Cape Epic 2013, Stage 2: Team Bulls mit Platt/Huber im gelben Trikot

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 8 Jahren

Etappensieg und das gelbe Leadertrikot gehen nach der zweiten Etappe an das Team Bulls mit Karl Platt und Urs Huber. Pannenpech wirft härteste Konkurrenten Hermida/van Houts und Sauser/Kulhavy zurück.

Für die deutschen Bulls lief es hervorragend auf der zweiten und längsten Etappe des Absa Cape Epic: Platz 1, 2 und 9 für die drei deutschen Teams. 146 Kilometer betrug die Überführungsetappe von Citrusdal nach Tulbagh aufs idyllische Weingut Saronsberg. Karl Platt und Urs Huber kamen 5:48,5 Minuten vor ihren Teamkameraden Thomas Dietsch und Tim Boehme ins Ziel. Am wichtigsten war dem viermaligen Epic-Sieger Platt im Ziel eine kühle Dusche. Immerhin waren die Epic-Racer über fünfeinhalb Stunden unterwegs, auf einem nahezu schattenlosen Kurs.

Karl Platt und Urs Huber feiern ihren Sieg auf Etappe 2.

Die härtesten Konkurrenten, Christoph Sauser (SUI) und Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (CZE) hatten wiederum Pannenpech. "Es war leichter als gestern, aber ein schlechter Tag wegen unserer technischen Probleme. Meine Kette brach und dann auch noch das Werkzeug. Da haben wir locker sieben Minuten verloren. Ich denke, dass wir von der Leistung am stärksten sind und ohne Pannen können wir ganz vorne sein. Aber es geht noch ein paar Tage und jedem kann etwas passieren", meinte Kulhavy.

„Als Kulhavy Druck machte, ging das Tempo so hoch, wie aus einer anderen Welt. Ich war eine halbe Minute vorne, aber merkte, das macht keinen Sinn. Ich habe heute nichts erwartet, und dann der Etappensieg und das gelbe Trikot. Wir sind drangeblieben an Christoph und Jaro. Als sie durch ihre Panne weg waren, haben wir Gas gegeben. Das ist einfach das Spezielle am Epic, man muss improvisieren, eine Chance ergreifen, wenn sie sich bietet, und dann einfach überleben,” so ein ziemlich ausgepumpter Karl Platt im Ziel.

Outcast: Alban Lakata fährt seit dem Ausfall seines Teampartners Robert Mennen außerhalb der Wertung.

Nach der zweiten Etappe können die Favoriten trotz Pannenpech noch lachen

Nicht nur mit der heutigen Etappe von fast 150 Kilometern und 2350 Höhenmetern beweist das Absa Cape Epic in seiner zehnten Jubiläumsausgabe, dass es zu Recht die „Tour de France” des Mountainbikens genannt wird. „Die ersten 50 Kilometer habe ich mir überlegt, ob ich nicht doch etwas Vernünftiges hätte lernen sollen, Ton-Assistent beim Fernsehen oder so. Irgend etwas Seriöses, wo man sich nicht so elend quälen muss. Die letzten 50 Kilometer gingen dann”, meinte Tim Boehme, der mit Partner Thomas Dietsch (FRA) nun auf dem zweiten Gesamtplatz liegt. Zumindest blieb der Humor nicht auf der Strecke, die mit vier Anstiegen, technischen Singletracks durch phantastische rote Sandstein-Formationen und schnellen Rollstrecken wieder alles aufbot, was Mountainbiken ausmacht. Grandioses Finale der Etappe war ein fünf Kilometer langer Singletrack bergab, ein alter Planwagen-Weg aus den Pioniertagen Südafrikas, der ins Ziel im fruchtbaren Tulbagh-Valley auslief.

Der quirlige und immer gut gelaunte José Hermida spickte sich seine Reifen mit Dornen und musste mit Partner Rudi van Houts (Multivan Merida) zusehen, wie sie von Dutzenden überholt wurden. „Das war heute ein neuer Rekord für mich, ich bin noch nie 146 Kilometer auf meinem Mountainbike gefahren”, sprudelte Hermida im Ziel. Platz 5 und den Rückstand sieht der spanische Olympiavierte noch entspannt: „Neun Minuten Rückstand im Epic bedeutet noch nicht so viel, es kommen ja noch ein paar Tage.”

Ähnlich sieht es der dreifache Absa Cape Epic-Sieger Christoph Sauser: „Das waren jetzt erst zwei von fünf Tagen. Ich fühle, dass wir die Stärksten sind. Hoffentlich haben wir morgen mal kein Pech. Jaro hat auf der Ebene enormen Druck und ich kann Windschatten fahren. Auf dem Trail und abwärts bin ich dann ein wenig schneller. Bei der nächsten Etappe kenne ich die Strecke von früher, das ist immer gut für den Kopf.”

Sauser/Kulhavy nach Etappe 2 trotz erneuter Panne auf Gesamtrang zwei.

„Das war mein längster Tag im Büro bisher”, beschrieb Manuel Fumic die Etappe. Mit Marco Fontana fuhr der Deutsche Meister ein cleveres Rennen, teilte sich die Strecke gut ein und die beiden Cross-Country-Spezialisten suchten Windschatten bei den Führungsgruppen, bevor sie bei Kilometer 90 abreißen lassen mussten. Sie landeten schließlich auf dem 8. Platz, was einen ausgezeichneten 6. Platz im Gesamtklassement bedeutet. Beide liegen in der Wertung fürs beste Outfit vorne: Fumic und Fontana sind als einziges Team in Shorts unterwegs. Das deutsche Team Dietrich mit Markus Kaufmann und Thomas Stoll war wieder schnell unterwegs und belegte Platz 7.

Zweiter Etappensieg für Bresser/Bölts bei den Masters, bei den Frauen übernehmen Yolande Speedy und Catherine Williamson die Gesamtführung

Bei den Masters holte sich das routinierte Team Juwi mit Carsten Bresser und Udo Bölts den Etappensieg und die Gesamtführung ihrer Kategorie. Im Gesamtklassement bedeutet das Platz 15. Ihre starken Verfolger, der Deutsche Nico Pfitzenmaier mit brasilianischem Partner Azevedo Abraao liegen 16.46 Minuten dahinter. Die Zweitplatzierten der 1. Etappe, Team Superior-Brentjens 2 mit Ex-Olympiasieger Bart Brentjens und dem Südafrikaner Robert Sim kamen mit 41.11,3 Minuten Rückstand auf den 6. Platz.

Die führenden Schweizer Frauen Esther Süss und Jane Nuessli (BMC-Wheeler) lagen an der dritten Wasserstelle fast zwanzig Minuten zurück. Süss war mit gesundheitlichen Problemen in die Etappe gestartet und fuhr die ganze Etappe mit leerem Magen. So gingen das südafrikanisch-britische Energas-Team Yolande Speedy und Catherine Williamson als erstes weibliches Duo durchs Ziel, gefolgt von Hanlie Booyensund Ischen Stopforth (Pragma Volcan Ladies). Die Mitfavoriten Sally Bigham (GBR) und Milena Landtwing (SUI) waren, ebenfalls wegen Magenproblemen, gestern ausgeschieden.

Mehr Informationen und Ergebnisse auf www.cape-epic.com

Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathon


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