Doping im Mountainbike-Sport

BDR bestätigt deutschen Dopingfall

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Der Straßenradsport hat täglich mit Doping-Problemen zu kämpfen. Bei den Mountainbikern dagegen war es um das Thema meist ruhig. Jetzt gibt der BDR zu: Es gibt einen deutschen Dopingfall bei Bikern.

Sigfried und Roy, Pech und Schwefel, Leistungssport und Doping. Gewisse Dinge werden immer in einem Atemzug genannt, weil sie sowieso nur in Kombination auftreten und deshalb unzertrennbar scheinen. Wer denkt, es gäbe kein Doping im Leistungssport, insbesondere im Radsport, ist naiv oder schlecht informiert. Im Straßenradsport ist die Sache eindeutig: Kein Fahrer, der zwischen 1996 und 2009 die Tour de France in Paris gewann, konnte sein Gelbes Trikot oder besser gesagt seine weiße Weste im Nachgang vor den Anti-Doping-Gerichten verteidigen. Mit Ausnahme von Evans und Nibali wurden alle restlichen Tour-Sieger ab 2010 zumindest öffentlich des Dopings beschuldigt. Überführt wurde niemand mehr. Und wie sieht es aus im Mountainbike-Worldcup? Seit einem positiven Befund von Roel Paulissen 2010 gab es keine nennenswerten Dopingfälle mehr.

Der Belgier Roel Paulissens (hier ein Archiv-Bild aus dem Jahr 2004) wurde 2010 des Dopings überführt.

Aktuell: Dopingfall unter deutschen Mountainbiker/innen

Aber unter der Oberfläche brodelt es. Das Gerücht, dass dem BDR mehrere positive Dopingbefunde aus dem Jahr 2018 vorliegen, kursiert in der Rennszene schon länger. Aber an die Öffentlichkeit sind noch keine Informationen getreten. Auf Nachfrage von BIKE hält sich die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) bedeckt. Vor einem rechtskräftigen Urteil will man aus Datenschutzgründen keine Details nennen. Nicht einmal die Existenz von positiven Dopingbefunden will man uns bestätigen. Auch die Staatsanwaltschaft Freiburg schweigt darüber, ob momentan ein Dopingfall aus dem Mountainbikesport in ihrer Spezailabteilung für Doping ermittelt wird. Nach mehrmaligen Nachhaken gibt zumindest der Bund Deutscher Radfahrer nun zu: Es gibt seit Januar 2018 eine positive Dopingprobe eines/er BDR-MTB-Athletens/Athletin.

Namen der potenziellen Dopingsünder werden noch nicht veröffentlicht

Die Namen der potenziell gedopten Mountainbiker will oder darf man jedoch noch nicht nennen. Selbst wenn positive A- und B-Proben existieren, ist der Dopingbefund noch nicht rechtskräftig. Der betroffene Athlet kann sich vor Gericht noch verteidigen und erklären, wie seine Dopingprobe eventuell verunreinigt wurde. Unregelmäßigkeiten bei der Dopingkontrolle oder manipulierte Lebensmittel haben vielen Sportlern in der Vergangenheit geholfen, ihren Kopf aus der Dopingschlinge zu ziehen. Zum Schutz der Sportler werden deshalb Namen erst nach einem rechtskräftigen Urteil genannt.

Medikamentenmissbrauch ist die wohl häufigste Doping-Methode. Die Versuchung ist enorm, der Preis, den Dopingsünder zahlen, ebenso.

Auch das ist Doping: Mit versteckten Elektromotoren versuchten einzelne Radsportler, sich unerlaubt Vorteile zu verschaffen. Die Wärmebildkamera soll die Betrüger entlarven.

Nicht in allen Ländern wird der Datenschutz derart hoch gehängt. Österreich zum Beispiel folgt der Forderung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und veröffentlicht die Namen der Sportler direkt nach dem positiven Test der B-Probe. In Deutschland dauert es laut Experten im Schnitt ein Jahr bis 18 Monate, bis die betreffenden Namen an die Öffentlichkeit gelangen.

BIKE recherchiert weiter

Solange keine Fakten bekannt sind, gilt die Unschuldsvermutung für alle deutschen Mountainbiker/innen. BIKE recherchiert weiter an dem Fall und wird alle Neuigkeiten auf www.bike-magazin.de und in der gedruckten Ausgabe von BIKE veröffentlichen. Eine kleine Positiv-Nachricht für saubere Sportler gibt es aber: Personen mit einem laufenden Doping-Verfahren werden zumindest vorläufig suspendiert.

Themen: DopingDopingsünder


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