CC-Worldcup #4 Albstadt: Absalon holt 29. Worldcup-Sieg

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Der Worldcup-Führende Julien Absalon hat das Duell mit Nino Schurter für sich entschieden. Die Deutschen Milatz und Fumic werden Fünfter und Siebter.

Trockenes Wetter, ein schneller Kurs und tausende Zuschauer: Albstadt war bereit für den zweiten UCI Mountainbike Worldcup nach der Premiere im Vorjahr. Acht Runden standen für die 149 Starter in der Herren-Konkurrenz an. Nach einem hektischen Start war es einmal mehr Weltmeister Nino Schurter, der sich sofort vom Feld absetzte. Mit zeitweise sieben Sekunden Vorsprung ging er in die erste längere Abfahrt in der Startrunde. Doch Routinier und Worldcup-Leader Julien Absalon wollte seinen ärgsten Konkurrenten nicht davonfahren lassen und schloss die Lücke mit einem Zwischensprint. Dahinter lag Emil Lindgren (SWE) auf dem dritten Rang, ehe eine Gruppe mit Maxim Marotte, Stéphane Tempier und Thomas Litscher folgte. Manuel Fumic wartete erst einmal ab und reihte sich an zehnter Position ein.

Gefragter Mann des Tages: Julien Absalon.

Vom Führungsduo zur Fünfer-Gruppe

Schurter und Absalon arbeiteten zusammen und fuhren vorneweg. Doch am Ende der zweiten Runde konnten Fabian Giger, Tempier und Marotte die Lücke schließen und so wurde aus dem Führungsduo eine Fünfer-Gruppe mit drei Franzosen und zwei Schweizern. Dahinter fanden sich Fumic, Moritz Milatz und der Australier Daniel McConnell zu einem Trio zusammen. In Runde drei ziehen Giger, Absalon und Schurter im steilen Uphill dann davon. Doch kurz vor der Kuppe folgt anschließend die Schlüsselszene: Absalon geht an Schurter vorbei und der Schweizer fällt zurück. Eine Runde später schüttelt der Franzose auch Fabian Giger ab und fährt auf Anhieb einen Vorsprung von 30 Sekunden heraus. 1:30 Minuten hinter dem Führenden arbeiten Milatz, Fumic und McConnell harmonisch zusammen und hoffen, dass einer der vor ihnen Platzierten nachlässt.

Die Verfolgergruppe mit Daniel McConnell, Moritz Milatz und Manuel Fumic (von links).

In der sechsten Runde setzt sich Moritz Milatz ab

Vorne dreht Absalon in unnachahmlicher Manier seine Runden. Zwei "XTR Di2"-Tattoos an seinen Armen verraten jedem, dass der Franzose als einer von drei Fahrern im Feld mit der nagelneuen Elektroschaltung von Shimano unterwegs ist. Neben Absalon durften auch Fabian Giger und Daniel McConnell die elektronische Schaltung fahren. Hinter Absalon bildet sich eine Dreier-Gruppe mit Giger, Schurter und Tempier. Aber auch weiter hinten tut sich was: Moritz Milatz attackiert und kann sich von Fumic und McConnell absetzen. "Ich dachte McConnell blufft nur, aber dann war Moritz weg", sagte Fumic nach dem Rennen.

Wie in Nove Mesto bester Deutscher: Moritz Milatz.

Absalon fährt seinen 29. Worldcup-Sieg souverän nach Hause


Der routinierte Franzose vom BMC-Team ließ nichts mehr anbrennen auf den letzten beiden Runden und siegte am Ende souverän mit fast 1,5 Minuten Vorsprung vor dem Schweizer Nino Schurter (Scott), der sich in der vorletzten Runde von Tempier absetzen konnte. Damit holte Absalon vor 15000 Zuschauern seinen 29. Worldcup-Sieg und ist nun alleiniger Rekordhalter. Stéphane Tempier vom Team BH-KMC komplettiert das Podium. Dahinter holt sich der zweite XTR Di2-Fahrer Fabian Giger (Giant) den vierten Rang. Auf Position fünf kommt mit dem Deutschen Meister Moritz Milatz der erste Deutsche. Nach seinem zweiten Platz in Nove Mesto beweist Milatz seine Topform. Manuel Fumic (Cannondale) lässt sich noch einige Sekunden vom Australier McConnell abnehmen und finisht als Siebter. "Ich bin super happy mit dem Ergebnis. Das ist Balsam für die Seele nach den letzten Wochen", sagt Fumic.

Konnte sich auf der Zielgeraden kräftig feiern lassen: der Franzose Julien Absalon.

Wolfram Kurschats furiose Aufholjagd


Für den Altmeister Wolfram Kurschat (Topeak-Ergon) hieß es von Anfang an: Plätze gutmachen. Da die relativ einfache Strecke Kurschat entgegenkam, setzte er sein Vorhaben konsequent um. Nach der ersten Runde kam er als 84. über die Ziellinie, zwei Runden später hatte er sich schon auf Rang 56 vorgearbeitet. Jede Runde schnappte sich Kurschat so im Uphill einige Fahrer und landete am Ende auf einem guten 36. Platz.

Das Podium bei den Herren: Fabian Giger, Nino Schurter, Julien Absalon, Stéphane Tempier und Moritz Milatz (von links).

Damen: Ferrand Prevot fliegt davon - Morath überzeugt


Pauline Ferrand Prevot wiederholte nicht nur ihren Sieg von Nove Mesto, sondern auch das Muster dieses Sieges. Bereits in der ersten Runde setzte sie sich an die Spitze und demonstrierte ihre physische Überlegenheit, in dem sie sich von der Konkurrenz absetzte und am Ende mit 2:59 Minuten Vorsprung auf Gunn-Rita Dahle Flesjå (Norwegen) gewinnen konnte.
"Ich habe zur Zeit eine super Form. In einer Woche geht die natürlich auch nicht weg und so war ich sehr zuversichtlich für Albstadt. Hier stand ich natürlich mehr unter Druck als in Nove Mesto, aber ich habe versucht entspannt an den Start zu gehen. Ich wollte einen guten Start, weil man sonst in der Elite schnell abgehängt ist. Das ist mir gelungen. Es war mir schon wichtig einen großen Vorsprung zu haben, falls etwas passiert", kommentierte die 22-Jährige ihre eindrucksvolle Solo-Vorstellung.

Pauline Ferrand Prevot fuhr der Konkurrenz wie in Nove Mesto ein weiteres Mal um die Ohren.

Dahle-Flesjaa unbedrängt auf Rang 2


Gunn-Rita Dahle Flesjå machte sich in der zweiten Runde alleine auf die Verfolgung, sofern man das noch als solche bezeichnen kann, war aber für die folgende fünfköpfige Gruppe aber immer noch in Schlagdistanz.
Die Rekord-Weltcupsiegerin fuhr jedoch ein konstantes Tempo und geriet nicht mehr in Gefahr den zweiten Platz zu verlieren. "Pauline fliegt zur Zeit, es ist beeindruckend und es freut mich für sie, weil ich das Gefühl kenn. Ich bin gut in Form, aber nicht super. Ich hatte diese Woche eine Erkältung, aber wenn du in guter Form bist und kein Fieber hast, dann steckst du das weg. Auf jeden Fall bin ich sehr, sehr zufrieden mit meinem Frühjahr. Ich bin die einzige Fahrerin, die immer in den Top drei war", erklärte Dahle-Flesjaa.

Das Damen-Podium: Zakelj, Dahle-Flesjaa, Ferrand Prevot, Neff und Catherine Pendrel.

Unglückliches Ende für Morath im Kampf um Platz 3


Richtig packend war es im Kampf um Rang drei. Fünf Fahrerinnen attackierten sich gegenseitig immer wieder. Ständig wechselten die Positionen. In der letzten Runde ging Jolanda Neff an Adelheid Morath (Freiburg) vorbei und vor der Deutschen in die technische Passage Teufels-Corner.
Morath rutschte dort das Vorderrad weg, so dass sie sich überschlug. "Ich war kurz benommen und musste dann schnell mein Rad weg nehmen, weil die anderen kamen", erzählt Morath von der Situation, die sie einen Platz auf dem Podium kostete.
Tanja Zakelj (Slowenien) und Catharine Pendrel (Kanada) gingen an Morath vorbei, ehe sich die wieder aufs Bike schwingen konnte, während Neff ihren Vorsprung nutzte um souverän Dritte zu werden.
"Ich habe gedacht, vielleicht kann ich noch an Gunn-Rita heran fahren und habe deshalb angegriffen. Mit Pauline kann ich im Moment nicht mithalten, aber ich hatte ein deutlich besseres Gefühl als letzte Woche. Ich konnte sicher durchfahren", erklärte Neff nach dem Rennen.

Zog sich leichte Prellungen und Abschürfungen bei ihrem Sturz in der letzten Runde zu: Adelheid Morath.

Zakelj zeigte glücklich über ihren vierten Rang (+3:39). "Ich habe versucht ruhig zu bleiben und nicht jede Attack mitzugehen. In der letzten Runde hieß es dann einfach Vollgas. Letztes Jahr war ich auch Vierte in Albstadt und ich hoffe, ich kann so weitermachen, wie ich es 2013 auch getan habe", sagte die Vorjahres-Gesamtsiegerin lachend. Catharine Pendrel holte sich Rang fünf (+3:53) und tröstete im Ziel erst einmal Adelheid Morath.

Die Top 30 bei den Herren.

Themen: AlbstadtCross CountryJulien AbsalonRennenWorldcupXTR Di2


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