Europameisterschaft XCO & XCE 2017: Fumic holt Bronze

Europameisterschaft: Sieg für Vogel und Belomoina

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 3 Jahren

Nach der kurzfristigen Absage aus Istanbul wurde die Mountainbike-EM 2017 in der norditalienischen Provinz Brescia ausgetragen. Schurter, Langvad und Kulhavy fehlten, Belomoina und Vogel holten Gold.

Dreißig Grad und schwüle Hitze. Die Bedingungen am letzten Renntag in Darfo Boario Terme waren alles andere als angenehm. Und auch die Strecke hatte so manche Tücken, verzieh wenig Fehler und war insbesondere im Eliminator hart an der Grenze zum Spießrutenlauf. Kein Wunder, dass da zahlreiche Fahrer mit Stürzen und Kreislaufproblemen kämpften und die Rangordnung in den meisten Rennen kräftig durcheinandergewirbelt wurde.

Die Hindernisse in Darfo hebelten einige Fahrer aus.

Doch so ist es eben, wenn die Rennen nicht langfristig genug vorbereitet werden. Dass nach der Absage aus Istanbul überhaupt noch ein neuer Veranstalter gefunden werden konnte, galt schon als kleines Wunder und die Versäumnisse bei der Streckenkontrolle liegt in erster Linie bei der UCI, die sich leider erneut der Organisation der Europameisterschaften offenbar nur halbherzig gewidmet hat. Schade, denn trotz des großen Potenzials, dass das Event eigentlich hat, wird damit das sowieso schon zweifelhafte Image der EM nicht gerade verbessert.

Die Baumstämme auf der XCE Strecke sorgten für einige Unfälle.

A propos Imageprobleme: Schon in der Vergangenheit waren die Europameisterschaften nicht gerade das angesehenste Event des Jahres. Auch dieses Jahr fehlten einige wichtige Athleten: Der Specialized Elite-Rennstall mit Annika Langvad und Jaroslav Kulhavy, auch die Scott-Profis und Olympiasieger Nino Schurter und Jenny Rissveds blieben dem Event fern.

Start der U23-Männer.

Florian Vogel holt den Sieg im Herrenrennen

Das Rennen der Männer wurde mit der besten Taktik gewonnen. In der Hitze und auf den technischen Passagen wurde jede Überschreitung des Limits hart bestraft, nur wenige erholten sich davon noch. Die erfahreneren Athleten hatten dadurch am Ende die Nase vorn. Während Stephane Tempier in den ersten zwei Dritteln des Rennens an der Spitze des Rennens ein Solo fuhr, hielten sich Florian Vogel, Julien Absalon und Manuel Fumic klug zurück. Erst in der drittletzten Runde, also deutlich nach der Hälfte der Strecke, als Tempier so langsam Schwächen zeigte, griff Vogel an.

Es war nicht das Rennen von Mathias Flückiger. Die Kraft ging ihm aus, er wurde nach hinten durchgereicht.

Zunächst war die Attacke eigentlich als gemeinsame Aktion von Vogel und seinem Landsmann Flückiger geplant. Doch am Berg hatte Vogel eindeutig die schnelleren Beine, während Flückiger zunehmend mit der Hitze kämpfte und sich am Ende bis auf Platz 17 durchreichen lassen musste. Also setzte sich Vogel ab und nahm alleine die Verfolgung des Franzosen auf, dessen Vorsprung erst langsam und dann immer schneller schrumpfte, bis auch Tempier nach hinten durchgereicht wurde.

Das Rennen war für Florian Vogel jetzt aber noch lange nicht gewonnen, denn auch Julien Absalon war in den letzten Runden immer weiter an die Spitze des Rennens vorgefahren und drohte den EM-Titel doch noch zu übernehmen. Vogel behielt die Nerven und konnte den Sieg mit nur zehn Sekunden Vorsprung vor Julien Absalon nach Hause fahren.

Florian Vogel (SUI) ist Cross-Country-Europameister.

Bronze ging an Manuel Fumic, der mit seiner Attacke ebenfalls recht lange gewartet hatte. Seine Geduld zahlte sich aber aus und seine Reserven ermöglichten es ihm, in den letzten Runden noch einmal Extra-Gas zu geben. Position um Position kämpfte er sich nach vorne und konnte auch den zwischenzeitlich Führenden Stephane Tempier noch überholen. Nach dem überlegenen Sieg bei der deutschen Meisterschaft , ist das schon das zweite starke Ergebnis von Fumic. Gute Vorzeichen für den Worldcup in Mont Sainte-Anne am kommenden Wochenende.

Georg Egger konnte seine gute Form in Italien nicht in eine gute Platzierung umsetzen. Er fuhr nur auf Platz 32.

Yana Belomoina ist neue Europameisterin

Im Rennen der Damen flog Yana Belomoina zu einem weiteren Sieg. Wie auch die Sieger des Herrenrennes haushaltete sie gut mit ihren Kräften und konnte so die Fehler von Pauline Ferrand-Prevot gut zu ihrem Vorteil nutzen. Die Französin hatte das Rennen lange angeführt, doch gleich mehrere Stürze machten ihr einen mächtigen Strich durch die Rechnung. So war der Weg frei für Yana Belomoina, die am steilen zentralen Anstieg mal wieder nicht zu schlagen war.

Die Strecke in Darfo hatte einige fiese technische Features.

Ein weiteres starkes Ergebnis kann auch die Schweizerin Linda Indergand für sich verbuchen. Sie hielt sich im Anstieg zunächst etwas zurück, was wohl ihr Glück war. Denn in der Folge gab es nur wenig Möglichkeiten zur Erholung und Fahrfehler waren damit quasi vorprogrammiert. Linda Indergand lag lange hinter Pauline Ferrand-Prevot und nutzte dann nach deren Stürzen ebenfalls die Chance, sich bis zur Silbermedaille vorzukämpfen. Bronze ging an Cross-Country Legende Gunn-Rita Dahle Flesja, beste Deutsche auf Rang vier wurde Sabine Spitz. Auch sie hatte sich ein wenig von der Strecke irritieren lassen und ärgerte sich hinterher über Fahrfehler, die sie am Ende den Platz auf dem Podium kosteten.

U23, Junioren, Sprint Eliminator, Team Relay

Allessandra Keller holte Platz zwei in der U-23.

In der U23-Klasse der Männer holten zwei Italiener, Gioele Bertolini und Nadir Colledani die ersten beiden Plätze, während sich Simon Andreassen – einer der wenigen Specialized-Athleten bei der EM – mit Bronze begnügen musste. Bei den Damen ging der Sieg an Sina Frei aus der Schweiz, Allessandra Keller vom Radon Factory XC Team holte Silber, und Anne Tauber aus den Niederlanden fuhr mit der Bronzemedaille nach Hause. Im Team Relay holte Deutschland den vierten Platz hinter Schweiz, Dänemark und Italien, die Goldmedaillen im Sprint gingen an Kathrin Stirnemann und Tituan Perrin Ganier, bei den Junioren holten Jofre Cullell Estape und Laura Stigger die Europameistertitel.

Manche hatten keine Körner in den Beinen und wussten nicht einmal warum. Auch Max Brandl gehörte zu den unglücklichen.


Alle Ergebnisse auf der Website der UCI 

Schlagwörter: Europameister Europameisterschaft florian vogel Italien Yana Belomoina


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