Staatsanwaltschaft bestätigt Doping-Ermittlungen Staatsanwaltschaft bestätigt Doping-Ermittlungen Staatsanwaltschaft bestätigt Doping-Ermittlungen

Doping-Fall im deutschen MTB-Sport

Staatsanwaltschaft bestätigt Doping-Ermittlungen

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat BIKE bestätigt: Es wird gegen eine/n deutsche/n Mountainbiker/in wegen des Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz ermittelt. Auch die NADA bestätigt dies.

Unsere Recherchen zum möglichen Dopingfall im deutschen MTB-Sport halten an. Nachdem der BDR nach mehrmaligem Nachbohren kürzlich bestätigt hatte, dass es „seit Januar 2018 eine positive Dopingprobe eines/er BDR-MTB-Athleten/Athletin gibt“, hat uns nun auch die Staatsanwaltschaft Freiburg bestätigt, dass es „ein Ermittlungsverfahren gegen ein/e deutsche/n Mountainbiker/in wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz“ gibt. Namen oder nähere Informationen wollte man aber nicht nennen, da die strafrechtlichen Ermittlungen noch laufen. Auch die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) haben wir mit der Bestätigung des BDR konfrontiert und nach dem Datum der Dopingprobe und der gefundenen, verbotenen Substanz gefragt. Immerhin bekamen wir auch hier die Bestätigung, dass es „im Mountainbike eine positive Probe aus dem Januar 2018 gegeben hat“. Da es sich aber um ein laufendes sportrechtliches Verfahren handelt, gibt die NADA keine Informationen zu diesem konkreten Fall heraus. Namen und Details werden also von Seiten der Staatsanwaltschaft, des BDR und der NADA erst an die Öffentlichkeit gegeben, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Und das kann sich mehrere Monate, unter Umständen sogar Jahre ziehen, wie Beispiele in der Vergangenheit gezeigt haben.

Pixabay Die positive Dopingprobe stammt aus dem Januar 2018. Da zu dieser Zeit keine großen Rennen stattfanden, war es wahrscheinlich eine Trainingskontrolle. Welche verbotene Substanz gefunden wurde, wollte die NADA nicht sagen.

Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft Freiburg?

Warum gerade die Freiburger Staatsanwaltschaft und keine andere in Deutschland in diesem Fall ermittelt, liegt daran, dass es für bestimmte Delikttypen zuständige Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften gibt. Bei Dopingfällen sind das in Deutschland die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Dopingdelikte München I und die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Dopingstraftaten in Freiburg, die es in dieser Form seit April 2012 gibt.

Fotolia Mit einer Freiheitsstrafe müssen gemäß dem Anti-Doping-Gesetz vor allem Dopinghändler und Personen rechnen, die Dopingmittel und -methoden bei anderen Personen anwenden. Selbstdoper/innen im Profisport kommen dagegen meist mit einer Sperre und Geldstrafe davon.

Welche Strafen sind zu erwarten?

Das im Dezember 2015 in Kraft getretene Anti-Doping-Gesetz erleichtert es beispielsweise Staatsanwaltschaften, beim Verdacht auf einen Dopingverstoß intensiver zu ermitteln. In Zeiten der Dopingaffäre des Team Telekom im Jahr 2007 gab es das alles noch nicht. Auch die Strafen für Selbstdoping und den Handel mit Dopingpräparaten wurden mit dem Anti-Doping-Gesetz verschärft. Im Anti-Doping-Code des BDR heißt es, dass „eine finanzielle Sanktion von mindestens 100 Euro bis höchstens 1.000.000 Euro verhängt“ werden kann. Zudem muss der Doper/die Doperin standardmäßig mit einer Sperre von zwei bis vier Jahren rechnen. Allerdings hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass auf eine positive Dopingprobe nicht immer eine Verurteilung folgt. Denn vor Gericht können positiv getestete Athleten/innen immer noch einen Freispruch erwirken. Die Begründung lautet dann oft: verunreinigte Lebensmittel, kurzfristige Medikamenteneinnahme aufgrund einer Krankheit oder unsauber genommene Proben. Laut NADA-Statistik wurden im Jahr 2016 sportartübergreifend 26 mögliche Verstöße bei Trainingskontrollen dokumentiert, nur ein Fall wurde jedoch sanktioniert.

„Ich bin sehr enttäuscht. Dass es aktuell einen Dopingfall unter deutschen Mountainbikern gibt, hätte ich mir nicht vorstellen können. Sportler, die sich lange an der Weltspitze halten, sind ein Hinweis, dass es auch ohne Doping geht.“ (Sabine Spitz, Profi-Mountainbikerin)

EGO-Promotion,Armin M. Küstenbrück Sabine Spitz ist die erfolgreichste deutsche Mountainbikerin. Sie bestritt am vergangenen Wochenende in La Bresse ihr 117. Worldcup-Rennen seit 1996. Damit hat Spitz (46) ihre Worldcup-Karriere beendet, im Marathon will sie aber weiter mitmischen.

Die letzten nennenswerten Dopingfälle im MTB-Sport waren Roel Paulissen (BEL) im Jahr 2010 und die Slowenin Blaca Klemencic 2015 wegen EPO-Rückständen im Urin. Der Belgier wurde für zwei Jahre bis November 2012 gesperrt und landet seit 2013 vor allem bei Marathons auf den vorderen Plätzen. Jüngst sorgte der Russe Alexey Medvedev mit seinem Marathon-EM-Titel für Unmut. Denn Medvedev war im Jahr 2017 wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien für zwei Jahre gesperrt worden. Erst ein Einspruch beim internationalen Sportgerichtshof CAS sorgte dafür, dass die Strafe für Medvedev, die ab 19. Juni 2017 in Kraft trat, auf sechs Monate verkürzt wurde und er überhaupt bei der EM in Spilimbergo starten konnte.

Themen: BDRBIKE 10/2018DopingDopingsünderFreiburg


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