Enduro World Series 2018 #5: La Thuile

Hill und Ravanel bauen Vorsprung aus

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

Nach einem Jahr der Pause kehrt die EWS 2018 wieder nach La Thuile im Aostatal zurück. Sam Hill ist seitdem vom Newcomer zum EWS-Champ geworden und wurde dieser Rolle auch in Italien wieder gerecht.

Rückblick 2016: Eigentlich sollte die EWS in la Thuile damals ein ganz "normales" EWS-Rennen werden, falls es so etwas überhaupt gibt. Und obwohl die Höhenluft des Aostatals im Schatten des Mont Blanc und die teils technisch-heftigen Stages die Fahrer bis aufs Äußerste forderten, war es doch genau das – ein ganz "normales" EWS-Rennen. Und irgendwie auch nicht. Zumindest rückblickend betrachtet.

Geschichtsstunde? Nein. Nur "Business as usual" für den amtierenden und kommenden EWS-Champ Sam Hill.

Schon damals titelten wir " Comeback von Sam Hill in der EWS?" . Warum eigentlich? Es war nicht das erste Rennen von Sam Hill in der Enduro World Series (sondern das zweite), es war auch nicht das erste Rennen, das er gewonnen hat (das kam erst später, in Valberg 2016 .) Aber irgendwie war hier erstmals richtig zu spüren, dass die Zukunft des Ausnahmetalents aus Down-Under nun im Enduro liegt. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Sam Hill gewann in Valberg das erste EWS-Rennen und dominiert die Königsklasse des Enduro-Racings seitdem ununterbrochen.

Martin Maes im Vollgasmodus. An Tag zwei wurde er Sam Hill dann doch fast noch gefährlich.

Sam Hill dominiert – Kann Martin Maes angreifen?

Auch dieses Jahr ging Hill also bei den Männern als Favorit in das Rennen in Norditalien. Und er ließ es gleich richtig krachen: drei Wertungen, drei Siege. Ein klares Statement gleich zu Beginn. Ganz besonders, da alle Stages mit an die zehn Minuten Renndauer eher zu den längeren in der Enduro World Series gehörten. Wurzeln im nassen Wald, hochalpines Geröll, ganz egal, Sam Hill brillierte überall und verwies die Konkurrenz beispiellos in die Schranken.

Jesse Melamed ist wieder in Form, pünktlich für den nächsten Stopp der EWS in seiner Heimat Whistler in gut zwei Wochen. Nach der Verletzungspause wegen eines gebrochenen Schlüsselbeins ist Platz vier ein sehr gutes Ergebnis.

Zwar sollten es die einzigen Stage-Siege in Italien sein, doch auch zwei zweite Plätze, ein vierter Rang und ein Platz 64 auf der kurzen sechsten Stage waren genug. Erst recht, da Sam Hill auf Stage sechs nur gute zwei Sekunden auf den Erstplatzierten verlor, die "schlechte" Platzierung war einfach dem engen Timing geschuldet. Trotzdem sollte sich Hill nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, denn wie auch beim letzten Rennen marschiert Martin Maes mit Riesenschritten wieder auf die Spitze zu.

Eddie Masters kann auch Treten. Nachdem er im Downhill-Worldcup vor einer Woche den neunten Platz geholt hat, fuhr er in La Thuile sogar auf Platz drei.

Eddie Masters holt Platz drei

Der erste Tag lief nicht gut für den Belgier Maes, Tag zwei entwickelte sich aber, mit ebenfalls drei Stage-Siegen, umso besser, sodass am Ende nur gute 13 Sekunden zwischen ihm und Sam Hill lagen – bei immerhin einer Stunde Gesamtzeit. Wenn Martin Maes beim nächsten Rennen zwei gute Tage hintereinander erwischt, dann wird es eng für Hill. Wobei er schon wirklich ausfallen müsste, um jetzt, ein Rennen nach der Halbzeitmarkierung, die Gesamtführung noch aus der Hand zu geben.

Trinken statt duschen und Badelatschen auf dem Podium: Eddie Masters (rechts) bringt Downhill-Flair in die EWS. Daneben Martin Maes und Sam Hill (von links).

Dritter wurde in la Thuile der Neuseeländer Eddie Masters. Nach einigen durchwachsenen Jahren scheint er wieder zu seiner alten Form zurückzufinden. Das beweisen ein sehr guter neunter Platz beim letzten Downhill-Worldcup in Vallnord und nun ein dritter Platz in der Enduro World Series. Der Teamwechsel zu Pivot hat ihm also offensichtlich gut getan und die Performance bei der EWS in Rotorua 2017 war damit definitiv nicht nur dem Anfängerglück und dem Heimvorteil, sondern einfach auch den brillante Fähigkeiten von Eddie Masters geschuldet.

Cécile Ravanel – Ein weiteres Mal nicht aufzuhalten

Bei den Damen konnte Dauerfavoritin Cécile Ravanel wieder einen sehr klaren Sieg einfahren. Fast 100 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte Isabeau Courdurier sprechen genauso für sich, wie die fünf Siege auf sechs Stages – die kurze, letzte Wertung ging nämlich an die deutsche Veronika Brüchle. Stage drei musste bei den Frauen wegen einer üblen Verletzung eines anderen Fahrers gestrichen werden.

Cécile Ravanel hat allen Grund zu lachen: In der EWS kann ihr im Moment keine Frau das Wasser reichen, auch im Downhill schlägt sie sich gut.

Keine Angst! Isabeau Courdurier weiß die Felsen zu zähmen.

Nach einigen eher durchwachsenen Rennen fühlt sich Isabeau Courdurier jetzt offenbar wieder besser. Auch wenn ihre Landsfrau sie und den Rest des Feldes auf manchen Stages mit einem Vorsprung von teilweise bis zu 30 Sekunden deklassierte, so konnte Courdurier doch auf den Stages eins und vier bis auf wenige Sekunden an ihre Konkurrentin heranfahren. Vielleicht wird es ja dann nächstes Mal was mit dem Stagesieg gegen Cécile Ravanel.

Freuen kann sich auch Ines Thoma. Die deutsche Konstante in der Enduro World Series konnte ein weiteres starkes Rennen in dieser Saison fahren. Zwar holte sie nur einen dritten Platz auf Stage vier, glänzte dafür aber auch in den anderen Wertungsprüfungen mit stets guten Ergebnissen. Das bracuhte ihr am Ende einen höchst respektablen Platz drei in der Rennwertung ein – mit deutlichem Rückstand auf Isabeau Courdurier zwar, aber wiederum auch mit komfortablem Vorsprung auf die Viertplatzierte Anita Gehrig aus der Schweiz.

Ines Thoma glänzte mit Zuverlässigkeit. Platz drei direkt hinter Ravanel und Courdurier spricht für sich.

Das Podium der Damen. Isabeau Courdurier, Cécile Ravanel und Ines Thoma (von links).

Alle Ergebnisse zur Enduro World Series finden Sie auch auf der Website der EWS.

Themen: AostatalCecile RavanelEnduro World SeriesItalienSam Hill


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