Extrembiker André Hauschke berichtet vom Cape Epic Extrembiker André Hauschke berichtet vom Cape Epic Extrembiker André Hauschke berichtet vom Cape Epic

Extrembiker André Hauschke berichtet vom Cape Epic

  • Matthias Dreuw
 • Publiziert vor 11 Jahren

André Hauschke bezwang einen Sechstausender in Chile mit dem Bike und will sich nun in der Hitze Südafrikas beweisen. Er berichtet für uns täglich live vom Absa Cape Epic 2011. Hier sind seine Berichte:

04.04.2011 – Resümee Cape Epic

So, nachdem ich wieder nach dem Transfer von Lourensford und der Nachfeier ins “normale” leben hier in Kapstadt zurück gekehrt bin und überhaupt gar kein Rad derzeit vermisse, versuche ich mein Resume an diesem unglaublichen harten Radetappenrennen zu ziehen.

Ich bedaure wirklich, daß Gisi nach drei Tagen schon aus der Epic aussteigen musste, denn es hat wirklich mit uns gut geklappt und wenn Sie nicht gesundheitlich und mental hätte aus dem Rennen gehen müssen wäre es sicherlich im Ziel gemeinsam dann noch schöner gewesen. Dennoch verstehe ich sie in ihrer Entscheidung, da man bei allem Biss und Ehrgeiz nicht ganz sein Inneres und sein Bewußtsein an die Gesundheit niemals verlieren darf. Es gibt noch so viele Möglichkeiten dieses unter Beweis zu stellen und daher ist alles nicht abhängig von dieser Cape Epic….wenn auch dieses Mountainbikerennen hier unten in Südafrika vieles in den Schatten stellt und mit Recht den Ruf genießt, das härteste Rennen der Welt zu sein.

Hier können sich wahre Mountainbiker mal wirklich bergauf und bergab auf ihr Können überprüfen, denn das tägliche Zeitlimit abhängig der Route und dem Profil ist äußerst eng gesteckt und siebt gandenlos Freizeitbiker die mal nen Rennen mitfahren wollen einfach aus. So ist die Liste der ausgefallenen Fahrer bald größer als die der Finisher. Egal ob im Team oder auch wie ich als Individual Finisher, der auch alleine alle Etappen dann mitfahren musste, wird dieser hohe MTB-Level gesetzt. Am Ende ist ein Platz 29 in dieser Wertung die Antwort auf die Strapazen gewesen. Aber immerhin, denn es waren ja auch 52 Nationen und nicht gerade wenige am Start gewesen.

Viele fragen mich wie ich das Rennen und vor allem die Belastung auf den Körper im Vergleich der Transalp und meinem Rad Höhenweltrekord sehen würde? “Jedes große sportliche Ziel verbirgt auf seine Weise besondere Herausforderungen und Gesetze in sich, die aber auch nur dann zu beantworten sind, wenn man sie angeht und diese bis zu seinem Ende, d.h. bis an sein Maximum der eigenen Leistung ehrlich versucht hat, es auch wirklich erreichen zu wollen.

Die Transalp ist sicherlich anstrengend und ist abhängig des Tempos auch heftig zu fahren, aber die Wegeführung und das Können auf dem Rad ist dort deutlich geringer als das was hier die ABSA Cape Epic , als dem “ Mountainbike-Extrem-Event” weltweit aufruft und von jedem Biker auch über 8 Tage abverlangt.

Mein Radhöhenweltrekord ist sicherlich gar nicht mit diesem Etappenrennen zu vergleichen, denn dort herrschten in der Höhe von den Belastungen und Anforderungen ganz andere harte Gesetze die nicht nur vom Faktor der Körperlichen Fitness abhingen.

Eines haben alle gemeinsam, wobei ich auch hier bei der Cape Epic das nächste Mal einiges anders machen würde, es bracht eine riesige Portion an Vorbereitung denn sonst wird das Ding scheitern!

Bei allen großen sportlichen Zielen sollte man die Wahl de richtigen Partnern und Materialien natürlich auch immer erwähnen. Bei mir war nix schwerwiegendes was man nicht hätte selber durch Pflege und eben dem normalen Service hinbekommen können. Daher geht mein großer Dank auch an die Firmen Poison insbesondere der stabile Zyankali Rahmen, Rohloff mit perfekt funktionierender 14 Gang Nabenschaltung, Maguras perfekter Durin Federgabel und Bremsen, sowie die Schwalbe Bereifung die mich sicher über dieses Terrain bewegt hatte. Sponsoren wie Vau De Bekleidung , Julbo Brillen, Katadyn Ernährung und Ergo Griffe und Terry Sattel haben das Projekt auch dieses Mal zum Erfolg mit abgerundet.

Trotzdem bin ich nun wirklich nach den 8 Tagen mächtig k.o. wie man auf dem Bild auch gut sieht und brauche auch erstmal alles andere als ´nen Sattel untern Ar…. Lieber mal zuhause bei der Familie oder ne einfache Tour mit Luke zur Eisdiele vielleicht auch einfach im Garten sitzen und nix tun bzw. gerne am dem 7.4.11 wieder im Laden stehen und mit Kunden reden. Das brauch ich jetzt...und bestimmt noch ne Zeit lang bis die Transalp wieder im Juli ruft!

03.04.2011 – Die letzten drei Tage des Cape Epic

Die längste Etappe über 140 km uns 2300 Höhenmetern von Worcester führte uns am Freitag bei meist starkem Gegenwind entlang an wunderschönen Bergseen, eingerahmt von Weinfelder und Ostplantagen wieder auf holprigen Jeepwegen berauf in einen Nationalpark in dem besonders noch große Leopardenpopulationen anzutreffen sind. Direkt nach dieser Bergkette beginnt das Oak Valley was irgendwie absolut auf die Wünsche von extremen Mountainbikern abgestimmt ist.

Alleine aus diesem Grund wäre ein separater Besuch im “Eichental”, mal ganz ohne Cape Epic, ein absolutes Muß. Traumhafte Singletracks, führen endlos lang ins Oak Valley hinein. Enge Turns mit geilen Anliegern, über X Holzbrücken, als auch folgende heiße Waldabfahrten die zwar nicht durch Eichen aber durch Pinien und sonstigen Baumhindernissen vom aller Feinsten führen.

Für mich und alle die die Cape Epic gefahren sind ist nun Oak Valley ein wahrer Singletrack Geheimspot! Eben alles was man aus der Bikekiste ziehen kann wird hier gefordert und daher war am Samstag rund um das Tal Oak Valley auch einhundert prozentige Konzentration auf den 128 km bei 2700 Höhenmeter von allen Cape-Epicaner gefordert. Am besten kam damit unser mehrfacher Weltmeister Jose Hermida mit seinem Schweizer Partner Ralph Naef klar. Das Multivan- Meridateam verwieß das Songo-Spezialized Team Sauser/Stander diesmal auf Rang 2 dicht gefolgt vom Team Trek World Racing Lukas und Matthias Flückiger.

Ich musste als Individual Finisher, von der letzten Gruppe H 30 Min später als die Gruppe A mit den Pros das gesamte Feld durchfahren, was natürlich schon einiges mich an mehr Energie kostete. Dennoch belohnte mich dann die Routenwahl des heutigen Tags vollends und konnte daher als 19. unter den Einzelfahrern finishen. Das ist aber in einem Teamwettbewerb wirklich nachrangig denn irgendwie ist durch Gisis Ausscheiden bei mir irgendwie schon die Luft raus gewesen, auch wenn man noch sich durch die Etappen ganz passabel durchkämpft und letztlich so um die 20 liegen wird.

So hatte ich auch die Etappe von Mittwoch schnell verdrängt. Wie gar Karl Platt im Twitter dazu ein offizielles Statement verlauten ließ: wenn es eine Goldmedaille für die absolut schlechtest gewählte Mountainbike Strecke in einem Rennen gäbe, dann hätte sie an Cape Epic gehen müssen, als wir am Mittwoch von Saronsberg nach Worcester sind. Denn was da zu fahren war wäre das absolut härteste auch für ihn gewesen und hätte kaum noch was mit Biken zu tun!

Heute war es dann soweit! Die letzte Etappe der Cape Epic...nur noch heil ankommen und schnell wieder nach dem Massenstart der ganz komfortabel heute erst um 8.30 von Oak Valley nach Lourensford los gin, nach vorne fahren. Nur 1700 Höhenmeter und nur 65 km lagen vor uns. Schnell sollten diese doch abzuspulen sein und dann geschafft. Glücklich und erlöst gesund zu finishen. In einem riesigen Areal mit tausenden von Besuchern hatte sich die Orga der Cape Epic dann im Ziel was tolles einfallen lassen. Gute Stimmung, tolles Wetter und zudem noch ne aktzeptable Zeit von mir als “individual finisher”. Mehr dann auf der www.cape-epic.com Seite oder gern auch ein Rückblick kommende Woche.

Rundum zufrieden erstmal…so das muß reichen jetzt erst mal feiern und ein guten Wein hier auf dem Weingut und heute Abend gibt’s dann die Bulls Party in Stellenbosch ebenfalls unter Weinkennern ein Topspot…so auch sicherlich für uns☺ heute Abend.

01.04.2011 – Lagersituation und Königsetappe

Über die Strecken haben wir ja nun schon genug gesprochen außer, daß Udo Bölts und Carsten Bresser gerade meinten, daß wohl die gestrige Etappe wohl kaum noch was mit Mountainbiken zu tun gehabt hätte.Bei all dem Sand und Steinen in der Größe wo man nur noch drüberholpern konnte...na ja ziemlich schnell sonst wären Sie nicht so weit vorn und führen derzeit die Masterskategorie mit deutlichem Vorsprung an.

Das war ja auch mein Empfinden als ich gestern nochmals ein kleines “Dejavue” vor genau einem Jahr in Chile hatte als ich am 30.3. auf 5800 Meter war und 2 tage vor meinem Höhen-Weltrekord 6085m ähnlichen sch… Untergrund mit nur noch weniger Luft hatte. “ Andre, warte mal ab was Du dann morgen und übermorgen sagst wenn die 140 und die weiteren 126 anliegen...die Luft wird Dir wieder ausgehen, denn das ist für uns auch das härteste was wir kennen!” Na dann, wenn die beiden es nicht wissen, wer sonst?

Genau und morgen am 1.April an meinem Jahres-Weltrekord-Geburtstag, es ist wiedermals kein Aprilscherz, steht die Königsetappe von 140 km / bei 2300 Höhenmeter an. Nach der vergangenen total durchweichten nassen Nacht in der Zeltstadt von Cape Epic und der heutigen knackigen Zeitfahraktion Rund um Worcester, wird es bestimmt für die meisten bei den angesagten heißen morgigen Temperaturen kein Zuckerschlecken sein in der Zeit zu bleiben. Letztlich bleibt einem nur der “Blue Rider Status” einfach etwas netter ausgedrückt als “raus aus der Wertung”. Ich kämpfe weiter nun als “Individual Rider” und hoffe auch dieses bis zum Ende durchzuziehen und natürlich mich zu platzieren.

Aber vielleicht ist es gerade auch das, was selbst bei den Spitzenteams auch die Unruhe immer wieder bringt, durch irgendetwas ausscheiden zu müssen wo alles hier auf dem MTB-Tablett angerichtet ist.Und es hat schon so viele getroffen und nicht nur aus Materialproblemen!

Vielleicht ist es der Grund, daß irgendwo dann in der Nacht in einem Zelt in einem halbstündigen Rhythmus, dann nach dem Zubettgehen wieder ein Wecker klingelt oder gar beim Verlassen des Lagers schon um eins statt erst um 5 Uhr jemand anfängt seine Cape-Epic Tasche zu packen. Manche müssen wohl Schichtarbeiter wenn sie nicht immer Radfahren würden vom Job sein, denn so einige verstehen es überhaupt noch nicht sich angepasst allen anderen noch schlafenden Fahrern zu verhalten und sich auf den Lagerrhythmus einzustellen. Vor allem da wo sich 52 Nationen im Lager treffen, lassen sich ganze Studien über unterschiedlichste Aufwacherscheinungen vornehmen.

Manche blöken direkt nach dem Wachwerden so laut rum, daß es alle mitbekommen…gerade die Südeuropäer und ostlebende Teams stehen dem gar nix nach. Auf die anderen nebenan im Zelt etwas Rücksicht zu nehmen – nogo! Na ja heute Nacht werden dann wieder die Taschen zum Wechsel für den Zielort Oak Valley gepackt und nicht zu vergessen es ist die Königsetappe…da braucht man ja keinen Schlaf!


31.03.2011

Extrem ist echt kein Ausdruck mehr für diese Tortour der Leiden, das Ding ist mit gar nix zu vergleichen! Ich möchte euch heute mal etwas über dieses Rennen und über die Streckenführung berichten. Sorry, dass ich mich gestern nicht gemeldet hatte, aber ich musste mich gestern um meine Teampartnerin und um mein Bike kümmern. Dann war ich ehrlich gesagt auch abends zu platt zum Schreiben. Gisi hat gestern echt gelitten und ihre Gesundheit war auf der 104 km langen mit 2300 Höhenmetern zu absolvierende Strecke extrem angegriffen. Mit viel Kampf und bei mir mit zwei Plattfüßen - genauer gesagt seitlichem Karkassenriss und trotz Tubless-Milch, erreichten wir den 29. Platz und waren ebenfalls mächtig platt!

Wie kann man sich die Strecke vorstellen? Ganz einfach! Verlegt doch mal eine harte Transalpetappe einfach mal in die Provence. Start mittags auf sandigem, steinigem, schottrigem, roten Untergrund im Sommer bei 35 Grad mit viel Staub, dass öfters und leider viel zu lange dein Partner nicht vor Augen zu sehen ist. Das Ganze ca. sechs bis acht Stunden im Durchschnitt, wenn man mal von den Zeiten der Pros absieht. Das würfelte auch wieder die Spitzengruppe etwas durcheinander.

Ja, und heute hat sogar die Rennleitung während des Rennens die letzte Finisherzeit von zehn auf elf Stunden korrigieren müssen, da sonst zu viele raus gefallen und dann nur noch als „Bluerider” außerhalb der Wertung unterwegs wären. Es ist nicht so wie gestern, als man noch einen Flow und Rhythmus in die Strecke bekam. Heute war das Biken, wenn man es überhaupt so nennen konnte, eher etwas wie die Düne von Arcachon gemixt mit der Maroche vom Gardasee und das leider auch 1900 Höhenmeter erstmal bergauf wie berab. Im Ziel hörte man bei allen Fahrern nur die Stimmen, dass es das Härteste gewesen wäre, was Cape Epic bisher geliefert hätte. Nix für Jedermänner und schon mal gar nicht für Biker die nicht fest und technisch gut im Sattel sitzen. Cross-Fullys waren heute klar im Vorteil und so kam es auch, daß sich auch Team Nummer eins Christoph Sauser und Burry Stander zum ersten Mal geschlagen geben mussten. Überhaupt zog sich das Feld dann mit ziemlich großen Abständen auseinander, alle plenkelten so nach und nach sehr mitgenommen von der Strecke ins Ziel.

Leider sollte es heute mit Gisi nicht sein. Ausstieg leider von ihr schon heute früh…! Und somit bin ich als Individual-Starter in der Liste von nun an aufgeführt und habe heute das Rennen leider als Single bestreiten müssen. Ich werde wohl dabei blieben, um noch mehr Eindrücke nun auch als Einzelfahrer aus dem Land am Kap mitzunehmen. Gesundheit geht bei allem Biss dann doch noch vor. Ich verstehe Gisis Entsacheidung. Morgen steht Einzelzeitfahren auf dem Programm, in der Hoffnung, nicht wieder eine so ruppige Strecke vorzufinden.


29./30.03.2011

André teilte uns heute morgen mit, dass ihn die letzte Etappe ziemlich geschafft hätte und er sich erstmal um die geschundenen Bikes und Knochen kümmern müsste. Deshalb folgt sein ausführlicher Bericht morgen früh.


28.03.2011

Cape Epic zeigt die Zähne! Unseren Etappenort Tulbagh würde ich nach dem heutigen 2.Cape Epic treffender “Tomahawk” nennen, den der schwebte von Beginn an über den heutigen Tag. Temperaturen von 35 Grad und eine extrem staubige und mit 2050 Höhenmetern sehr bissig gelegte 89 km Route durch die Weingebiete und Berge rund um Tulbagh, würfelte so einiges in der Liste durcheinander. Cape Epic zeigte erstmals nach dem gestrigen “Schnuppertag” beim Prolog seine Zähne.

Nun verstehen wir auch alle mehr, warum hier absolutes Mountainbiken angesagt ist und das nicht zu knapp. Man findet hier eben nicht die langen Forststraßen bergauf wie auf der Transalp sondern sandige und steige Trails mit extrem steilen Höhenprofilen. Cape Epic bestätigt nach dem heutigen Tag seinem Ruf mehr, vielleicht das technisch härteste Etappenrennen der Welt zu sein.

Die technischen und schwierig zu fahrenden Trails und die steilen Bergstücke zum Teil leider auch mit sehr langen Schiebepassagen, erschweren den Teams hier ihren Rhythmus zu finden. Viele Stürze und Materialdefekte waren heute mehrfach angesagt. Leider auch einer der Top-Profahrer Lokalmatador Kevin Evans RSA der dem “Renn-Tomahawk” zum Opfer fiel. Er stürzte bei einer ziemlich mit tiefen sandigen Riefen versehenen Abfahrt so schwer, daß er mit Schlüsselbeinbruch aufhören musste. Auch ein Schotte war bis zur Bewusstlosigkeit mit anschließenden und notwendigen Helitransport extrem schlimm gestürzt. Mehr als die Hälfte bei den Mixedteams mussten heute aufgeben.

Unangefochten liegt das Team 36One Sogno Spezialized, Christoph Sauser und Burry Stander in Führung bei den Herren und erweiterten ihren Vorsprung mit einer Topzeit von nur 3:52:13. Auf Platz 2 schob sich heute mit etwa 3,5 Min Abstand zum Spitzenteam die Schweizer Stöckli Pro Team, Urs Huber und Konny Looser gefolgt von Team Bulls 2 Thomas Dietsch FRAU und Tim Boehme GER. Vorjahressieger Bulls 1 Platt/Sahm GER nun auf Rang 4 Ebenfalls behaupteten sich bei den Master das Gespann Bresser/Bölts GER und bei den Mixed Teams liegt souverän mit deutlichem Vorsprung Bärti Bucher und Esther Süss SUI in Führung. Die Damenwertung bleibt auch am 2. Renntag unverändert und das Colnago Südtirol Team Eva Lechner und Nathalie Schneitter weiter vorne.

Der Tomahawk von Tulbagh machte leider auch bei uns nicht Halt. Die zwei Plattfüße die uns absolut aus der Zeit warfen und einer gesundheitlich stark angegriffenen Teampartnerin sowie folgend wieder Zeit aufholend, dann an der gleichen Stelle die auch Evans zum Verhängnis wurde, auch von ihr ein Sturz aufs Knie mit Verdacht das Rennen nicht beenden zu können. Auch musste das Team Endorphin Roloff Opper/Kropp wegen einiger Stürze einige Plätze lassen und belegte wie wir Plätze in die 30 er Region.

Morgen sollte es bei unveränderten Wetterbedingungen und 35 Grad heißer Sonne hoffentlich dann für uns alle wieder aufwärts gehen, wieder bei einem erneuten Finish hier in Saronsberg mit 2300 Höhenmetern und 104 km Strecke mit extrem langen Bergpassagen.


27.3.2011

“Da war alles drin!” Erstmals hatte sich die Rennleitung bei der ABSA Cape Epic einen 27 km langen, knackigen Prolog als Einstieg in das folgende 7 tägige Etappenrennen für die 1200 Fahrer ausgedacht. Mit 750 Höhenmeter ging es dann mit kurzen Anstiegen in dem sonst sehr welligen und mit technisch anspruchsvollen Singletracks wieder in die schnellen Downhills durch den Tokai Forest, der ein Teil des unweit von Kapstadt gelegenen Tafelberg Nationalparks ist.

So wurden manche Stürze bereits auf dem zum Teil sehr sandigen und blockigen Stufen der kurvigen engen Abfahrten einigen Teams schon zum Verhängnis. Überhaupt war der Puls von Beginn an oben und wurde auch auf der Strecke eigentlich unwesentlich tiefer. Die bereits heiße Vormittagssonne brachte so manches Team bei den Anstiegen schon ans schwitzen und so wurde auch bei den Pro-Teams bereits einen deutlichen Vorsprung von guten 2 Minuten von dem Schweiz-Südafrikanisches gemixten Herren Team von Christoph Sauser SUI und Burry Stander RSA mit einer Zeit von 1:02:22 auf das deutsche Multivan Merida Biking Team Hannes Genze mit Jochen Kaess 1:04:22 gefolgt von Platz 3. Bulls GER Vorjahressieger Karl Platt und Stefan Sahm 1:04:35 herausgefahren.

Bei den Masters führt erwartungsgemäß das Team Juwi mit Carsten Bresser und Udo Bölts. In der Mixed Kategorie führt das Schweizer Gespann Bärti Bucher mit XCM Weltmeisterin Esther Süss. Die Damenwertung dominieren derzeit das Südtiroler Colnago Team Eva Lechner ITA mit Nathalie Schneitter SUI in einer Zeit von 1:20:20 Nach einem 2 stündigen Bustransfer vom Tokai Wald ging es dann Richtung Norden in die Weinberge und in das perfekt aufgebaute rote Zelt Ridercamp nach Tulbagh ins Weingut Saronsberg.

Der Wein wird morgen sicherlich gegen Wasser auf der bevorstehenden Strecke von 89 Kilometer und 2050 Höhenmeter getauscht werden müssen. Diese Genüsse bleiben auf den noch folgenden ca 680 km mit noch fast zu absolvierenden 14000 Querfeldein Höhenmetern bis zum Weingut Lourensford am folgenden Sonntag den Fahrern vorenthalten. Gisi war nicht ganz so gut dran heute und haben uns daher eher schwer getan und mit Platz 22 das Vau De Mixed Team Germany platzieren können.

Morgen hoffen wir auf bessere Beine. Unsere Rohloff Kollegen Michael Opper und Ralf Kropp konnten bei den Masters mit Rang 16 mit einer Zeit von 1:23:13 schon recht gut starten hoffen aber auch wie wir auf nen Sprung nach oben.


26.3.2011

Na ja links Radfahren mag ja gehen aber Autofahren hier ... oh Graus? Nein das ist nix für mich und Gisi übernimmt die Sache komplett für mich. Vielleicht kann ich mich dann im Rennen bei ihr revanchieren, wenn wir hoffentlich auch dann mal nach europäischer Regel links überholen werden. Heute ist Tag der Akkreditierung und eben alles an Vorarbeit und Checks was man so für das Rennen und den Aufenthalt in den Camps im Zeltlager auf der Route wissen müssen. Danach gehts dann zum großen Packen und baldig ins Bett, denn morgen früh geht’s schon um 9:46:20 für das Vau De Team los im Prolog.

Klassisch startet dann jedes Team einzeln vor der bekannten Hafenansicht der “Waterfront of capetown”. Udo Bölts und Carsten Bresser sind hinter uns dran. Die anderen Jungs Michael Opper und Ralf Kropp vom Rohloff Endorfin BSN Team werden dann gegen erst um 10:10 ins Rennen gehen.


25.3.2011

Der Tisch beim Cape Epic ist reichlich gedeckt! Spitzenteams aus 40 Nationen haben sich zu diesem spektakulären Mountainbikerennen hier am Kap vor der Kulisse des Tafelbergs eingefunden. Darunter Radsportgrößen wie Olympiasieger Bart Brentjens, mehrfacher Weltmeister Thomas Frischknecht, das Vorjahressieger Team Karl Platt und Stefan Sahm, deutsche Radlegende Udo Bölts, Kevin Evans, Jose Hermida mit Ralph Naef, Weltmeisterin Esther Süss u.v.a.

Die nächsten beiden Tage sind bestimmt durch das Eingewöhnen an die derzeit heißen Temperaturen, Radchecking, und letzte leichte letzte Trainingsrunden zum Lockern der Beine nach dem Flug für den bevorstehenden Start am Sonntag, den Prolog in Kapstadt. Nach diesem ergibt sich dann die Startaufstellung für das Rennen am Montagfrüh, wo uns der Lagerwecker angeblich dann schon um 5.00 rausklingeln wird.

7 Tage wird er dann klingeln müssen und sicherlich werden wir diesen Ton hassen lernen, vor allem dann, wenn die langen staubigen Etappen von 140 km durch die Berge und Steppen von Südafrika vor uns liegen. Hier wird Mensch und Material absolut auf die Probe gestellt. Auch wir “Team Vau De Germany”, meine Teampartnerin Gisela Gartmair, eher bekannt als “ Afrika-Gisi” aus München bzw. derzeit wohnhaft in Australien, sind derzeit damit beschäftigt alles aufs Rennen abzustimmen und besonders das Material nochmals durchzuchecken.

Wir beide setzen bei meinem Poison und ihrem Endorfin Bike auf die 14 gängige Rohloff Speedhub Nabenschaltung, die besonders wartungsarm und dicht ist und hoffentlich den rauhen, staubig und steinigen Verhältnissen wiedermals wie auch letztes Jahr wirklich genau vor einem Jahr, in Chile bei meinem Radhöhenweltrekord Stand hält. Diese besitzt leider keinen E-Antrieb, denn dieser sollte schon durch eigene Muskelkraft auf die Schwalbe Bereifung gebracht werden.

Die Reifen sind hier wegen der spitzen und harten Dornen und möglichen Durchschlägen mit extrem viel Pannenschutzmilch von uns gefüllt worden. Abgerundet mit den Magura Gabeln und Scheibenbremsen sind unsere Räder komplett und sollte dem Fahrkomfort nun eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Mal sehen ob so unsere Theorie und die Vorbereitung auch wirklich zutrifft, und wir uns als deutsches Mixed Team hier sicher und gut platziert ins Ziel bringen können.



24.3.2011

Landeanflug überm Kap...der guten Hoffnung....die auch ich absolut nun habe. Denn nun weiß ich auch woher der Name stammt...bestimmt von den Ridern im Cape Epic, die sich hier über dieses Rennen begeben werden :-) …und die darf man auch bei allem auf der Strecke über die 8 Tage nicht verlieren Ganz Capetown ist mit dem Rennen beflaggt und auch die Leute denken so langsam für den am Sonntag in Kapstadt beginnenden Prolog "Bike - Extrem" Mal sehen wie es sich so entwickelt, denn die Spannung bei uns allen steigt nun von Tag zu Tag.

Themen: Cape EpicEtappenrennenSüdafrika


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