Storck Eurobike 2018 Storck Eurobike 2018

Eurobike 2018 ohne Storck, Stevens & Co.

Storck sagt Eurobike 2018 ab

Adrian Kaether am 19.12.2017

Mit Storck sagt neben Stevens noch ein weiterer deutscher Hersteller für 2018 die Teilnahme an der Eurobike ab. Gleichzeitig verzeichnen die Messe-Veranstalter einen neuen Aussteller-Rekord.

Die Fahrradbranche ist im Wandel. Kleinere Firmen können wieder Fuß fassen, exzentrische Projekte und Individualismus werden wieder mehr gewürdigt, die großen Hersteller verlieren leicht an Präsenz, wenn auch – des allgemeinen Aufwärtstrends durch E-Bikes sei Dank – kaum an Marktanteilen. Die Eurobike in Friedrichshafen, die größte und wichtigste Fahrradmesse der Welt, war in den letzten zwei Jahren ein Spiegel dieses Wandels. Sie hat sich stark verändert. 2018 folgt der nächste große Schritt.

Eurobike 2018

Vor allem Hersteller von E-Bikes und kleinere Firmen freuen sich über mehr Platz oder größere Standflächen.


So viele Aussteller wie nie zuvor


Für das kommende Jahr können die Veranstalter bereits jetzt einen neuen Rekord feststellen. Schon rund 1350 Aussteller haben sich angekündigt. Doch auch wenn die absoluten Zahlen einen Aufwärtstrend anzeigen, so verliert die Eurobike nach wie vor immer wieder wichtige Akteure des Fahrradmarktes. Bis vor zwei Jahren, gaben noch ganz klar die großen deutschen und internationalen Hersteller den Ton an, davon ist nicht viel geblieben: E-Mobility, Innovationen bei Antrieben bzw. Komponenten und Mobilitätslösungen sind nun die entscheidenden Stichworte. Kleine Firmen statt Markriesen. Fachpublikum statt öffentlichem Zugang.


Dieser Trend setzt sich auch 2018 fort. Die Eurobike wurde auf den 8. bis 10. Juli vorverlegt, um die Innovationen für das nächste Jahr noch früher präsentieren zu können. Beides, sowohl der frühe Zeitpunkt als auch der fehlende Kontakt zum Verbraucher schmeckt nicht allen Austellern der vergangenen Jahre.

Schon 2017 waren Größen wie Radon, Cube, Trek, Specialized oder Canyon nicht mehr vertreten. Auch Giant als größter Fahrradhersteller der Welt, Bulls und die Cycling Sports Group mit ihren Marken GT und Cannondale blieben der Eurobike 2017 fern. Kürzlich hat Stevens für 2018 abgesagt, auch Storck wird sich im nächsten Jahr nicht mehr beteiligen.


Storck sagt Eurobike für 2018 ab


Seit 1995 war der hessische Hersteller durchgehend in Friedrichshafen vertreten, doch der frühe Zeitpunkt und der fehlende Endverbraucherkontakt mache die Eurobike für das mittelständische Unternehmen im nächsten Jahr unattraktiv, so die Pressemitteilung. Eine erneute Teilnahme in den nächsten Jahren schließt man von Seiten Storcks nicht aus, doch müssten sich dafür die Rahmenbedingungen wieder ändern. Aktuell möchte man die freiwerdenden Mittel deswegen lieber direkt in das Händlernetz und damit den Kontakt zum Endverbraucher und in das Storck-Store-Konzept investieren.


Storck ist damit nur einer von vielen größeren Herstellern, die der Eurobike vorerst den Rücken kehren. Nicht zuletzt wegen des fehlenden Kontakts zum Verbraucher und der damit fehlenden Werbewirkung der Messe. Eine Entscheidung, die in der Szene ohnehin kontrovers diskutiert wird. Ist die Entwicklung hin zu kleineren, aber innovativen Austellern und zum Fachpublikum der richtige Schritt? Bekommt die Fahrradindustrie den direkten Kontakt zum Verbraucher mit eigenen Testevents besser hin? Erst die nächsten Jahre werden wohl die Antwort bringen.

Eurobike 2018

Einen Publikumstag für Endverbraucher wird es bei der Eurobike 2018 im Juli nicht mehr geben.

Adrian Kaether am 19.12.2017