Cape Epic 2013, Stage 3: Wieder Pech für Sauser/Kulhavy, Bulls weiter vorne Cape Epic 2013, Stage 3: Wieder Pech für Sauser/Kulhavy, Bulls weiter vorne Cape Epic 2013, Stage 3: Wieder Pech für Sauser/Kulhavy, Bulls weiter vorne

Cape Epic 2013, Stage 3: Wieder Pech für Sauser/Kulhavy, Bulls weiter vorne

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 8 Jahren

Auf den letzten Metern verspielt Team Burry Stander - Songo (Sauser/Kulhavy) den Gewinn der dritten Etappe des Absa Cape Epic 2013. Team Bulls (Platt/Huber) baut Gesamtführung weiter aus.

Karl Platt reißt beide Arme hoch im Ziel, jubelt überschwänglich. Sein Partner Urs Huber steht mit einem breiten Grinsen daneben. Und 46 Sekunden später steigen Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy ruhig vom Fahrrad. Gehen beherrscht in die Winners Lounge des Absa Cape Epic und lassen sich den Staub abspülen. Beherrscht, um nicht den Frust und die Enttäuschung rauszulassen. Bis drei Kilometer vor dem Ziel hatte das Team Burry Stander-Songo klar geführt – um links abzubiegen, wo der Kurs geradeaus weiterführte.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Enttäuschung: Es sollte auch auf Etappe 3 nicht sein für Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy. Am Ende war es Platz 2.

„Wir hatten einen soliden Vorsprung, wir haben richtig hart attackiert, und es ist frustrierend, wenn es sich nicht auszahlt. Wir kamen in die Linkskurve und der Pfeil zeigte nach links und es ging eigentlich geradeaus, das haben wir nicht gesehen. Und es waren nur noch drei Kilometer ins Ziel. Der Verfahrer hat uns mindestens drei Minuten gekostet, wir waren über zwei Minuten vor den Bulls, als das passiert ist”, meinte ein enttäuschter Christoph Sauser (SUI) im Ziel. Der Schweizer Partner von Karl Platt, Urs Huber, konnte es kaum fassen: „Ich bin total überrascht, dass wir diese Etappe gewonnen haben. Wir mussten die beiden (Sauser/Kulhavy) nach dem zweiten Wasserpunkt ziehen lassen, sie waren ein wenig stärker. Wir sind dann unseren Rhythmus gefahren, konnten noch ein wenig aufholen und dachten, wir kommen als zweite ins Ziel. Jetzt ist unser Polster noch ein wenig größer, aber es wird noch härtere Tage geben. Am Schluss habe ich registriert, dass der Hubschrauber immer bei uns war und dachte wir sind nahe dran, wusste aber nicht, dass wir ganz vorne sind.”

Cape Epic,Sportzpics,Karin Schermbrucker Die glücklichen Etappensieger und Träger des gelben Trikots Urs Huber (links) und Karl Platt (rechts) inmitten der Fans.

Was gerne als Erholungsetappe bezeichnet wird, waren 94 Kilometer und 1950 Höhenmeter als Schleife rund um Saronsberg, dem Weingut bei Tulbagh im Western Cape. Für die Profis sah das jedoch ein wenig anders aus. „Von wegen Ruhetag, „rest day” war heute nicht. Da hat irgendjemand den Alarmknopf gedrückt, die erste Stunde war nur „rush hour” angesagt. Mit viel Antreten und Kraft, da wird ständig neu sortiert, und das Feld zieht sich dann wie eine Ziehharmonika auseinander. Die erste Zeit waren wir noch vorne dabei. Als beim zweiten Anstieg das Tempo kurz verschärft wurde, haben wir den Anschluss verloren, hatten aber eine gute Gruppe und sind wieder unter den Top Ten reingekommen. Das war einfach ein doppelt so langes Cross-Country-Rennen heute”, so der Deutsche Meister Manuel Fumic, der mit Marco Fontana (ITA) als 6. ins Ziel  kam. Das Team Cannondale Factory Racing, intern genannt Team Baggy Shorts, liegt damit auf Rang 6 der Gesamtwertung (38,39 min zurück).

Cape Epic,Sportzpics,Greg Beadle Team „Baggy Shorts”: Manuel Fumic in Ruheposition vorne und Teamkollege Marco Fontana.

Selbst nach der Siegerehrung war Karl Platt noch fassungslos: „Ich kann’s noch gar nicht glauben, das wir den zweiten Etappensieg haben. Das war wieder richtig brutal heute. Die (Sauser/Kulhavy) fahren total hart. Sie beschleunigen, ziehen immer wieder an. Wir sind gefolgt im Flachen und am Berg, bis wir beschlossen haben, unser eigenes Tempo zu gehen, sonst hätten wir uns schwarz gefahren. Wir hatten sie dann noch lange im Blick, aber es war gut, dass wir unsere Geschwindigkeit gefahren sind. Der Unterschied zu letztem Jahr ist, dass Specialized keinen Druck von anderen hatte, weil sie so überlegen waren. Jetzt spüren sie Druck. Wir müssen an unser Limit gehen, und sie müssen jetzt auch ans Limit gehen, als Gejagter macht man mehr Fehler. Irgendjemand da oben (deutet zum Himmel) mag mich wohl gerade. Stefan (Sahm) hatte heute auch die ersten dreißig, vierzig Kilometer gearbeitet, wir haben super Teams im Rennen gerade. Und die Unterstützung von den Fans ist auch riesig. Ich habe gestern so viele Tweets und WhatsApp-Nachrichten bekommen, ich war zwei Stunden beschäftigt mit Lesen. Ich kann leider nicht allen antworten – danke an unsere Fans.”

Cape Epic,Sportzpics,Greg Beadle Formel-1-Legende Alain Prost mit Unterstützung seines Teampartners Sebastian di Pasqua.

Das zweite Bulls Team mit Tim Boehme (GER) und Thomas Dietsch (FRA) lässt sich beflügeln und geht das hohe Tempo mit, solange es geht. Belohnung: Rang 3 der Gesamtwertung. Ein starkes Rennen lieferten wieder das deutsche Team Dietrich mit dem Deutschen Marathonmeister Markus Kaufmann und Thomas Stoll, die auf Rang 8 einliefen und nach der dritten Etappe nun Platz 7 der Gesamtwertung belegen. Abgeschlagen – für ihre Verhältnisse – rollen Nino Schurter und Florian Vogel auf Platz 17 ins Ziel. „Mir gings ganz gut, Florian ist leider explodiert auf der heutigen Etappe. Er ist eindeutig nicht in der Verfassung die er sonst drauf hat. Die letzten drei Tage hat er schon gelitten, mit mir mitzukommen. Ich konnte heute ein schönes, entspanntes Tempo fahren, für mich war es Recovery day. Aber Florian ist bei Kilometer 20 geplatzt, da macht es keinen Sinn, auf Vollgas zu fahren.” Schurter unterhielt deshalb die Kameramänner und Fotografen am Schluss des letzten Anstiegs mit einer Wheelie-Einlage. Ihr Teamchef Thomas Frischknecht, Schweizer Radlegende, kam mit Partner Urs Gerig (Team Rwanda Cycling 2) auf Platz 5 der Masters-Wertung über die Ziellinie.

Gary Perkin,Cape Epic,Sportzpics Wenn der Partner nicht mehr kann, bleibt Zeit für Späße. Hier Nino Schurter, dessen Partner Florian Vogel das Tempo nicht mitgehen konnte.

Frauen: Schweizerin Esther Süss muss aufgeben, Masters: Bölts/Bresser disqualifiziert

Für das favorisierte Schweizer Frauenteam mit Esther Süss und Jane Nuessli (BMC Wheeler) ist das Absa Cape Epic leider beendet. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag gestern musste die Schweizerin abends in die medizinische Betreuung, nachdem sie 146 Kilometer mit leerem Magen gefahren war. Zur dritten Etappe ging Jane Nuessli als Individualfahrerin an den Start – und damit außerhalb der Wertung. Das südafrikanisch-britische Team Energas mit Yolande Speedy und Catherine Williamson führt nach dem heutigen Sieg weiter die Gesamtwertung an.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark Catherine Williamson (links) und Yolande Speedy (rechts) nach ihrem Sieg auf Etappe 3.

Bei den Telkom Business Masters hatte der in Südafrika lebende Deutsche Nico Pfitzenmaier mit seinem brasilianischen Partner Abraao Azevedo (Team Bridge) einen super Tag und holte sich den Etappensieg und damit die Gesamtführung in seiner Klasse. Das deutsche Duo Udo Bölts/Carsten Bresser (Juwi) zog die Pechkarte: Sie bogen kurz vor dem Ziel falsch ab und fuhren versehentlich zurück zum Wasserpunkt 2, wo sie dann aus dem Rennen genommen wurden. Morgen starten sie mit blauer Nummer, können also nicht mehr ins Renngeschehen eingreifen. Karsten Bresser: „Wir haben uns total verfranzt. Es war eine hektische Phase, nach dem Defekt (schleichender Platten) war ich fokussiert auf Udos Hinterrad, ob es nun hält. Udo war auch ein wenig unkonzentriert, und als wir gemerkt haben, dass wir nicht mehr auf der Rennstrecke sind, haben wir Stimmen gehört und dachten, das ist das Ziel, aber es war die zweite Verpflegungsstelle. Ein Marshal hat uns gemäß Reglement die Nummern abgenommen, da wir den Kurs verlassen hatten. Regeln sind Regeln, die gelten für uns genau wie für alle andern.”

Weitere Zitate zu Etappe 3 des Absa Cape Epic 2013:

José Hermida (ESP) Team Merida Multivan
„Wir hatten heute wieder Reifenprobleme, einen langen Riss in der Flanke, da stopften wir ein Stück Gummi rein, aber die Zeit war verloren. Außerdem hatte ich heute nicht nur schlechte Reifen, sondern auch schlechte Beine. Es ist Tag vier und wir sind immer noch dabei. Wir werden weiter kämpfen.”

Nico Pfitzenmaier (GER) Team Bridge
„Wir fanden sofort einen guten Rhythmus und waren, gemeinsam mit Bart (Brentjens) und Rob (Sim) unterwegs. Dann schlossen wir auf zu Udo (Bölts) und Carsten (Bresser), die ein wenig vor uns waren. Die Beine fühlten sich gut an, wir attackierten in einer technische Passage und konnten Bart abhängen, Udo und Carsten kamen zurück. Sie hatten dann einen "Schleicher", wir nahmen den Kopf runter und gaben Gas und ab dem zweiten Wasserpunkt gings nur noch ums Überleben. Da kamen noch steile Anstiege und wir wollten es an den Abfahrten nicht übertreiben. Ein Etappensieg ist immer super, die Masterskategorie ist wirklich stark und beim Epic kann sich alles täglich ändern.”

René Haselbacher (AUT) Team Asrin RH77
„Von Anfang an ging das Feld richtig schnell los, die erste Welle haben sie richtig durchgezogen Ich bin ja jetzt ein Diesel geworden, das heißt, es dauert ein wenig länger bis ich in Gang komme, es ist peu à peu immer besser gegangen und zum Schluss war der letzte Berg kein Problem mehr. Natürlich haben wir Minuten kassiert, aber wir rücken ein klein wenig nach vorne.”

Wolfgang Krenn (AUT) Team Asrin RH77
„Ein beinhartes Rennen, kann ich dazu nur sagen. Ich bin das erste Mal hier, ich kenne einige Etappenrennen. Das Crocodile Trophy ist auch schwer, aber hier ist der Untergrund, das Gelände sehr schwierig. Aber das Cape Epic hat einfach eine super Kulisse, super Singletrails, mir taugts irrsinnig.”

Mehr Informationen und Ergebnisse auf www.cape-epic.com

Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathon


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