Getty Images: Chinese people wearing protection masks Getty Images: Chinese people wearing protection masks

Corona: Fahrradwirtschaft startet Spendenaktion

Deutsche Fahrradbranche kämpft gegen Corona-Ausbreitung

Sebastian Brust am 11.02.2020

Die Corona-Epidemie in China könnte sich auch auf dem deutschen Fahrradmarkt auswirken. Die deutsche Fahrradwirtschaft will jetzt Schutzausrüstung spenden, um die Eindämmung des Virus zu unterstützen.

Das Corona-Virus hält die Welt in Atem. Obwohl aktuell leicht rückläufige Neuinfektionsraten gemeldet werden, kann von nachhaltiger Entspannung noch keine Rede sein. Die deutsche Fahrradindustrie ist tief verzahnt in wirtschaftliche Beziehungen mit chinesischen Produzenten, Lieferanten oder Mitarbeitern – auch in den von der Corona-Epidemie betroffenen Gebieten. Die Unternehmungen, die Ausbreitung der Virus-Krankheit wirksam einzudämmen, gefährden auch die Produktionsleistung der Betriebe.

Es ist also durchaus auch im eigenen Interesse, dass die BICO Zweirad Marketing GmbH (BIKE&CO) zusammen mit dem Zweirad-Industrie-Verband e. V. (ZIV), dem Verbund Service und Fahrrad e. V. (VSF) sowie Bernhard Lange (Paul Lange & Co. OHG) eine Hilfsaktion für die chinesische Bevölkerung gestartet hat.

Es fehlt hauptsächlich an Schutzbekleidung 

"Nach so vielen Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit ist es nun an der Zeit, unseren Freunden in China etwas zurückzugeben und ihnen bei Ihren Bemühungen zur Eindämmung des Corona-Virus zu helfen", entschied Jörg Müsse, Geschäftsführer bei BIKE&CO, angesichts der Lage und initiierte die Hilfsaktion. Dabei gehe es in erster Linie darum, den massiven Mangel an Schutzbekleidung wie Gesichtsmasken, Schutzanzügen und Einweg-Handschuhen in den betroffenen Gebieten zu bekämpfen. Denn China selbst ist zwar weltweiter Hauptproduzent dieser Artikel, doch der hohe Bedarf und die stillstehende Produktion führen dazu, dass selbst in den Krankenhäusern Schutzbekleidung fehlt.

"Konkret möchten wir das zentrale Krankenhaus in Bozhou, Provinz Anhui, unterstützen. Durch den persönlichen Kontakt vor Ort durch meine Tochter wurden wir für die sehr kritische Situation vor Ort sensibilisiert. Der direkte Kontakt gibt uns allerdings auch die Möglichkeit das gespendete Material direkt an die Bedarfspunkte zu bringen", erläutert Müsse und betont den Zeitdruck, unter dem die Aktion steht: "Das Material muss so schnell wie möglich vor Ort eintreffen, damit sich der Virus nicht weiterverbreiten und das normale Leben in China wieder stattfinden kann. Letztlich ist auch die Produktionsleistung in China von einer schnellen Eindämmung des Virus abhängig, was für unsere Branche sehr wichtig wäre."

Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit und Lieferfähigkeit

Die Schlagkräftigkeit der Aktion noch erhöhen sollten starke Partner. Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV, war nach Anfrage gleich bereit, Müsse und seine Aktion zu unterstützen: "Wir unterstützen natürlich sofort und gerne eine gemeinsame Hilfsaktion. Die Krise in China hat nach ersten Umfrageergebnissen unter unseren Mitgliedern gezeigt, dass diese sicherlich auch teilweise Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit und Lieferfähigkeit der Hersteller hat. Wir hoffen, dass wir mit dieser Hilfsaktion zunächst aber erst einmal konkret den Menschen vor Ort helfen können. Das ist jetzt das Wichtigste."

Auch Sie können den Menschen und Unternehmen in China helfen, indem Sie eine Spende auf das für diese Aktion eingerichtete Konto überweisen. Bitte vermerken Sie ebenfalls im Verwendungszweck, wenn Sie im Anschluss eine Spendenquittung erhalten möchten.

Verwendungszweck: "Deutsche Fahrradwirtschaft hilft China" 
Empfänger: BICO Zweirad Marketing GmbH
IBAN: DE83 4785 3520 0025 0223 77
BIC: WELADED1WDB
 
Sebastian Brust am 11.02.2020