Enduro World Series #7 Valberg (FRA): Bericht

Sam Hill gegen Nico Vouilloz: Duell der Legenden

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Beim 7. EWS-Rennen 2016 in Valberg kam es zum langersehnten Duell zwischen Sam Hill und Nico Vouilloz. Im Rennen der Damen holte Cecile Ravanel den Sieg im Rennen und der EWS-Gesamtwertung.

Sam Hill oder Nico Vouilloz? Diese Frage hat einer ganzen Generation von Downhill-Racing-Nerds Kopfzerbrechen bereitet, doch wirklich beantwortet wurde sie nie. Denn zu einem Showdown im Downhill-Weltcup ist es nie gekommen: als Sam Hill im Mountainbike-Worldcup richtig groß wurde, hatte sich Nico Vouilloz schon weitestgehend aus dem Sport zurückgezogen, um sein Engagement als Rally-Fahrer zu verstärken.

Nico Vouilloz war in Valberg top in Form und lieferte sich ein spannendes Duell mit Sam Hill. Selbst der Helikopter konnte kaum mithalten.

Jetzt endlich, beim vorletzten Rennen der Enduro World Series (EWS) in Valberg in den französischen Alpen trafen die beiden aufeinander. Sam Hill, der Racer, der den Flatpedals zum Durchbruch auch im Rennsport verhalf und damit die wilde Seite des Mountainbikens verkörpert, gegen Nico Vouilloz, einen der professionellsten und erfolgreichsten Downhill-Rennfahrer aller Zeiten. Und es war denkbar knapp. Nach dem ersten Tag trennten die beiden in der Gesamtzeit lediglich 1,57 Sekunden, wobei Sam Hill knapp die Nase vorne hatte.

Fabien Cousinié zeigt mit der Helmkamera, was bei der EWS #7 in den französischen Seealpen auf die Fahrer zukam.

Sam Hill setzt sich langsam ab

Auch am zweiten Tag kämpften die beiden Legenden noch mit unverminderter Härte, so dass selbst die traumhafte Rennkulisse in den französischen Seealpen völlig in den Hintergrund trat. Auf Stage sechs lag bei fast fünf Minuten Stagezeit wieder kaum eine halbe Sekunde zwischen den beiden, doch dem Stage-Sieg von Tag 1 konnte Nico Vouilloz gegen die Pace von Sam Hill keine weiteren mehr hinzufügen. So setzte sich der Australier langsam aber sicher von seinem französischen Konkurrenten ab. Hier zwei Sekunden, da vier Sekunden, Kleinvieh macht schließlich auch Mist.

Sam Hill war in Valberg nicht zu schlagen. Selbst Nico Vouilloz musste sich bei seinem Heimatrennen am Ende knapp geschlagen geben.

Damit konnte Sam Hill die EWS in Valberg am Ende mit neun Sekunden Vorsprung für sich entscheiden. Es ist sein erster Sieg in der Königsklasse des Enduro-Rennsports nach zwei zweiten Plätzen in dieser Saison. Hill gab deshalb bekannt, dass er sich nächstes Jahr ganz auf den Enduro-Sport konzentrieren und Downhill-Rennen nur noch nebenher fahren wird. Doch auch der mittlerweile 40-jährige Nico Vouilloz kann zufrieden mit sich sein. Nach einer längeren Dürreperiode steht er erstmalig wieder auf dem Podium und einer Revanche mit Sam Hill steht nach dessen dauerhaftem Wechsel zu Enduro ja nun nichts mehr im Wege.

Wo war Richie Rude?

Etwas überraschend konnte sich Richie Rude nicht in den Kampf um das Podium einmischen. Er fuhr ein, für seine Verhältnisse, extrem durchwachsenes Rennen. Rude holte zwar einen Stage-Sieg, fuhr aber auf den Stages zwei und vier nur auf Platz 16 und 17. Es scheint also, als könnte selbst er einen schlechten Tag erwischen. Überzeugen konnte dagegen wieder der junge Kanadier Jesse Melamed, der damit bewies, dass er seinen zweiten Platz bei der EWS in Whistler nicht nur seinem Status als Local zu verdanken hatte. Er holte auch einen Stage-Sieg und landete am Ende mit etwa 16 Sekunden Rückstand auf Sam Hill auf Platz drei.

Richie Rude fuhr in Valberg ein durchwachsenes Rennen. Sehr gute Stages wechselten sich mit schlechten Stages ab. Am Ende reichte es "nur" für Platz sieben.

Jesse Melameds zweiter Platz in Whistler war wohl nicht nur das Glück eines Locals. Auch in Valberg fuhr er auf Platz drei.

Cecile Ravanel gewinnt und wird "Enduro-Weltmeisterin"

Zwar hatte sie am Ende die Nase noch vorne, doch die Luft wird langsam dünn für Cecile Ravanel. Ganze drei Siege von sieben Stages insgesamt gingen an ihre Verfolgerin Isabeau Courdurier, die anderen vier an Cecile Ravanel selbst. Zwar trennten Courdurier am Ende trotzdem fast 30 Sekunden vom Sieg, doch das perfekte Rennen liegt für Cecile Ravanel schon länger außer Reichweite. Dritte wurde Ines Thoma, mit einem Rückstand von allerdings fast zwei Minuten auf Courdurier. Es sieht also ganz so aus, als würden Courdurier und Ravanel auch die nächsten Rennen unter sich ausmachen, während Ines Thoma und die viertplatzierte Anita Gehrig den Kampf um Platz drei ausfechten. Den Kampf um den Sieg in der Gesamtwertung hat Cecile Ravanel aber schon jetzt, vor dem letzten Rennen in Finale Ligure , für sich entschieden. Sie führt mit 420 Punkten Vorsprung die Gesamtwertung an und krönt sich damit bereits im vorletzten Rennen zur inoffiziellen Enduro-Weltmeisterin 2016.

Cecile Ravanel sicherte sich in Valberg nicht nur den Rennsieg, sondern auch den Titel der "Enduro-Weltmeisterin".

Spektakuläre Kulisse in den Seealpen: Die Stage führt durch die Schlucht, die Zuschauer stehen oben.

Ines Thoma fuhr ein gutes Rennen. Am Ende reichte es für Platz drei, ganz knapp vor Anita Gehrig.

Hier gehts zu den kompletten Ergebnissen der EWS in Valberg 2016 .

Themen: EnduroEnduro World SeriesNico VouillozRennenRichie RudeSam HillSeealpen


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