Sieg der alten Elite bei der EWS in Aspen Sieg der alten Elite bei der EWS in Aspen Sieg der alten Elite bei der EWS in Aspen

Enduro World Series #5 in Aspen (Colorado)

Sieg der alten Elite bei der EWS in Aspen

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Richie Rude verletzte sich im Training bei der 5. EWS-Station in Aspen. Dafür glänzten Jared Graves, Nico Lau und Jerome Clementz. Bei den Damen siegte Ravanel, Anita Gehrig fuhr auf Platz zwei.

Gut zwei Wochen nach dem erneuten Sieg von Richie Rude und Cecile Ravanel bei der Enduro World Series im italienischen La Thuile tauschten die Athleten Kuhglocken gegen Cowboy-Stiefel und rutschten bei der EWS in Aspen/Snowmass (Colorado) um die Wette. Denn obwohl sich die Rennen in Italien und den USA von den harten Fakten her – Höhenluft, lange Stages, viele Höhenmeter – gar nicht so sehr voneinander unterschieden, so hätten sie doch im Charakter kaum unterschiedlicher sein können.

Waren die Alpen noch steil, verblockt und rau mit meist griffigem Untergrund, so präsentierten sich die frisch angelegten Trails in den Rockys meist eher glatt und flacher, dafür auf umso tückischerem Sandboden, der insbesondere bei den trockenen Rennbedingungen immer wieder zu spektakulären Drifts führte. Die große Hoffnung der Locals: Landsmann Richie Rude, der dieses Jahr eine fast perfekte Saison fährt und mit weitem Abstand in der EWS-Gesamtwertung vorne liegt. Doch schon während des Trainings der Dämpfer. Rude stürzte und prellte sich die Schulter. Antreten konnte er zwar immer noch, doch zum Sieg reichte es für den Amerikaner nicht mehr.

Enduro World Series Richie Rude verletzte sich im Training an der Schulter. Obwohl es aussieht, als würde es wirklich weh tun, biss sich der Amerikaner durch das gesamte Rennen und wurde am Ende immerhin 25.

Comeback von alten Bekannten

Das war die Chance für einige alte Bekannte, sich wieder bis ganz nach oben auf das Treppchen zu kämpfen. Vor allem ein ganz besonderer Spezialist für rutschige Bedingungen konnte sich profilieren: Jared Graves. Nach seinem Teamwechsel von Yeti zu Specialized in der Off-Season lief die Saison für den Australier ziemlich unrund. Sein achter Platz bei der EWS #1 in Chile war noch das beste Ergebnis. In Colorado aber konnte er endlich wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden. Von Beginn an dominierte er das Rennen und ließ sich weder vom hohen Speed auf Stage eins noch von mehr als 1000 Höhenmetern auf Stage drei oder von einer wahren Laktatschlacht auf der fast 8,7 Kilometer langen vierten Stage ausbremsen.

Nur den letzten Stage-Sieg holte sich Graves nicht, da er den Gesamtsieg nicht noch auf den letzten Metern aufs Spiel setzen wollte. Eine kluge Taktik. Er verlor trotzdem nur acht Sekunden in der Gesamtzeit, am Ende überhaupt kein Problem bei einem Abstand von fast 42 Sekunden auf den Zweitplatzierten Nico Lau (Cube). Auf Platz drei ein weiterer alter Bekannter. Jerome Clementz konnte nicht mit herausragenden Einzelleistungen, sondern mit konstant guten Ergebnissen glänzen. Platz vier ging an Martin Maes, der das erste Rennen seit seiner Verletzung bestritt. Aufwärts geht es auch bei René Wildhaber, der auf Platz elf landete.

Enduro World Series Jared Graves kann wirklich mit sich zufrieden sein. Nach einer langen Saison ohne Erfolge scheint er sich nun endlich wieder wohl zu fühlen.

Enduro World Series Jerome Clementz musste zwar nach Stage 1 selbst Hand anlegen, um einen Platten zu reparieren. Für den dritten Platz reichte es aber trotzdem.

Anita Gehrig kämpft sich aufs Podium

Auch bei den Damen gab es eine Überraschung. Nachdem sich seit Anneke Beertens gesundheitlichen Problemen Isabeau Courdurier und Cecile Ravanel als die dominanten Kräfte erwiesen hatten, funkte in Colorado nun eine Schweizerin dazwischen. Der Ibis-Fahrerin Anita Gehrig lagen offensichtlich das geringe Grip-Level und die teilweise kräftezehrenden Tretpassagen. Sie kämpfte sich am Ende bis auf Platz zwei vor und verwies Isabeau Courdurier auf die unterste Stufe des Podiums.

Enduro World Series Cecile Ravanel wurde in dieser Saison nur von Tracey Moseley in Irland geschlagen.

Enduro World Series Überraschung für Anita Gehrig. Es scheint als hätte sie auch unter ihren Konkurrenten einige Fans.

Downhillerin Casey Brown landete auf Rang vier, Anneke Beerten hat sich erholt und lag am Ende trotz eines Sturzes auf Rang fünf. Carolin, die Zwillingsschwester von Anita Gehrig, besetzte Platz sechs, beste Deutsche wurde Ines Thoma auf Platz sieben. Weiterhin in dieser Saison einzig und allein von Tracey Moseley geschlagen blieb jedoch Cecile Ravanel. Mehr als 75 Sekunden trennten sie am Ende von ihrer nächsten Verfolgerin.

Das nächste Rennen der Enduro World Series findet am 14. August in Whistler statt und eröffnet gleichzeitig das legendäre Crankworx-Festival. Die Zuschauermengen, sowie die Live-Übertragung der letzten Stage und die legendäre Location machen dieses Rennen zu einer Art inoffiziellen Enduro-Weltmeisterschaft.

Enduro World Series 2016 #5 Aspen

11 Bilder

Hier finden sie alle Ergebnisse sowie die Zeiten der einzelnen Stages von Aspen. Link .

Themen: ColoradoEnduroEnduro World SeriesJared GravesJerome ClementzNico LauRennenRichie RudeVideo


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