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Cross-Country EM 2018: Nachwuchs schwitzt in Graz

Nachwuchs-EM in Graz - Vorschau für Elite-EM in Glasgow

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Cross-Country-EM findet dieses Jahr in zwei Teilen statt. Der Nachwuchs litt in Graz unter der Hitze, die Elite ist am 7. August in Glasgow an der Reihe. Live-Übertragung im ZDF inklusive.

Eine kleine Erholungspause vor dem Endspurt. So hatte sich das der Weltradsportverband, die UCI, sicher gedacht, als man beschloss, eine kleine Lücke zwischen dem Weltcup in Vallnord vor einigen Wochen und dem Weltcup in Monte-Sainte-Anne in wenigen Tagen zu lassen. Doch für die europäischen Sportler wurde daraus nichts, denn die Europameisterschaften drängten sich dazwischen.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Einer der beiden Pechvögel aus dem Lexware-Team. Lars Hemmerling musste aufgeben.


Vor allem die Elite wird schwer daran zu knabbern haben. Erst steigt am 07.08. die EM im schottischen Glasgow. Direkt danach müssen die Profis in den Flieger steigen, um rechtzeitig für den nächsten Worldcup in Monte-Sainte-Anne am nächsten Wochenende in Kanada zu sein. Die Nachwuchssportler hatten es da etwas entspannter, denn bis zur U-23 fanden die Cross-Country Europameisterschaften schon Ende Juli in Graz statt. In dieser Meldung finden Sie einen Überblick über die Ergebnisse aus Graz und die Favoriten für die EM in Glasgow.

Nachwuchs EM in Graz-Stattegg: Mörderhitze vernichtet deutsche Chancen in der U23

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Die Vorbereitung lief gut, aber im Rennen fehlten Max Brandl die Körner. Ein enttäuschendes Ergebnis für den Nachwuchs-Star.


Europa stöhnt unter der Hitzewelle. Und auch die EM bis zur U23 Klasse in Graz war keine Ausnahme. Bei deutlich über dreißig Grad mussten die Nachwuchssportler auf der schwierigen Strecke die Titelkämpfe gegeneinander ausfechten, gerade die deutschen Sportler wurden vom warmen Wetter reihenweise zum Aufgeben gezwungen. Wie zum Beispiel David List, den der Bundestrainer Peter Schaupp anhielt, nachdem List in Schlangenlinien über die Strecke geeiert war – "zu gefährlich".


Deutlich besser vertrug der Franzose Joshua Dubau das heiße Wetter. Ihn bremste die Hitze kaum und er fuhr an der Spitze ein starkes Rennen, riss aus dem Feld aus in Runde zwei und schaute bis zum Ende nicht mehr zurück. In der Verfolgergruppe setzte sich der Tessiner Filippo Colombo gegen seine Kollegen durch, allerdings erst in der letzten technischen Passage. Milan Vader aus den Niederlanden holte die Bronzemedaille.

Lynn Sigel,EGO-Promotion David List musste aufgeben, nachdem der Bundestrainer das Fortsetzen des Rennen für zu gefährlich hielt.

Schneller und Schwarzbauer: Ehrenrettung in der U23


Der erfolgreichste Deutsche in der U23 EM war der 21-jährige Luca Schwarzbauer. Er lag lange knapp außerhalb der Top Ten, verlor dann aber den Anschluss, als er nach einem Fehler in einer technischen Passage den Sattel richten musste. Platz 15 ist dennoch ein starkes Ergebnis. Sehr zufrieden war auch Simon Schneller. Nach der Transalp hatte der ehemalige BIKE Junior Team Fahrer nicht mit einer guten Platzierung gerechnet. Die Auszeit sei eigentlich zu gering gewesen. Dennoch scheuchte er sein Bulls von einer der hinteren Startpositionen bis in die Top dreißig und landete am Ende auf dem 24. Platz.

EGO-Promotion,Max Fuchs Luca Schwarzbauer fuhr das beste Ergebnis der Deutschen ein. Immerhin Platz 15 wurde es am Ende.

Sina Frei ohne Konkurrenz


In der U23 der Damen hatte Sina Frei aus der Schweiz verhältnismäßig leichtes Spiel. Malene Degn aus Dänemark war krank, Worldcup-Elite-Athletin Alessandra Keller hatte Magenprobleme, Evie Richards aus Großbritannien war gar nicht erst angereist. Kein Wunder also, dass die Schweizerin von Anfang an das Rennen dominierte und am Ende mit über einer Minute Abstand gewann. Rang zwei ging an Marika Tovo aus Italien, Rang drei an Rocio del Alba Garcia Martinez aus Spanien.


Wie auch die Männer litten die deutschen Damen extrem unter der Hitze und waren dementsprechend enttäuscht von den Ergebnissen. Die deutsche U-23-Meisterin Ronja Eibl konnte zwar anfangs mit der späteren Zweitplatzierten Marika Tovo mithalten, dann wurde ihr jedoch häufiger schwarz vor Augen. Sie stürzte zweimal, beschädigte ihr Schaltwerk und fiel bis auf Rang 19 zurück. Felicitas Geiger war mit Rang 17 ähnlich unzufrieden, lediglich die ehemalige BIKE Junior Team Fahrerin Antonia Daubermann konnte sich nach vorne kämpfen und landete auf dem 14. Rang.

Junioren: Zwei Podiumsplätze für Deutschland

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Schwarzbauer setzte volle Kante auf Verdunstungskälte. Sicher der Schlüssel zum Erfolg.


Bei den Junioren war die Hitze dagegen weniger ein Problem. Schon der vierte Rang von Franziska Koch im Damenrennen war trotz vier Minuten Rückstand auf die Siegerin Laura Stigger aus Österreich ein gutes Ergebnis. Bei den Männern konnte Leon Kaiser aus Monheim noch eine Schippe drauflegen. Dem Favoriten Alexandre Balmer aus der Schweiz konnte er wenig entgegensetzen, doch behauptete er immerhin die Bronzemedaille gegen Zaccaria Toccoli, der am Ende auf Rang vier landete. Der Italiener Simone Avondetto ergatterte Silber, mit Moritz Schäb aus Schotten ging der fünfte Platz ebenfalls an einen Deutschen.

EM ohne Schurter und Kerschbaumer – Fumic und Brandau als Deutsche Favoriten


Aufgrund der Nähe zum Weltcup in Monte-Sainte-Anne am nächsten Wochenende ist die Startliste für die EM in Glasgow insbesondere bei den Männern erheblich ausgedünnt. Laut acrossthecountry.net stehen elf der ersten 21 Fahrer des Weltcups am Start. Unter den Fehlenden sind leider auch Nino Schurter und der frischgebackene Weltcupsieger Gerhard Kerschbaumer. Maxime Marotte, Mathias Flückiger und Jordan Sarrou fehlen ebenfalls.

Bartek Wolinski,Red Bull Content Pool Kerschbaumer vor Schurter in Vallnord. Beide stehen in Glasgow nicht am Start.


Deswegen schlüpft eindeutig der Belgier Mathieu van der Poel in die Favoritenrolle. Gefährlich wird ihm Titelverteidiger Florian Vogel, der speziell für die EM trainiert hat. Jaroslav Kulhavy könnte schnell sein und auch Manuel Fumic gehört zu den Topfavoriten in Schottland. Mindestens eine Podiumsplatzierung ist für den Kirchheimer also in jedem Fall möglich. Wenn sich das letzte Jahr wiederholt, fährt Fumic mit einer Bronzemedaille aus der EM nach Monte-Sainte-Anne.

Marius Maasewerd Manuel Fumic hat gute Chancen in Glasgow. Eine Podiumsplatzierung wäre in jedem Fall drin.


Hoffnungen macht sich auch Georg Egger. Der Lexware-Fahrer hat aus der deutschen Meisterschaft Selbstvertrauen gewonnen und jetzt "richtig Bock auf das Event", wie er auf rad-net.de  verkündete. Eine Top 20 Platzierung ist für ihn durchaus im Rahmen des Möglichen und wäre für den 23-Jährigen ein guter Einstand auf seinem ersten disziplinübergreifenden internationalen Event.

Brandau oder Morath? Sieg für die Schweiz?

Marius Maasewerd Elisabeth Brandau ist eindeutig die größte Hoffnung der Deutschen in Glasgow. Wenn sie denn den kleinen Infekt gut überwunden hat.


Bei den Damen sind fast alle europäischen Top-Fahrerinnen vertreten. Annika Langvad und Yana Belomoina hinterlassen aber eine große Lücke, gehören sie doch beide, wenn sie antreten, zu den Favoritinnen. Trotzdem haben Elisabeth Brandau und Adelheid Morath starke Konkurrenz: Die Favoritenrolle könnte an Jolanda Neff oder Pauline Ferrand-Prévot gehen, oder auch an Gunn-Rita Dahle Flesjå und Maja Włoszczowska.

Bartek Wolinski,Red Bull Content Pool Jolanda Neff und Gunn-Rita Dahle Flesja in Vallnord vor wenigen Wochen.


Es bleibt also spannend für Morath und Brandau, die beiden deutschen Top-Fahrerinnen. Zumal Ersterer das Streckenprofil nicht liegt und Letztere noch mit einem Infekt kämpft, den die Kinder aus dem Kindergarten bis nach Hause getragen haben. Trotzdem ist man zuversichtlich beim BDR was die deutschen Medaillenchancen angeht. Nur Sabine Spitz ist leider nicht dabei. Ihre Verletzung aus Val di Sole macht ihr noch zu viele Probleme. Deshalb schont sie sich lieber, als sich vor dem Weltcup in Kanada in einem wenig aussichtsreichen Rennen zu verausgaben.


Die Rennen der Elite werden am 7. August live im ZDF übertragen: Um 10:30 Uhr starten die Damen und um 15:30 Uhr die Herren.

Themen: Cross CountryEuropameisterschaftGeorg EggerGlasgowNachwuchsNachwuchs-EMVorschau


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