Minnaar feiert zweites Comeback Minnaar feiert zweites Comeback Minnaar feiert zweites Comeback

Downhill Worldcup 2016 #3 Fort William: Rennbericht

Minnaar feiert zweites Comeback

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Der Downhill-Worldcup in Fort William war 2016 wieder für einige Überraschungen gut. Altmeister Greg Minnaar gelang der Sprung zurück an die Spitze, auch die Locals von der Insel konnten überzeugen.

Der Downhill-Worldcup in Fort William ist das absolute Highlight des MTB-Rennkalenders auf der Insel. Zu Zehntausenden strömen die englischen und schottischen Fans auch bei Schlechtwetter an den abgelegenen Ort inmitten der schottischen Highlands und machen eine Stimmung, die an den Lautstärke-Pegel von Rock im Park herankommt. Die Strecke ist lang und anspruchsvoll und jedes Mal kann man sich wieder an die großen Momente erinnern, die Downhill-Geschichte geschrieben haben. Zum Beispiel an den unvergesslichen Sieg von Steve Peat 2005.

Red Bull Content Pool Steve Smith war beim Worldcup in Fort William omnipräsent. Hier auf dem Trikot von Tracey Hannah.

Oder Worldcup-Sieg Nummer 17 für Greg Minnaar vergangenes Jahr. Als viele den Südafrikaner wegen seiner damals 33 Jahre schon abgeschrieben hatten, holte er noch einmal zum Schlag aus und zog mit 17 Worldcup-Erfolgen mit Teamkollege Steve Peat gleich. Wenige Wochen später setzte er sogar mit seinem 18. Worldcup-Sieg in Lenzerheide noch einen drauf. Dieses Jahr rechnete allerdings keiner mit Minaar in Fort William. Doch dazu später.

Rachel Atherton dominiert das Damenrennen

Das Rennen der Damen war (wieder einmal) eine klare Sache. Katy Curd war die Erste, die sich mit einer guten Zeit und Chancen auf das Podium länger im Hotseat halten konnte. Doch Tracey Hannah lagen offensichtlich die rutschig-staubigen Bedingungen in Fort William und sie deklassierte Curd mit einem Abstand von mehr als 15 Sekunden. Manon Carpenter lag lange in Reichweite von Hannahs Zeit, stürzte dann aber und fuhr auf Platz drei. An Rachel Atherton konnte jedoch niemand rütteln. Obwohl sie im Training und Qualifying ihre Probleme hatte und sogar stürzte, fuhr sie im Finale wieder in ihrer eigenen Liga und erreichte die Ziellinie mehr als zwölf Sekunden schneller als Tracey Hannah. Es ist ihr neunter Sieg im Downhill-Worldcup in Folge. Nur DH-Legende Anne-Caroline Chausson brachte  dieses Kunststück bisher zustande.

Red Bull Content Pool Rachel Atherton ist nicht zu schlagen: In Fort William setzte sie sich um mehr als zwölf Sekunden von der Konkurrenz ab.

Wer schlägt Aaron Gwin?

Da Loic Bruni wegen seines Schlüsselbeinbruchs in Fort William fehlte, stellte sich die Frage: Wer kann Aaron Gwin schlagen? Der Amerikaner hatte die gesamte letzte Saison dominiert und zeigte mit seinem Sieg in Lourdes, dass auch auf seinem neuen YT-Bike mit ihm zu rechnen ist. Mit Danny Hart rechnete man, er hatte immerhin vier Wochen zur Vorbereitung hier oben verbracht. Auch sonst lagen die Hoffnungen auf den Briten: Lokalmatador Adam Brayton oder Trek-Racer Gee Atherton wurden als Podiumskandidaten heiß diskutiert.

Red Bull Content Pool Danny Hart hatte sicher mit etwas mehr gerechnet. Trotz intensiver Vorbereitung leistete er sich einige kleine Fehler. Immerhin Platz drei wurde es am Ende für ihn.

Doch es sollte wieder alles anders kommen. Sehr im Sinne eines gewissen Südafrikaners übrigens, der im Qualifying noch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Steve Peat startete als Erster ins Finale der Männer, das letzte Mal in einem Worldcup in Fort William. Dementsprechend ohrenbetäubend war daher der Lärm an der Strecke und im Zielbereich. Auch seine Zeit war wirklich gut, wenn sie auch gegen Remi Thirion, der als nächster startete, keinen Bestand hatte.

Red Bull Content Pool Ein übler Crash von George Brannigan sorgte für einige Schrecksekunden. Doch Brannigan scheint es gut zu gehen.

Zweites Comeback von Greg Minnaar

Es folgte Greg Minnaar und wieder bewieß der Südafrikaner, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Gerade dann, wenn ihn schon jeder zum „Alteisen“ zählt. Im typischen Minnaar-Stil nach dem Racermotto „slow-in, fast-out“ nahm er die Strecke in Fort William in Angriff, traf die Lines perfekt, so dass die anspruchsvolle Strecke bald wie ein Trip zum örtlichen Supermarkt wirkte. Dazu Minnaars Fitness: Er konnte die schnellste Qualifying-Zeit um 13 Sekunden und die Zeit von Remi Thirion im Hotseat um fast acht Sekunden, unterbieten.

Red Bull Content Pool Aaron Gwin konnte zwar in Fort William nicht gewinnen, war aber auch mit seinem zweiten Platz offensichtlich zufrieden. Immerhin ist er ja auch weiterhin Gesamtführender im Worldcup.

Danny Hart war schnell, aber nicht schnell genug. Auch Lokalmatador Adam Brayton und Troy Brosnan bissen sich an Minnaars scheinbar mühelosem Run die Zähne aus. Brayton sicherte sich aber dennoch als einer von vier Briten einen Platz in den Top 10. Aaron Gwin selbst setzte lieber auf Sicherheit und wurde für diese Taktik immerhin mit Platz zwei belohnt. Leider stürzte Eddie Masters gleich mehrfach, auch Gee Atherton zeigte sich im oberen Streckenabschnitt übermotiviert: Sein Vorderrad rutschte bei einem kleinen Transfer-Sprung weg und er stürzte.

Red Bull Content Pool Adam Brayton aus dem Lake District fuhr in Fort William mit einem vierten Platz sein bestes Worldcup-Ergebnis überhaupt ein.

Mit 34 Jahren feierte Greg Minnaar also nun schon seinen 19. Sieg im Downhill-Worldcup und scheint auch weiterhin jemand zu sein, mit dem man noch einige Jahre rechnen muss. In der Gesamtwertung liegt dadurch aktuell Aaron Gwin mit 68 Punkten Abstand vor Troy Brosnan vorne. Abgeschlagen auf dem dritten Platz mit 192 Punkten Abstand auf Gwin findet sich Danny Hart wieder. Bester Deutscher wurde in Fort Willliam Johannes Fischbach auf einem guten 25. Platz.

Red Bull Content Pool Greg Minnaar feiert seinen Sieg und widmet ihn dem verstorbenen Steve Smith. Statt des Ahornblatts befindet sich eine Kettensäge im Zentrum der kanadischen Flagge, die Minnaar hochhält. Hinter Minnaar Danny Hart und Troy Brosnan (von links).

Sie haben das Finale verpasst? Bei Red Bull TV ist es in der Wiederholung zu sehen:
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Themen: Aaron GwinDownhillfort williamGreg MinnaarSchottlandUCI WorldcupWorldcup


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