keine Kraft mehr in den Beinen für eine letzte Attacke.

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Die Top Ten der Herren bei der Sprint-WM in Nove Mesto 2016

Alle drei Medaillen für die Schweiz

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Linda Indergand holte überlegen den Sieg vor Kathrin Stirnemann, Ramona Forchini und Ingrid Boe Jacobsen.

Wesentlich eindeutiger war die Entscheidung im Finale der Damen. Linda Indergand hatte auch in den vorigen Runden immer am souveränsten gewirkt. Daran änderte sich auch im Finale nichts. Sie erwischte nicht nur den besten Start, sondern gab von da an auch weiterhin alles, so dass sie mit einem guten Abstand auf Kathrin Stirnemann konstant vornelag. Auch Stirnemann fuhr ein gutes Rennen, konnte sich aber nicht mehr an Indergand herankämpfen. Der dritte Platz ging an Ramona Forchini, Platz vier an Ingrid Boe Jacobsen. Damit gehen alle drei Medaillen der Damen im XCE 2016 an die Schweiz.

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Die Top Ten der Damen 2016 im Cross Country Eliminator in Nove Mesto

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Die drei Schweizer Damen feiern ihre drei Medaillen bei der WM in Nove Mesto.

Adrian Kaether am 29.06.2016