Enduro World Series 2019 #1 Rotorua: Rennbericht

Wachablösung in der EWS – Maes und Courdurier siegen

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

Ohne Cecile Ravanel und mit einem angeschlagenen Sam Hill war in Rotorua die Chance für die Konkurrenz gekommen. Maes und Courdurier waren vorne, Max Hartenstern fuhr in der U21 auf Rang drei.


Ein fieses Video kursiert auf YouTube . Cecile Ravanel berichtet darin von ihrer Verletzung und vom schwierigen Heilungsprozess. Im Training hatte sie nur für einen Sekundenbruchteil die Kontrolle über ihr Bike verloren, doch der Trail war gnadenlos. Ravanel krachte frontal gegen einen Baum, im Video ist man durch die Verfolgerperspektive ihres Trainingspartners quasi live dabei. Kein schöner Anblick. Doch Glück im Unglück, denn immerhin ist nichts Schlimmeres dabei herausgekommen als ein paar gebrochene Halswirbel. Ravanel ist jetzt temporär auf eine Halskrause angewiesen, aber nicht auf einen Rollstuhl.

(c) Vital MTB


Dass die schnelle Französin dann beim Eröffnungsrennen der EWS 2019 in Neuseeland am vergangenen Wochenende nicht an den Start ging, verwundert wohl kaum weiter. Ein großes Machtvakuum war die Folge, denn Ravanel hatte in der letzten Saison jedes einzelne Rennen für sich entscheiden können, doch in ihrer Abwesenheit, sollten die Karten neu gemischt werden.

Isabeau Courdurier – vier von fünf Stage-Siegen


Letztlich war es ihre stärkste Konkurrentin aus dem Jahr 2018, Isabeau Courdurier, die die Situation am besten für sich nutzen konnte. Erstmals mit Intense als Hauptsponsor im Rücken (vorher Sunn) machte sie beim Eröffnungsrennen direkt Nägel mit Köpfen und fuhr auf fast allen der fünf Stages den Sieg ein. Nur die ehemalige Downhill-Weltmeisterin Morgane Charre konnte ihr auf der langen Stage drei einige Sekunden einschenken und holte damit ebenfalls einen Stage-Sieg. Den Gesamtsieg von Courdurier konnte sie dadurch aber nicht gefährden – auch wenn am Ende nur elf Sekunden die beiden Französinnen trennten.

Isabeau Courdurier spielte ihre Stärken aus. Nur auf Stage drei musste sie sich der Konkurrenz geschlagen geben.


Noch knapper fiel die Entscheidung aber zwischen Rang zwei und drei aus. „Bex“ (Rebecca) Baraona war nämlich ebenfalls ein fantastischer Rennlauf auf fast allen der wurzeldurchsetzten Stages gelungen. Sie fiel auf keiner einzigen Stage hinter Platz fünf, nur um einige Hundertstelsekunden verpasste sie den zweiten Platz. Rang vier ging an Noga Korem aus Israel, Rang fünf an Becky Cook aus Großbritannien. Schnellste Deutsche war Ines Thoma auf Rang 13. Die Racerin aus dem Allgäu lag auf den ersten drei Stages noch in Schlagweite, ein Sturz auf Stage vier machte dann jedoch ihre Hoffnungen auf eine gute Platzierung zunichte.

Martin Maes unschlagbar – Dailly und Hill müssen zurückstecken


Bei den Männern fing die Saison an, wie sie aufgehört hatte. Martin Maes, so scheint es, ist über die Off-Season nur noch stärker, schneller, gefährlicher geworden. Der Belgier leistete sich keine Schwächen und holte im Alleingang alle fünf Stage-Siege hintereinander. Ein Kunststück, das im hart umkämpften Männerfeld so gut wie noch nie jemand zustande gebracht hat. EWS-Champ Sam Hill dagegen war etwas angeschlagen in das Rennen gegangen und musste sich am Ende (wie Ines Thoma) mit Rang 13 zufriedengeben. Auch Adrian Dailly, Newcomer der Saison 2017, war erstmals seit seiner Verletzungspause wieder am Start, wurde jedoch erneut durch einen jüngeren Sturz auf den Ellenbogen ausgebremst.

Martin Maes konnte in Rotorua jede einzelne Stage für sich entscheiden. Eine kleine Sensation.

Bronze für Max Hartenstern


Keegan Wright aus Neuseeland sicherte sich den zweiten Platz vor Florian Nicolai auf Rang drei. Jesse Melamed und Local Cole Lucas rundeten das Podium ab. Schnellster Deutscher war Christian Textor auf Rang 45. Allerdings nur im Feld der Elite-Männer. Altersbedingt konnte Downhill-Meister Max Hartenstern nämlich noch in der U21 starten, fuhr ein grandioses Rennen und holte sich mit einer Zeit von 29:15 Minuten am Ende den dritten Rang seiner Klasse. Er war damit absolut betrachtet der schnellste Deutsche, fünf Sekunden vor Christian Textor mit 29:20 Minuten. Richie Rude ist wie vorhergesagt in Rotorua nicht an den Start gegangen – „aus Respekt vor der laufenden Untersuchung der AFLD“ (Französische Anti-Doping Behörde. Anm. d. Red.)

Die Teamwertung. GT vor Rocky Mountain und Canyon Factory Racing.


Alle Ergebnisse zur EWS in Rotorua finden Sie auf der Website der Enduro World Series. Weiter geht es bereits am nächsten Wochenende (30./31. März) mit der EWS #2 in Tasmanien.

Schlagwörter: Cecile Ravanel Enduro World Series EWS 2019 Martin Maes Max Hartenstern Rennbericht Sam Hill


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