Enduro World Series #4 2019 Val di Fassa (ITA)

Comeback von Richie Rude in der EWS [Video]

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor einem Jahr

Am letzten Wochenende fand das erste EWS-Rennen in den Dolomiten überhaupt statt. Richie Rude feierte sein Comeback, ohne offiziellen Freispruch in Sachen Doping schmeckt der Sieg aber eher schal.

Die Dolomiten gelten als absolutes Enduro-Highlight-Revier. Trotzdem dauerte es bis zum letzten Wochenende, bis zum ersten Mal in der Geschichte des Rennsports ein Rennen der prestigeträchtigen Enduro World Series (EWS) in den charakteristischen Kalkbergen ausgetragen wurde. Doch was für ein Debut! Ein Tag, fünf Stages und 3500 Tiefenmeter warteten bei bis zu 35 Grad Außentemperatur auf die Fahrer. Australier, Neuseeländer und Franzosen verkrafteten die Hitze am besten, auch ein gewisser Amerikaner feierte sein Comeback mit einem Paukenschlag. Die weiter andauernde Ungewissheit in nun mehreren Dopingfällen dämpften jedoch die Euphorie.

Comeback von Richie Rude – Maes gesperrt

Es ist das erste Jahr, in dem die UCI an der Enduro World Series offiziell beteiligt ist und nach dem Skandal um Richie Rude und Jared Graves im letzten Jahr sorgt nun schon wieder ein positiver Dopingtest für Aufregung im Fahrerlager. Diesmal trifft es ausgerechnet den Serienführenden Martin Maes, der nun nach einem relativ unerbittlichen UCI-Urteil bis Ende August gesperrt ist. Zwar scheint es sich (anders als bei Rude und Graves?...) nur um ein Kavaliersdelikt zu handeln – Maes hatte wegen einer Wundinfektion auf nachgewiesenen ärztlichen Rat hin ein verbotenes aber nicht leistungssteigerndes Mittel eingenommen, ohne dafür nachträglich noch einen Ausnahmeantrag wegen medizinischer Notwendigkeit bei der UCI zu stellen (die Details finden sie hier ), doch der Belgier erhielt als Strafe eine 90-Tage-Sperre, die zwei Auftaktsiege bei der EWS in Tasmanien und Rotorua wurden ihm aberkannt.

Martin Maes war in dieser Saison kaum zu stoppen. Jetzt kostet ihn wohl ein versäumter Antrag auf die medizinische Ausnahmegenehmigung eines ärztlich verschriebenen Medikaments die gesamte Saison, inklusive seiner beiden Siege in Australien und Neuseeland.

Maes, der Star dieser Saison und bisheriger Gesamtführender, würde also in Italien nicht an den Start gehen, das war bereist im Vorfeld klar. Ironie des Schicksals: Trotz noch immer ausstehendem abschließendem Urteil ist Richie Rude wieder da. Der Amerikaner wurde im letzten Jahr positiv getestet, ist jedoch schon länger nicht mehr offiziell gesperrt und greift jetzt wieder voll an, mit Dopingtest natürlich. Auf der ersten Stage des Rennens jedenfalls entlud sich die Ganze aufgestaute Energie und Rude fuhr direkt zu einem überragenden Sieg. Mit fast sechs Sekunden Vorsprung auf Sam Hill, der damit aber nach anfänglichen Schwierigkeiten in dieser Saison wohl ebenfalls wieder in Form ist.

Richie Rude ist wieder da. Der Amerikaner brillierte auf den staubigen Dolomiten-Trails und ließ sich weder von der Hitze, noch von der Konkurrenz aus der Ruhe bringen.

Es sollte nicht der letzte Triumph für Rude an diesem glühend heißen Tag bleiben. Ganze vier Stage-Siege sammelte der Yeti-Fahrer im Verlaufe des Rennens und dass, obwohl ihm mit Florian Nicolai aus Frankreich, Eddie Masters aus Neuseeland und Sam Hill aus Australien die Konkurrenz im Nacken saß. Der Druck schien ihn jedoch eher zu pushen, als zu stören. Der letzte verbleibende Sieg auf Stage 3 ging an Sam Hill, der damit auch seinen zweiten Platz hinter Rude im Gesamtranking zementieren konnte. Rang drei ging trotz eines platten Reifens auf Stage drei an Florian Nicolai, vor Eddie Masters und Dimitri Tordo.

Damenrennen – Courdurier auch in italienischer Hitze unschlagbar

Im Damenrennen spielte die Hitze neben der Strecke die entscheidende Rolle. Niemand wollte sich an diesem Tag so richtig schnell fühlen, Fehler wurden bei fast allen Fahrerinnen deutlich sichtbar, doch die Bedingungen waren natürlich für alle gleich. Es verwundert kaum, das auch unter diesen Bedingungen Isabeau Courdurier kaum zu schlagen war.

Isabeau Courdurier fährt ihren vierten Sieg in dieser Saison ein. In Abwesenheit von Cecile Ravanel ist sie klar die stärkste EWS-Fahrerin.

Die Französin gilt in Abwesenheit von Cecile Ravanel als die talentierteste und mittlerweile auch als eine der erfahrensten Athletinnen in der EWS, und sie leistete sich auch in den Dolomiten die wenigsten Fehler. Nur auf einer Stage war Andreane Lanthier-Nadeau aus Kanada noch schneller. Für sie reichte es am Ende zu Platz zwei vor Noga Korem aus Israel. Melanie Pugin und die ehemalige Downhill-Weltmeisterin Morgane Charre rundeten auf den Plätzen vier und fünf das Podium ab, während Ines Thoma sich nach einem Plattfuß auf Stage vier wieder mit einem der hinteren Plätze begnügen muss. Ansonsten scheint es aber wieder aufwärts zu gehen für die Deutsche, die ruhig selbstbewusst auf die nächste Woche mit dem EWS-Rennen in Les Orres (FRA) blicken darf.

Alle Ergebnisse zur Enduro World Series finden sie auch auf der EWS-Website.

Themen: DolomitenEnduro World SeriesEWS 2019Isabeau CourdurierItalienMartin MaesRennenRichie Rude


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