Enduro-DM 2017 – Scott Upland Enduro Challenge Willingen Enduro-DM 2017 – Scott Upland Enduro Challenge Willingen

Ergebnisse: Deutsche Enduro-Meisterschaft 2017 Willingen

Deutschlands schnellste Enduro-Fahrer 2017

Ludwig Döhl am 22.05.2017

Enduro-Boom vorbei? In Willingen war davon nichts zu spüren. Die Scott Upland Enduro Challenge, bei der auch die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde, war mit 400 Startern komplett ausgebucht.

Enduro-DM 2017 – Scott Upland Enduro Challenge Willingen

Raphaela Richter und Leonhard Putzenlechner gewinnen die Deutsche Meisterschaft Enduro 2017 in Willingen.

Nach dem Aus der Specialized Sram Enduro Series glaubten viele, der Enduro-Boom sei vorbei. Getäuscht. "Es waren würdige und spannende Titelkämpfe”, fasst der ehemalige deutsche Enduro-Meister Christian Textor das Rennen in Willingen und die eindeutige Meinungen unter den Teilnehmern zusammen. Eine Woche haben drei Leute an den sechs Stages der Scott Upland Enduro Challenge gearbeitet, um die 400 Teilnehmer mit maximalem Fahrspaß zu versorgen.

Wobei der Spaß in der Eliteklasse dieses Wochenende absolute Nebensache war. Denn der Kampf um den deutschen Meistertitel war eine ernste Sache. Der Underdog Leonhard Putzenlechner sorgte im Zielbereich für Erstaunen. Denn mit einer Zeit von 10:53 Minuten setzte er früh die Bestmarke, an der sogar der Favorit Christian Textor scheitern sollte – wenn auch nur um eine Sekunde.

Am Ende des Tages konnte nur der Neuseeländer Joseph Nation Putzenlechners Zeit unterbieten, blieb aber in der Wertung der Deutschen Meisterschaft außen vor. Auf dem dritten Rang der DM-Wertung landete der 38-jährige André Kleindienst, der extra für die Enduro-DM von der Master- in die Eliteklasse gewechselt hat.

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Leonhard Putzenlechner war während des ganzen Wochenendes extrem fokussiert und vor allem: schnell. Seine Belohnung: der DM-Titel 2017 im MTB-Enduro.

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Tiefer Waldboden und rutschige Querwurzeln: Die Strecken in Willingen verlangten den Teilnehmern alles ab.

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Christian Textor in den Anliegern auf Stage eins.

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Christian Textor und sein Bulls Wild Ronin: 140 Millimeter Federweg und 29er-Laufräder verhalfen ihm zu Platz zwei in der DM-Wertung.

Bei den Damen triumphierte Raphaela Richter souverän und absolvierte alle Stages als Schnellste. Zweite wurde Ines Thoma, die mit den rutschigen Verhältnissen und den vielen Querwurzeln zu kämpfen hatte. Die Folge: gleich mehrere Stürze und über 40 Sekunden Rückstand auf die Erstplatzierte. Auf Rang drei landete Veronika Brüchle. Franziska Meyer verfehlte die Strecke auf der ersten Stage und landete deshalb nur auf dem sechsten Platz. 

Alle Ergebnisse der Scott Upland Enduro Challenge mit DM-Wertung gibt es hier.

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Veronika Brüchle landet auf Rang drei bei den Damen.

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Enduro-Pärchen: Ines Thoma war trotz Platz zwei sichtlich zufrieden. Noch diese Woche reist sie mit Partner Max Schumann nach Irland zur EWS.

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Raphaela Richter vor Ines Thoma. Die junge Bayreutherin freut sich sichtlich.

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Private Racing: Der neue Deutsche Meister Leonahrd Putzenlechner hat derzeit keinen Sponsor. Im BIKE-Interview verrät er seine Pläne für die Zukunft. 

Deutscher Meister Enduro 2017: Leonhard Putzenlechner im BIKE-Interview

BIKE: Du hast noch kein großes Rennen gewonnen, jetzt hat es ausgerechnet bei der Enduro-DM geklappt. Warum?
Putzenlechner: Ich habe im Winter brutal viel trainiert. War viel Langlaufen, im Fitnessstudio und beim Motocross fahren. Sobald es das Wetter zuließ, habe ich jede freie Minute auf dem Bike verbracht. Ich wollte einfach wissen, wie weit ich kommen kann, wenn ich alles gebe. Außerdem haben mir meine Erfahrungen in der Enduro World Series (EWS) geholfen, schneller zu werden.

Du bist jetzt Deutscher Meister, was sind deine Pläne für die Zukunft?
Diesen Sommer werde ich mit der Masterarbeit mein Studium beenden. Außerdem will ich mich ab jetzt voll auf die EWS konzentrieren. In zwei Tagen geht es für mich schon auf nach Irland zum nächsten Stopp der Enduro World Series. Wenn alles gut läuft, kann ich dort sicher auch unter die Top 50 fahren. Zum übernächsten Jahr muss ich mir noch Gedanken machen.  

Du bist Deutschlands schnellster Enduro-Fahrer, hast aber keinen Sponsor. Wie kommt's?
Ich fahre schon zwei Jahre dasselbe Rad, auf nationalem Level bin ich auch ohne Sponsor ganz gut durchgekommen. Bisher wollte ich mir einfach keinen Druck durch Sponsoren machen. Bei der EWS fehlt mir aber ganz klar der Support für bessere Ergebnisse.

Ludwig Döhl am 22.05.2017
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