29er-Bikes im Downhill-Worldcup? 29er-Bikes im Downhill-Worldcup? 29er-Bikes im Downhill-Worldcup?

Downhill Worldcup 2017 #1 Lourdes: Vorschau

29er-Bikes im Downhill-Worldcup?

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Wenige Stunden bis zum Beginn des MTB Downhill Worldcups 2017! Santa Cruz und wahrscheinlich Trek treten erstmals auf 29er-Bikes an. Außerdem gab es einige Teamwechsel. Alle Infos in der Vorschau.

Die neue UCI MTB Worldcup-Saison steht vor der Tür. Nur noch wenige Stunden bis die Downhill-Elite die Rennsaison mit dem ersten Highlight im französischen Lourdes eröffnet. Und was für eine Saison wird das werden? Danny Hart und Rachel Atherton haben die zweite Hälfte der 2016er-Saison dominiert. Jetzt wird sich zeigen, ob sie sich weiter an der Spitze halten können. Denn die Gegner sind ebenso schnell wie zahlreich: Aaron Gwin, Troy Brosnan und Loic Bruni. Manon Carpenter, Tahnee Seagrave und Myriam Nicole. Um nur einige wenige zu nennen, die 2017 beste Chancen haben, ganz oben auf dem Podium zu stehen. Zahlreiche Teamwechsel über den Winter, auch unter den Top-Fahrern, geben dem ganzen Wettbewerb noch mehr Feuer. Doch das ist bei weitem nicht alles.

Kampf der Konzepte – 29-Zoll-Bikes im Downhill-Worldcup

Facebook,Greg Minnaar Das neue Bike von Greg Minnaar. 29 Zoll Laufräder, dank XXL-Rahmen weiterhin 210 Millimeter am Heck, während Loris Vergier und Luca Shaw wegen kleineren Rahmen mit 190 Millimeter auskommen müssen.


Laufradgrößen. Ein Stichwort, dass uns Mountainbikern zuweilen kalte Schauer den Rücken hinuntertreibt. Seit der Einführung der 29-Zoll-Bikes im Cross-Country-Segment vor einigen Jahren scheint nichts mehr sicher. 27,5 Zoll hat sich als Mittelmaß zwischen 26 Zoll und 29 Zoll etabliert, Josh Bryceland gewann für das Santa Cruz Syndicate den letzten Worldcup auf 26 Zoll. 2014 war das, also bereits eine Weile her. Jetzt ist ausgerechnet Santa Cruz eines der ersten, vielleicht sogar das erste Team, das den Downhill-Worldcup auf 29-Zoll-Laufrädern bestreiten wird. Greg Minnaar, Loris Vergier und Luca Shaw werden jedenfalls alle in Lourdes auf Downhill-Bikes in 29 Zoll antreten.

Auch im Trek-Rennstall hält man sich äußerst bedeckt und hat den Zugang zu den Boxen beschränkt und Fotos verboten. Auch hier steht ein Bike mit neuem Hinterbau am Start. Dass es sich dabei um ein 29-Zoll-Bike handelt, auf dem die Athertons 2017 angreifen werden, scheint nur allzu wahrscheinlich. Der Worldcup 2017 wird also nicht nur ein Kampf der Fahrer gegeneinander, sondern auch ein Kampf der Konzepte werden. Gerade auf der rauen Strecke von Lourdes könnten die großen Rundlinge einen entscheidenden Vorteil herausschlagen. Doch ob die Technik schon so weit ist? Es wird in jedem Fall spannend.

Kann Danny Hart wieder gewinnen?


Doch der am Ende entscheidende Faktor sitzt immer noch auf dem Rad. Und auch bei den Fahrern hat sich einiges getan. Bei den Männern wird Danny Hart – immer noch auf Mondraker – an die Erfolge der zweiten Hälfte der letzten Saison anknüpfen wollen. Der Angstgegner ist dabei sicher Worldcup-Champion Aaron Gwin auf YT. Ein Fahrer der sich scheinbar nie aus der Ruhe bringen lässt, Worldcups ohne Kette gewinnt und in den letzten Jahren mit konstant guten Leistungen mehrere Siege und noch mehr Podiumsplätze einfahren konnte. Mit ihm muss man immer rechnen.

Red Bull Content Pool Mit Danny Hart muss man nun endlich wieder rechnen.


Loic Bruni ist der dritte wichtige Hoffnungsträger für das Rennen in Lourdes. Letztes Jahr wurde er durch eine Verletzung ausgeknockt und konnte fast die gesamte Saison nur mit halber Energie bestreiten. Jetzt ist er wieder voll genesen, seine Fans werden schon zu tausenden an der Strecke in Lourdes erwartet. Wenn er es nicht übertreibt, ist ihm ein Platz auf dem Podium schon fast sicher, denn die Strecke und sein Material kennt der Franzose nach mehr als einem Jahr unter den Fittichen von Specialized sehr gut. Anders geht es Troy Brosnan. Der Australier ist eher ein Fahrer mit konstant guten Ergebnissen als mit wenigen Highlights und vielen Crashes. Nun tritt er für den Koblenzer Versender Canyon an, das Sender soll ihn ganz oben auf das Podium tragen.

Red Bull Content Pool Loic Bruni war in Lourdes 2016 verdammt schnell unterwegs. Wäre sein kleiner Fehler nicht gewesen, hätte er ganz oben auf dem Podium gestanden.

Red Bull Content Pool Aaron Gwin auf dem Track in Lourdes Anfang 2016.

Greenland, Vergier, Shaw: Young Guns mit besten Chancen


Dass die alten Favoriten das Rennen unter sich ausmachen ist jedoch sehr fraglich. Denn auch in den Reihen der jungen Fahrer sind viele, für die Lourdes aller Siege Anfang werden könnte. Danny Harts Teamkollege Laurie Greenland fuhr 2016 in Val di Sole völlig unerwartet um ein Haar den Weltmeistertitel ein und wurde am Ende nur von Danny Hart selbst gestoppt. Loris Vergier schielt mit überragender Fahrtechnik schon länger auf einen Worldcup-Sieg, jetzt ist er aus dem Schatten seines „großen Bruders“ Loic Bruni herausgetreten und tritt für das Santa Cruz Syndicate auf 29 Zoll an. Aus demselben Rennstall startet die amerikanische Nachwuchshoffnung Luca Shaw, auch er konnte schon mehrfach seine Klasse beweisen und holte trotz seiner jungen Jahre schon mehrere Podiumsplatzierungen. Und wenn schon vom Syndicate die Rede ist, darf man natürlich auch Greg Minnaar nicht vergessen. Wer weiß, was der erfolgreichste Downhill-Mountainbiker aller Zeiten noch so geplant hat. Den ersten Sieg auf 29-Zoll-Laufrädern in der Geschichte des Downhill-Worldcups vielleicht?

Michal Cerveny Die Schnellsten in Val di Sole: Laurie Greenland (GBR, Silber), Danny Hart (GBR, Gold) und Florent Payet (FRA, Bronze).

Wird Rachel Atherton 2017 wieder zu schlagen sein?


Bei den Damen hat Rachel Atherton die letzten zwei Jahre dominiert, wie es noch keiner anderen Mountainbikerin und auch keinem anderen Rennfahrer sonst je gelungen ist. Sie holte Sieg um Sieg, gewann in der vergangenen Saison jedes Rennen. Alle Worldcups und die Weltmeisterschaft inklusive. Das letzte Rennen, das sie nicht gewonnen konnte, war der Worldcup in Lourdes Anfang 2015, wo Emmeline Ragot ihren letzten Worldcup-Sieg holte.

Michal Cerveny Titel erfolgreichst verteidigt: Rachel Atherton (GBR) holte 2016 ihren fünften WM-Titel in der Elite-Klasse.


Vielleicht ist hier, ganze zwei Jahre später, der Zeitpunkt gekommen, wo die Dominanz von Rachel Atherton im Downhill-Worldcup wieder gebrochen wird. Zumal Atherton offenbar noch mit den Nachwehen einer Erkältung kämpft. Myriam Nicole könnte eine der beiden sein, die den Sieg auf der steilen Strecke in den Pyrenäen einfahren. Die Französin ist technisch extrem begabt, schnell auch wenn es nass wird und nach zwei Jahren mit zwei Schlüsselbeinbrüchen sicher bis in die Haarspitzen motiviert, endlich wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Dazu kommt, dass ihr Bike quasi um die Ecke gebaut wird. Das Commencal Supreme sollte sich auf den Trails in Lourdes im wahrsten Sinne des Wortes zu Hause fühlen.


Die zweite große Bedrohung könnte 2017 von Manon Carpenter ausgehen. Die Britin blieb in den letzten zwei Jahren eher etwas glücklos, aber das sie das Zeug zum Sieg hat, hat sie bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Außerdem scheint ihr ein Teamwechsel von Madison-Saracen zum Radon Factory Racing Team Aufwind gegeben zu haben. Mit dem Swoop wird sie auch in Lourdes angreifen und vielleicht schon beim ersten Rennen einen Sieg nach Hause fahren. Mit Tracey Hannah und Tahnee Seagrave stehen noch zwei weitere schnelle Frauen mit großen Ambitionen und passenden Fähigkeiten im Startgatter. Es bleibt spannend.


Der Worldcup wird wieder live von Red Bull TV übertragen. Die Übertragung beginnt am Sonntag, den 30. April um 13 Uhr.  Link.

Themen: 29 ZollAaron GwinDanny HartDownhillLourdesRachel AthertonUCI Worldcup


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