Local Jesse Melamed holt Platz zwei Local Jesse Melamed holt Platz zwei Local Jesse Melamed holt Platz zwei

Enduro World Series #6 Whistler: Rennbericht

Local Jesse Melamed holt Platz zwei

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

In einem brutalen Kraftakt bei der EWS #6 in Whistler hatten Rude und Ravanel am Ende die Nase vorn. Local Jesse Melamed wurde überraschend Zweiter und Anne-Caroline Chausson feierte ihr Comeback.

Fünf Stages, fast eine Stunde Rennzeit und alles an nur einem Tag. Die Enduro World Series in Whistler war ein wahrer Gewaltakt. Schon die erste Stage nutzte die gesamte Länge des Bikeparks aus und brachte die Fahrer mit acht Kilometern und mehr als 1100 Höhenmetern zu Beginn des Rennens an ihre Grenzen. Die Stages zwei bis vier waren zwar kurz, verlangten den Fahrern aber alles ab. Technische Fähigkeiten wurden durch die unzähligen Felsen auf Stage zwei geprüft, Wattleistung in den Oberschenkeln auf der flachen dritten Stage.

Einmal on "Top of the world". Der Traum vieler Mountainbiker. Für die grandiose Aussicht hat Richie Rude hier aber keine Zeit. Er attackiert lieber die erste Kurve von Stage fünf.

Das wahre Highlight des Rennens war jedoch Stage fünf. Von "Top of the World" bis an das untere Ende des Whistler Bikeparks. Zwölf Kilometer reiner Downhill, mehr als 1500 Tiefenmeter und über 20 Minuten Fahrzeit: Das alles als eine einzige, riesige Wertungsprüfung im Sprinttempo. Verschnaufpause? Fehlanzeige! So wundert es nicht, dass das Rennen am Ende auf dieser Stage entschieden wurde.

Jesse Melamed startet als Führender in Stage fünf

Jesse Melamed ließ auch auf der schwierigen Stage zwei nichts anbrennen und holte mit Platz zwei sein mit Abstand bestes Ergebnis überhaupt.

Schon den ganzen Tag über hatte Local Jesse Melamed (Rocky Mountain) Spitzenleistungen gebracht. Weder ging ihm auf Stage eins oder drei die Puste aus, noch ließ er sich von den vielen Felsen auf Stage zwei beeindrucken, die sogar Richie Rude und Cecile Ravanel die Luft in ihren Hinterreifen kosteten. So konnte er mit einem leichten Vorsprung in der Gesamtzeit in die letzte Stage starten. Jetzt musste er den Vorsprung nur noch halten.

Doch leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn Jared Graves, Sam Hill, Jerome Clementz oder Damien Oton ebenfalls um den Sieg fahren. Doch der Kanadier Melamed leistete sich keinen einzigen Fehler, blieb auf der Ideallinie und hatte auch keinen technischen Ausfall. Nach knapp unter 22 Minuten erreichte er das Ziel. Erst Josh Carlson konnte seine Zeit schlagen, im Gesamtranking konnte er Melamed aber nicht das Wasser reichen.

Josh Carlson fuhr die zweitschnellste Zeit auf der letzten Stage und holte insgesamt Platz drei.

Richie Rude holt den Stage- und den Gesamtsieg

Der letzte Fahrer des Tages war Richie Rude. Nur wenige Wochen zuvor war er bei der Enduro World Series in Aspen spektakulär auf die Schulter gestürzt. Eine Verletzung, die gerade auf langen Stages zu einem großen Problem werden kann. Nicht jedoch für Richie Rude. Der offensichtlich unverwüstliche Amerikaner gab alles und trieb sein Bike auf Anschlag den Berg hinunter. Selbst auf den fehlerfreien Lauf von Jesse Melamed konnte er so noch einige Sekunden herausholen und so reichte es am Ende trotz eines Platten auf Stage zwei noch für den Gesamtsieg. Zweiter wurde Jesse Melamed, Dritter Josh Carlson. Nico Lau fuhr auf Platz vier, Martin Maes feierte mit einem fünften Platz ein gelungenes Comeback.

Rückkehr von Anne-Caroline Chausson

Disziplin dynamisches Absteigen. Nicht jeder blieb auf Stage zwei auf seinem Bike. Hier muss sogar Star-Fotograf Sven Martin aus dem Weg springen, um dem Fahrer Platz zu machen.

Endlich ist sie wieder da! Die erfolgreichste Downhillerin aller Zeiten hat nicht nur die größten Worldcup-Rennen bezwungen, sondern musste sich letztes Jahr auch ihrer bisher größten Herausforderung stellen. Nachdem sie sich in der letzten Saison wiederholt nicht gut gefühlt hatte, hatte sie sich gründlich untersuchen lassen. Die Diagnose: Eierstockkrebs. Doch Anne-Caroline Chausson ist niemand, der einfach aufgibt. Also stieg sie aus dem Sport aus und widmete ihrer Gesundheit ihre gesamte Aufmerksamkeit. Mehrere Chemo-Therapien und Operationen später dann schon Anfang der Saison das erfreuliche Ergebniss. Anne-Caroline Chausson hatte den Krebs besiegt.

EWS #6 Whistler 2016

11 Bilder

Bei der Enduro World Series saß sie zum ersten Mal wieder bei einem internationalen Event auf dem Bike. Zwar ist sie von ihrer alten Stärke noch weit entfernt – insbesondere die lange letzte Stage machte ihr zu schaffen – doch am Ende wurde es trotzdem noch Platz 25. Daran, dass sie beim nächsten Rennen schon in den Top 20 sein wird, besteht kein Zweifel.

Im Hintergrund: Anneke Beerten beim Training auf der dritten Stage.

Cecile Ravanel trotz Platten nicht zu schlagen

Schon die gesamte Saison über dominiert Cecile Ravanel das Damenfeld. Da bildete auch Whistler keine Ausnahme. Zwar verlor sie durch einen Platten auf Stage zwei etwa eine Minute, doch die überragende Leistung auf allen anderen Stages glich das wieder aus. Der Stagesieg auf der letzten Stage war da Ehrensache. Zweite wurde wieder Isabeau Courdurier, ein gutes Rennen fuhr auch Casey Brown, die auf Platz drei landete.

Hier die gesamten Ergebnisse der EWS in Whistler 2016 in der Übersicht.

Themen: Anne-Caroline ChaussonEnduroEnduro World SeriesJared GravesRennenRichie RudeWhistler


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