Cape Epic 2013, Stage 1: Auftakt der Hitze- und Sandschlacht in Südafrika Cape Epic 2013, Stage 1: Auftakt der Hitze- und Sandschlacht in Südafrika Cape Epic 2013, Stage 1: Auftakt der Hitze- und Sandschlacht in Südafrika

Cape Epic 2013, Stage 1: Auftakt der Hitze- und Sandschlacht in Südafrika

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 9 Jahren

Die Jubiläums-Ausgabe setzt noch einen drauf: Endlose 706 Kilometer und beängstigende 16950 Höhenmeter warten auf die Teilnehmer des 10. Absa Cape Epic. Nach der ersten Etappe führen José Hermida (ESP)/Rudi van Houts (NED) vor dem deutschen Bulls-Team.

„Das war brutal heute. Andere hatten uns vor dem Sand gewarnt, aber als wir dann drin waren, haben wir uns richtig gequält und dachten, das kann ja nicht so weiter gehen. Aber es ging bis zum Schluss, und wenn es dann am Ende richtig weh tut, und du ausgepowert bist, geben dir diese Sandstücke den Rest.” Nach 96 Kilometern in der südafrikanischen Hitze ist der deutsche Olympiateilnehmer Manuel Fumic gezeichnet von den Strapazen der ersten Etappe. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Marco Fontana (ITA), Olympia-Bronzemedaillengewinner, bestreitet der Deutsche Mountainbike-Meister zum ersten Mal das Absa Cape Epic.

Kelvin Trautman,Cape Epic,Sportzpics Manuel Fumic (GER, vorne) gemeinsam mit Teampartner Marco Fontana (ITA) bei seiner ersten Teilnahme am Cape Epic.

2004 wurde das Etappenrennen ins Leben gerufen, 1200 Biker, die in Zweierteams antreten müssen, können daran teilnehmen. Bei seiner zehnten Jubiläums-Ausgabe liegen insgesamt 706 Kilometer und 16950 Höhenmeter vor den Fahrern. Nach dem Auftakt-Prolog stand mit knapp 100 Kilometern und 2350 Höhenmetern der erste Härtetest für die Profis und Amateure aus 41 Nationen an.

Das spanisch-holländische Team Hermida/Van Houts (Multivan Merida) zeigte die beste Kletterleistung und gewann die erste Etappe in 4:30.56,7 Stunden vor den deutsch-Schweizer Favoriten Karl Platt/Urs Huber (Team Bulls) und Team Bulls 2 mit Thomas Dietsch/Tim Boehme. „Ich habe keine Energie mehr, ich kann kaum noch sprechen", meinte José Hermida, Mountainbike-Weltmeister 2010. "Heute wurde mir wieder klar, wie hart das Cape Epic ist. Nach vier Teilnahmen habe ich endlich das Leader-Trikot, das möchte ich so lange wie möglich verteidigen." Fumic/Fontana (Cannondale Factory Racing) belegen nun den 7. Platz der Gesamtwertung. Einen der deutschen Sieganwärter ereilte bei der ersten Abfahrt unglaubliches Pech: Eine Duiker-Antilope sprang ins Vorderrad von Robert Mennen (Canyon Topeak Ergon). Ein Sturz war unvermeidlich, Mennen brach sich das linke Schlüsselbein und musste das Rennen beenden. Mit Teampartner Alban Lakata (AUT) war er auf dem 4. Platz der Gesamtwertung gelegen.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy José Hermida (ESP) und Rudi van Houts (NED) gewinnen die erste Etappe des Cape Epic 2013.

Mit technischen Problemen kämpften die nach dem Prolog führenden Christoph Sauser (SUI) und der amtierende Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (CZE), Team Burry Stander-Songo. Sauser war kurz unkonzentriert, prallte bei der Abfahrt gegen einen großen Stein und beschädigte die Felge seines Carbon-Vorderrads. Glücklicherweise konnten sie nach rund 5 Minuten das Laufrad tauschen und machten sich auf die Aufholjagd. Im Ziel lagen sie auf dem 4. Platz, ihr Rückstand in der Gesamtwertung beträgt 1:42 Minuten. Der Olympia-Silbermedaillengewinner aus der Schweiz, Nino Schurter, hatte Plattenpech und konnte zusammen mit seinem Scott Swisspower-Teampartner Florian Vogel den Rückstand auf die Führenden nicht mehr gut machen: Platz 13 der Tageswertung. Das Leadertrikot der Afrikanischen Wertung tragen Darren Lill und Charles Keey vom Team Cannondale Blend (gesamt 5:39.45,7), die den 5. Platz belegten.

Karl Platt ist einer der erfahrensten Langstreckenbiker, er gewann das Absa Cape Epic bereits vier Mal. "Es war anstrengend heute, das Tempo war sehr schnell die ganze Zeit, nach der ersten Abfahrt waren wir 16. Nach dem zweiten Wasserpunkt kam der steile Anstieg und Hermida/van Houts fuhren einen Vorsprung von 2 Minuten raus, den wir dann wieder auf eine Minute verkürzen konnten. Ein harter Tag, unsere beiden Bulls-Teams haben gut zusammengearbeitet. Heute waren alle noch frisch und wollten ganz vorne finishen, das echte Epic startet erst ab Tag 3 und 4. Dann tun die Beine weh, das Aufstehen morgens fällt schwer. Hier zeigt sich, wer die Ausdauerhärte hat," so die Einschätzung des Deutschen.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Gemeinsam erarbeiten sich die Teams Bulls 1 und 2 die Plätze zwei und drei auf Etappe 1.

Die deutschen Amateure Markus Kaufmann und Thomas Stoll belegten in der ersten Etappe Platz acht. Das beste österreichische Team Asrin RH7 mit René Haselbacher und Wolfgang Krenn kamen als 21. ins Ziel.

Bei den Frauen dominiert das Schweizer Duo mit Esther Süss und Jane Nuessli (BMC Wheeler). Ihr Vorsprung auf das zweite Frauenteam Energas mit Yolande Speedy (RSA) und Catherine Williamson (GBR) betrug über 29 Minuten. Bei den Masters spielten die Ex-Profis Udo Bölts und Carsten Bresser (Team Juwi) ihre Routine aus und gewannen die erste lange Etappe vor ihren härtesten Konkurrenten, dem Ex-Olympiasieger Bart Brentjens mit südafrikanischem Partner Rob Sim (Team Superior Brentjens 2). Wie schnell die Masters unterwegs sind, zeigt die Tatsache, dass Bölts/Bresser in der Gesamtwertung des Absa Cape Epic Rang 15 belegen.
Das südafrikanisch-Schweizer Ehepaar Erik und Ariane Kleinhans (RE:cm) liegen nach ihrem Etappensieg mit über 25 Minuten Vorsprung unangefochten an der Spitze der Mixed-Wertung.

Das Absa Cape Epic machte zum ersten Mal Station in Citrusdal, einem kleinen Farmdorf am Fuße der Cederberge. Nach einem Anstieg auf sandigen Farmwegen nach dem Start folgte ein schwieriger Downhill, in dessen Verlauf zahlreiche Teilnehmer stürzten. Nach der Überquerung des Oliphants-Flusses ging es durch Zitronenhaine, bevor der zweite sieben Kilometer lange Anstieg auf die Fahrer wartetet. Eine Tragepassage belastete Physis und Psyche der Teilnehmer bei Temperaturen knapp unter 30 Grad. Weitere sandige Passagen im letzten Drittel zehrten an Ausdauer und Nerven gleichermaßen, selbst flache Passagen bedeuten in Südafrika Anstrengung.

Mehr Informationen und Ergebnisse auf www.cape-epic.com

Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathon


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